Eishockey
Stefan Tschannen: «Wir spielen noch nicht perfekt»

Stefan Tschannen, Captain des NLB-Klubs Langenthal und bester Schweizer Skorer der B-Liga, spricht im Interview über das Sorgenkind Powerplay und wieso es mit seinen Linienpartnern Jeff Campbell und Brent Kelly so gut funktioniert.

Leroy Ryser
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Stefan Tschannen (oben) will auch in der nächsten Saison für den SC Langenthal auf Torejagd gehen. Bieri

Stefan Tschannen (oben) will auch in der nächsten Saison für den SC Langenthal auf Torejagd gehen. Bieri

Der SC Langenthal wird die Qualifikation auf dem zweiten Rang abschliessen und übertrifft damit das Ziel (Platz vier) deutlich. Einer, der am Erfolg grossen Anteil hat, ist Stefan Tschannen (23 Tore, 30 Assists).

Der SC Langenthal hat sich den zweiten Platz in der Qualifikation der Nationalliga B gesichert. Damit kann man gut leben?Stefan Tschannen: Im Grossen und Ganzen können wir sicherlich zufrieden sein. Wenn uns vor der Saison jemand den zweiten Platz angeboten hätte, dann wären wir mit Sicherheit einverstanden gewesen. Trotzdem spielen wir noch nicht ganz perfekt.

Welche Dinge müssen noch verbessert werden?
Unser Powerplay. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt ein Powerplaytor erzielt haben. Da muss einiges passieren.

Was genau?Wir müssen einfacher spielen. Die Scheibe an die blaue Linie zu den Verteidigern passen, schiessen und den Schuss ablenken oder den Abpraller übernehmen. Wir müssen in Überzahl nicht nur schön spielen. Wir werden das bestimmt noch einmal anschauen und darüber reden.

Nun folgen mit den Spielen gegen die GCK Lions, Olten und Lausanne eher unwichtige Matches. Welche Bedeutung haben diese Partien?
Um entscheidende Punkte geht es in diesen Spielen nicht mehr. Trotzdem sind das längst keine Trainingsspiele. Das könnten alles Playoff-Gegner sein, weshalb wir gewinnen wollen. Zudem können wir nach dem Dienstagsspiel nicht einfach den Schalter umlegen und wieder unwiderstehlich spielen.

Heute Abend wird das erste dieser drei Spiele stattfinden. Was muss man über die GCK Lions wissen?
Sie sind jung und haben nichts zu verlieren. Das NLB-Team ist für sie ein Sprungbrett, um zu den ZSC Lions zu gelangen, sie sind daher immer topmotiviert.

Mit Jeff Campbell und Brent Kelly bilden Sie zurzeit die weitaus gefährlichste Angriffslinie der Nationalliga B und Ihr Sturm wird nicht selten die «Atom-Linie» der Langenthaler genannt. Wieso harmoniert es so gut zwischen Ihnen und den beiden Kanadiern?
Wir haben bereits letztes Jahr ab und zu zusammengespielt und kennen uns nun seit zwei Jahren. Sie passen einfach zu mir – oder ich zu ihnen. Dazu kommt, dass es bei mir bisher mit den Ausländern immer gut funktioniert. Wie beispielsweise mit Eric Lecompte und Steve Larouche.

Eine solche Jagd nach Skorerpunkten sorgt sicher auch in der NLA für Aufsehen. Müssen sich die Fans im Sommer vor einem Transfer der kompletten ersten Linie fürchten?
Momentan ist es so, dass die Ausländer für zwei Jahre unterschrieben haben, und auch ich besitze für die nächste Saison noch einen Vertrag. Deshalb ist das kein Thema.