Jahresvorschau
Startet Bruno Gisler im neuen Jahr eine Drogistenkarriere?

Die Regionalsportredaktion der Solothurner Zeitung wagt eine Prognose, wer warum im Jahr 2014 für Aufsehen sorgen wird.

Michael Schenk
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Bruno Gisler: Die verdrehte Spagyrik-Spray-Nummer hielt definitiv nicht dicht.

Bruno Gisler: Die verdrehte Spagyrik-Spray-Nummer hielt definitiv nicht dicht.

KEYSTONE

Alt Regierungsrat Christian Wanner wird neuer Präsident des FC Solothurn. Als ehemaliger Finanzdirektor und Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren ist der 66-Jährige genau der richtige FDP-Mann für den FCS. Beim FCS sind die Finanzen immer ein brennendes Thema. Abgesehen davon kann Wanner so die Höhe seiner Spesen und Sitzungsgelder sowie deren Verwendungszweck gleich selber bestimmen.

Die Seifen-Oper beim beim FC Grenchen motiviert diverse Seifenhersteller, sich als Sponsoren zu bewerben. Welche Marke das Rennen macht, ist noch offen. Der Uhren-Cup wird neu als Lux-, Badedas- oder Fenjal-Cup weiterleben. Um den eh schon hohen Unterhaltungswert noch zu toppen, wird der Uhrencup ab 2014 neu statt auf Rasen auf einer Schmierseifen-Unterlage gespielt.

Das Oensinger Springreit-As Pius Schwizer, dem die Besitzer die Spitzenpferde zuletzt unter dem Hintern wegverkauft haben, wechselt das Metier. Als Mercedes-Botschafter lernt der Wahl-Solothurner Muhammad bin Raschid Al Maktum kennen. Der Herrscher des Emirats Dubai bietet Schwizer an, als Ausbildner in sein Reich in 1001 Nacht zu dislozieren, und temporär seine millionenteuren Kracher auszubilden. Als Lohn winkt ein Bohrturm in der Wüste Dubais, damit der Solothurner seine Pferde künftig selber finanzieren kann.

EHC Zuchwil-Regio-Coach Juri Woschakow verordnet seinen Spielern auf die Playoffs hin 10 Kilogramm zuzunehmen, damit seine hochfliegende Truppe nach all den Siegen während der Qualifikation auf dem Boden bleibt, wenn in den Playoffs ein anderer Wind weht. Die taktische Anweisung des ehemaligen UdSSR-Nationalspielers fruchtet und Zuchu wird zum dritten Mal Amateur-Schweizermeister. Klubpräsident Walter Ulrich packt die drei Pokale in ein schickes Cabrio aus seiner Garage und startet einen Ego-Corso durch Zuchwil.

Apropos Wind. Damit das Regionalturnfest Solothurn und Umgebung in Messen nicht das gleiche Schicksal wiederfährt wie dem Eidgenössischen 2013 in Biel, das zwei Mal förmlich plattgewalzt wurde, haben sich die Spitzen-Kleinfeldgymnastinnnen- und -gymnasten des STV Langendorf etwas überlegt. Die siebenfachen Schweizermeister brillieren und verzücken mit ihrem neuen Programm «Das isch stürmisch» selbst Aiolos, den griechischen Gott der Winde, und bringen ihn voller Andacht zum Schweigen.

Kunsturner Simon Nützi hat nach der Spitzensportler-RS in Magglingen den dreifachen Rambo als Abgang von den Ringen im Programm. Selbst den Chinesen bleibt an der Weltmeisterschaft im Oktober in Nanning ob dem Dreifachsalto mit bitonalem Kampfschrei nur noch das Staunen. Nützi schafft dank seines neuen Elements und dem Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Chinesen den Sprung in den Final.

Für einmal jagt die Maus die Katze. Die Powermäuse des EHC Olten lernen die Tiger aus Langnau im Playoff-Final das Fürchten und holen sich den NLB-Meistertitel. In der Ligaqualifikation werden die Mäuse allerdings vom Zug überfahren.

