Am dritten Tag des EHCO-Cups 2016 griff endlich Gastgeber Olten ins Geschehen ein. Vor dem Heimturnier hatten die Powermäuse bereits vier Testspiele absolviert. Mit einer ausgeglichenen Bilanz: Gegen den NLB-Meister Ajoie kassierte Maurizio Mansis Team eine 0:6-Klatsche. Es folgten 3:2-Siege gegen den Ligakonkurrenten HC La Chaux-de-Fonds und die Dornbirner Bulldogs aus Österreich. Zum Abschluss der ersten Testphase unterlagen die Oltner vor einer Woche den Schwenningen Wild Wings mit 2:5.

Oltens erster Gegner am EHCO-Cup, die Iserlohn Roosters, stand bereits unter Zugzwang, nachdem er am Vortag gegen die SCL Tigers verloren hatte – 1:2 nach Verlängerung.

Von müden Beinen war beim Dritten der letztjährigen DEL-Qualifikation aber nichts zu sehen. Iserlohn startete furios und verzeichnete in den ersten zwei Minuten bereits mehrere Abschlüsse. Die Folge der Druckphase der Gäste: eine frühe Strafe gegen EHCO-Verteidiger Romano Pargätzi. Diese Überzahl nutzten die «Roosters» nach wenigen Sekunden zur Führung. Dominic Nyffeler im EHCO-Tor war gegen den abgelenkten Schuss machtlos.

In der 7. Minute leuchtete die Lampe hinter Oltens Neuling – Nyffeler spielte in der letzten Saison für Hockey Thurgau – schon zum zweiten Mal. Wiederum hatte er wenig Abwehrchancen: David Dziurzynski tankte sich auf der linken Seite durch und bezwang Nyffeler mit einem Schuss in die rechte obere Torecke.

Unglücklicher sah Nyffeler beim 0:3 kurz vor der ersten Pause aus. Er hatte freie Sicht, und der Abschluss von Verteidiger Hannu Pikkarainen war auch nicht wirklich platziert. Olten vermochte in Drittel eins nur ganz wenige Akzente zu setzen.

Mischler ab Drittel zwei im Tor

Die Powermäuse waren also gefordert, im zweiten Spielabschnitt mindestens einen Gang zuzulegen. Coach Mansi reagierte auf den Rückstand mit einer Goalie-Rochade: Matthias Mischler ersetzte Dominic Nyffeler.

Mischler zeigte in den zwei Dritteln eine starke Leistung und hielt seinen Kasten trotz mehrerer Druckphasen bis zur Schlusssirene rein.

Nach vorne gelang dem EHCO dafür weiterhin wenig. Auch das erste Powerplay der Grünweissen war harmlos.

Weiteres Ungemach kam für die Oltner in der 31. Minute hinzu. Tryout-Spieler Marc Sahli lief in einen harten Check und verschwand, von zwei Mitspielern gestützt, in den Katakomben. Immerhin nutzte Olten die darauf folgende Strafe.

Cédric Schneuwly, der bereits in den vier vorangegangenen Testspielen zweimal getroffen hatte, erzielte nach einem schönen Dribbling das 1:3. Für die Vorarbeit war Tryout-Spieler Daniel Steiner besorgt.

Gruppensieg nicht mehr möglich

Im letzten Abschnitt spielte der EHCO dann endgültig auf Augenhöhe mit Iserlohn, das in den ersten beiden Dritteln vor allem in Sachen Physis und Tempo den Ton angegeben hatte.

Doch weder bei nummerischem Gleichstand oder bei den zwei Powerplays im letzten Abschnitt, noch mit dem sechsten Feldspieler in der Schlussminute wollte den Gastgebern ein weiteres Tor gelingen.

Im vergangenen Jahr, als der EHCO-Cup, allerdings deutlich schwächer besetzt, seine Premiere feierte, schafften es die Oltner in den Final, wo sie ausgerechnet dem Erzrivalen Langenthal unterlagen. Die Scharte vom verpassten Heimturniersiegs kann der EHCO heuer nicht auswetzen. Auch ein Sieg gegen die SCL Tigers heute um 20.15 Uhr reicht nicht mehr für die Finalqualifikation.

Daniel Steiner mit Tryout-Vertrag

Bereits vor dem Duell gegen Iserlohn fand am Abend im Fanvillage, das sich während des EHCO-Cups auf dem Aussenfeld befindet, die traditionelle Saisoneröffnungsparty statt.

Mit gewohnt lockerem Mundwerk stellte Moderator «Mige» Stalder das Kader der Saison 16/17 vor. Als definitive Zuzüge durften sich mit Anthony Rouiller, Stefan Mäder (beide Ajoie), Dominic Nyffeler (Thurgau), Marc Grieder (Rapperswil-Jona) sowie Curtis Gedig (Stjernen/Nor) fünf Spieler den Fans zeigen.

Ausserdem einigte sich der EHCO mit Daniel Steiner, ein erfahrener Schweizer NLA-Stürmer, auf einen Tryout-Vertrag.

Köbi Kölliker zu einem allfälligen Wechsel Steiners: «Ich habe Dänu kennengelernt, als er noch ein Junior war. Er hat uns gefragt, ob er mit uns trainieren dürfte, da haben wir zugesagt.»

Der 35-jährige Stürmer hatte eigentlich einen laufenden Vertrag mit dem EHC Biel im Sack, bevor er sich schliesslich mit Trainer Kevin Schläpfer überworfen haben soll und der Vertrag per Ende Juni aufgelöst wurde.