Martin Stettler, der 29 Jahre alte Zimmermann von der HG Richigen, hatte am Wochenende gleich zweifachen Grund zum Feiern: Zusammen mit dem erstmaligen Gewinn des Schweizer-Meister-Titels mit seiner Mannschaft krönte er seine persönliche Laufbahn auch als Einzelspieler. In seiner 15. NLA-Saison mit den Mittelländern gewann Stettler auch die Einzelwertung klar und durfte sich die Krone als Schlägerkönig der Meisterschaft aufsetzen lassen.

Der zuverlässige und regelmässige Langschläger stand bisher mehrfach im Schatten von Marco Roos dem «Unbesiegbaren» (in den letzten acht Jahren triumphierte er in der Meisterschaft siebenmal) und belegte in den Jahren 2007 bis 2009 jeweils Platz zwei hinter dem Schötzer von der HG Mättenwil-Zofingen. «Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es irgendeinmal schaffen werde, Roos zu bezwingen», sagte Martin Stettler. Äusserlich hielt sich seine Freude zwar in Grenzen. «Hornussen ist in erster Linie ein Mannschaftssport. Es kommt auf jeden an», teilte er die Freude über seinen persönlichen Erfolg mit den Mitspielern.

Die Nerven im Griff gehabt

Stettler wirkte auch im letzten Auswärtsspiel gegen Wasen-Lugenbach souverän. «Innerlich war ich schon nervös. Als mir dann zum Auftakt ein 26er-Streich gelang, hat sich diese Nervosität schnell gelegt.» Der Beweis dafür waren seine 96 Punkte aus vier Streichen, mit welchen er einmal mehr der beste Mann auf dem Platz war. Zum x-ten Mal konnte er sich so die maximal mögliche Punktzahl in der Einzelwertung gutschreiben lassen.

Schon als sechsjähriger Bub begann er, animiert durch seinen verstorbenen Vater, mit dem Hornussen. Er durchlief alle Junghornusser-Abteilungen und spielt, seit er 15 Jahre alt ist, stets in der NLA-Mannschaft. Neben seinen ausgesprochenen Fähigkeiten als starker Schläger ist Stettler auch eine zuverlässige Stütze seiner Equipe im Abtun.

Einen ausgesprochenen Förderer kann der Musterathlet nicht nennen. «Als Junge wurden wir stets durch alle Mannschaftsmitglieder gefördert und sehr gut betreut.» Das sei auch der Grund dafür, warum er nie mit einem Mannschaftswechsel liebäugelte, sagt der seit drei Jahren mit Jenny verheiratete neue «Schlägerkönig». Seine bisher grössten Erfolge sind zwei Silberkränze, die er an den Eidgenössischen Festen 2006 in Frauenfeld und 2009 in Höchstetten gewonnen hat. Dazu kommen zahlreiche Podestplätze als Einzelschläger an grossen Festen. Zu seinen Lieblingsspeisen gehört ein währschafter Hackbraten mit Kartoffelstock aus Mutters Küche. Und der dürfte ihm nach dem grossen, doppelten Triumph noch ein bisschen besser munden.