Martina Strähl sorgt dafür, dass am EM-Marathon in Zürich die Post abgeht. Sehr zum Gefallen ihres Hauptsponsors - der Post. Die Oekingerin lässt die afrikanische Konkurrenz wie zuletzt am Murtenlauf blass aussehen. Zum Dank spendiert ihr der gelbe Riese einen eigenen Postomat, aus dem sie Energieriegel ziehen kann, so viel sie will.

Der oft in rot-weiss spielende Roger Federer ist vom Sieg des TC Solothurn gegen den GC, dem er letzte Saison live beigewohnt hat, derart beeindruckt, dass er gerne mit den Solothurner die Interclub-Meisterschaft bestreiten will. Kaffeemaschinen-Hersteller Jura, für die Federer als Markenbotschafter tätig ist, übernimmt die Kosten und Solothurn wird Meister.

Im legendären Film Cool Runnings trägt der Anschieber der jamaikanischen Bob-Mannschaft immer ein Glücks-Ei mit sich. Inspiriert ob dieser Idee, schnappt sich Anschieber Simon Friedli ein Ei aus seiner Heimat Derendingen und stopft es in seinen Anzug. Mit der Kraft des Proteinträgers verleiht Friedli dem Bob von Beat Heftis in Sotschi so viel Schub, dass Schweiz I im Stil des Grippen zu Gold düst.

Nach der Fusion mit Grauholz, die zum Aufstieg in die Nationalliga B führt, spannen die Handballer des TV Solothurn mit Barcelona zusammen. Dank dem Spieleraustausch mit den Katalanen gibt es an den Heimspielen im Cis-Sportcenter fortan frische Paella und Flamenco-Einlagen während der Pausen. Der Ligaerhalt wird für den TVS zum Kinderspiel.

Mit Walzer-Klängen von Vater Strauss selig im Ohr, tanzt Kanute Mike Kurt an der EM in Wien durch den Stangenwald und holt Gold. Später im Jahr hilft ein Glas Rosso di Valtellina ruhig Blut zu bewahren, und an der WM nachzudoppeln.

Nathalie Schneitter holt sich an der Heim-Schweizermeisterschaft der Cross-Country-Mountainbiker vor ihrer Haustür in Lostorf die Goldmedaille. Damit nichts schief geht, verstärkt sich der berühmte Fan-Club mit den roten T-Shirts und den Alphörnern mit den Jodlerklub Wisibärg. Der Song «Das Feyr vo dr Sehnsucht» hilft, Schneitters Sehnsucht nach dem ersehnten Titel zu stillen.

Eisstockschützin Ursula Rubi vom ESC Solothurn gewinnt an der Schweizer Meisterschfat in Wichtrach erneut drei Medaillen. Der Brotkorb, in dem sie ihre «Plämpus» aufbewahrt, reicht punkto Fassungsvermögen nicht mehr aus - jetzt muss ein Wäschekorb von Ikea her.

Schwinger Bruno Gisler hat während seiner Dopingsperre alles über Spagyrik-Sprays gelesen und auswendig gelernt. Der Sieger des Innerschweizern 2013 kennt darum jetzt jede pflanzliche, mineralische und tierische Ausgangssubstanz, die darin vorkommen können, und könnte problemlos eine spezifizierte Drogerie führen. Stattdessen erreicht Gisler mit der Wut im Bauch am Kilchberg-Schwinget den Schlussgang.

Die Hornusser aus Zuchwil tragen ihre Heimspiele künftig alle in der Nacht mit leuchtendem Nouss aus. Die Chance, dass so auch die Gegner Nummern kassieren, steigt und damit die auch Chance auf den ersten Meistertitel der Zuchwiler seit 1996.

Jan Lochbihler, der Topschütze aus Holderbank, holt sich mit den Luftgewehrschützen Olten den Mannschaftsmeistertitel. Und selbst wenn ihm an der EM in Moskau wie an der Junioren-WM 2012 ein Teil des Gewehrs abbricht, qualifiziert sich der 21-jährige Solothurner für den Dreistellungs-Final. Notfalls schmeisst er die Kugeln von Hand.