"Ob mit einem, sechs oder zehn Toren Unterschied spielt keine Rolle", sagt EHC Zuchwil-Regio-Präsident und -Sportchef Walter Ulrich. In dem Sinn nimmt der Patron des Klubs den Plattwurf seines EHC Zuchwil Regio im Stadion Brünnli zu Hasle-Rüegsau gegen Brandis vergleichsweise gelassen. Schon nach 4 Minuten und 4 Sekunden gingen die Einheimischen in diesem dritten Spiel des Playoff-Halbfinals in Führung, kurz bevor die Strafe gegen den Zuchwil-Center Lukas Scherrer abgelaufen wäre.

Zweieinhalb Minuten später stand bereits 2:0 auf der Anzeigetafel. Die Aussicht auf eine Wiederholung dessen, was sich an selber Stätte in Spiel 1 zugetragen hatte - nämlich ein Sieg von Zuchwil - war damit bereits sehr unwahrscheinlich geworden. Zumal die Einheimischen unter anderem auf die Routiniers Zigerli, Hojac und Verteidiger Hirsbrunner verzichten mussten, deren Fehlen sich auf dem Eis besonders bemerkbar machte.

Die Zuchwiler blieben in der Folge zwar spielerisch ebenbürtig, konnten aber dennoch nichts Zählbares verbuchen. Einmal mehr übertrafen sich die Wasserämter punkto Ineffizienz immer wieder selbst. Ein Tor aus gefühlten sechzehn Torchancen ist definitiv eine zu tiefe Quote. Wenn aber doch einmal alles zusammenpasst, keiner im finalen Moment über den Puck schlägt, diesen an die Latte oder mitten in den Goalie pfeffert, wenn der letzte Pass ankommt statt im Walhalla landet, dann, ja dann, wird es beim Gegner ganz finstere Nacht werden. Für Brandis allerdings blieb es strahlend hell. So hell, dass Sonnenbrillen angebracht gewesen wären. Aus Zuchu-Sicht ärgerliche 17 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts gelang Inniger das 3:0. Der Moral der Zuchwiler war damit ein weiterer Schlag versetzt worden.

Die Spieler von Zuchwil hatten gegen Brandis kaum Gründe zu jubeln.

Die Spieler von Zuchwil hatten gegen Brandis kaum Gründe zu jubeln.

Selbst während eineinhalb Minuten in doppelter Überzahl mühten sich die Zuchwiler im Mitteldrittel wie einst Sisyphos vergeblich ab, etwas Zählbares auf die Reihe zu bringen. Dies notabene, nachdem Buri bereits auf 4:0 erhöht hatte. Zum Teil arbeiteten sich die Gäste im Verband oder solo wunderbar bis vor Brandis-Goalie Kaufmann vor, das i-Tüpfelchen jedoch blieb den Zuchwilern verwehrt.

Immerhin: In der 51. Minute verhindert Marco Vogt mit seinem Treffer das Senkloch, sprich die Null im Resultat. Der im Schlussdrittel für Stammgoalie Sandro Zaugg eingesetzte Thibaud Sauthier auf Seiten der Zuchwiler machte seine Sache gut und hielt die Pleite letztlich in Grenzen. Sauthier musste sich im Endspurt "nur" noch zweimal schlagen lassen. 

Am Samstag geht im Sportzentrum Zuchwil Spiel 4 über die Bühne (20.15). Mit einem Sieg könnten die Zuchwiler die Serie ausgleichen und das Momentum sogar noch einmal auf ihre Seite ziehen. Denn in einem allfälligen 5. Spiel, das dann wieder in der Halle von Brandis stattfände, wäre die Ausgangslage aus psychologischer Sicht völlig offen. "Ich will, dass die Mannschaft ans Limit geht, dem Gegner alles abverlangt und den Fans ein Spiel zeigt, das Freude macht." Das sagt Walter Ulrich mit Blick auf Spiel 4 am Samstag, das bei einer Niederlage gleichzeitig das letzte in dieser Saison für den EHC Zuchwil Regio sein würde.