Curling Schweizer Meisterschaft

Stein um Stein Richtung Olympia: Solothurner Skip will mit WM-Qualifikation wichtiges Etappenziel erreichen

Yannick Schwaller ist mit dem Team Bern Zähringer heisser Anwärter auf den Titel bei der Schweizer Meisterschaft.

Yannick Schwaller ist mit dem Team Bern Zähringer heisser Anwärter auf den Titel bei der Schweizer Meisterschaft.

Der Solothurner Skip Yannick Schwaller hat sich mit Bern Zähringer bei der kommenden Schweizer Meisterschaft den Titel als Ziel gesetzt. Mit einem Sieg könnte sich das Team nicht nur für die Weltmeisterschaft qualifizieren, sondern auch wichtige Punkte sammeln, die für die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2020 zählen.

Das Team Bern Zähringer gehört zu den Titelanwärtern an der Schweizer Meisterschaft, die am Wochenende beginnt. Die Sieger werden nicht nur Meister, sie qualifizieren sich zugleich
für die Weltmeisterschaft. Für das Team Bern Zähringer ist die WM ein Etappenziel auf seinem Weg in Richtung Olympische Winterspiele 2022 in Peking. Denn die WM-Teilnahme bringt Punkte, welche für die Olympiaqualifikation zählen.


Für das Team um den Solothurner Skip Yannick Schwaller wäre die WM der zweite internationale Grossanlass nach der EM 2019. Dort holte das Team mit einer überragenden Leistung Silber. An diesen Erfolg wollen die Curler nun anknüpfen.

Meistertitel ist das klare Ziel

Zusätzlichen Druck für die ­Schweizer Meisterschaft ver­spüren die Curler deswegen aber nicht. Für den aus Recherswil stammenden Schwaller befindet sich das Team auf einer Mission namens Olympia und dazu gehörten die Schweizer Meisterschaft und die WM dazu. «Wir wussten, dass wir dafür auch in der Schweiz zum Überflieger werden müssen», sagt Schwaller.

Schweizer Meister zu werden, sei ihr klares Ziel, doch einfach ­werde dies trotz der jüngsten Erfolge nicht. Schwaller setzt den Fokus für das Team auf die ­Konzentration: «Man muss sich auf die Aufgabe konzentrieren und auf die Regeneration», sagt er dazu.


Als Skip weiss Schwaller, dass er eine gewisse Schlussverantwortung trägt, doch das sei er sich mittlerweile gewohnt. Gewinnen könne man sowieso nur, wenn man geschlossen als Team auftritt und jeder Einzelne sein Bestes gibt. Dazu werden das Eis und die Steine im Voraus genaustens erforscht. «Wir versuchen, alle Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen, sodass ­jeder von uns mit einer voll­kommenen Sicherheit und Ruhe hinter die Steine gehen kann», beschreibt Schwaller.

«Der Erfolg giesst Öl in das brennende Feuer»


Der Erfolg ist ein wichtiger Faktor für das Team um Yannick Schwaller. Sie hätten seit der Zeit als Junioren viel investiert und es sei ein langer Weg und viel harte Arbeit gewesen, um nun bei den Besten mitspielen zu können. «Wir mussten viele Erfahrungen sammeln. Diese harte Arbeit mit Erfolg gekrönt zu bekommen, tut sehr gut», sagt der Curler. Aber ihr Weg ist noch lange nicht zu Ende, sie wollen mehr. «Der Erfolg giesst Öl in das brennende Feuer», stellt der Solothurner den Erfolg in Bezug zu ihrer Karriere bildlich dar.

Doch trotz Erfolg, sei es nicht einfach, sich finanziell über Wasser zu halten. Dennoch hat Yannick Schwaller das ­Curling für sich zum Spitzensport gemacht. Aber es sei schwer, das alles zu stemmen: «Wir sind ­immer auf der Suche nach ­Sponsoren und sind für jede Unterstützung dankbar.» Doch irgendwie kämen sie durch. Nicht zuletzt dank einem relativ niedrigen ­Lebensstandard, wie Schwaller anmerkt.

Bereits Schwallers Vater Christof Schwaller und Onkel Andreas Schwaller waren in der Curling Szene sehr erfolgreich. Das Familienerbe umfasst neun Medaillen. Die Frage, ob er dadurch mehr Druck als seine Teamkollegen verspüre, verneint Yannick Schwaller klar. «Im Gegenteil, ich profitiere von meinem Vater und meinem ­Onkel», sagt er.

Beide hätten ihre eigenen Charakterzüge, von denen er selbst die wichtigsten Punkte herausnehmen und neu zu­sammensetzen könne. «Wie ein Puzzle», sagt der Curler und lacht.


Offen bleibt, welches Team an der Schweizer Meisterschaft am besten harmonieren kann. Die Favoriten sind zwar genannt und das Team Bern Zähringer gehört dazu, doch die Resultate hat man erst nach dem letzten Stein. Den Schweizer Meistern kommt dann aber die Ehre zu Teil, die Schweiz an der Weltmeisterschaft in Schottland zu vertreten.

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