13 junge Kicker, die einst beim FC Solothurn ausgebildet wurden, tragen derzeit das Dress des FC Basel. Es sind dies: Jerôme Roth (U21), Arxhend Cani (U21/in der U18-Nati), Robin Huser (U18/in der U17-Nati), Alban Selmanaj (U18/in der U18-Nati), Charly Pickel (U18), Yves Kaiser (U18), Loris Micelli, Joël Anderegg, Edonis Asani, Leo Schrittwieser, Tim Wagner (alle U17), Lukas Schmidt (U16) sowie Mats Marti (U15).

Dazu spielt Enes Ciftci in der U18 der Young Boys. Marti, Schmidt, Schrittwieser, Asani und Wagner haben auf diese Saison hin zum FCB gewechselt. Das Quintett kam einst von Zuchwil (Marti), Kappel (Schmidt), Subingen (Schrittwieser) Derendingen (Asani) und Wiedlisbach (Wagner) in die U-Teams des FC Solothurn. Und von da geht es jetzt für die fünf jungen Fussballer also die nächste Stufe hinauf. Stets mit dem Ziel vor Augen, einmal einen Profivertrag zu erhalten und vom Fussball (gut) leben zu können.

Seit 2007 arbeiten der FC Solothurn und der FC Basel in der Talentförderung zusammen. Der Partnerschaft gehören auch Concordia Basel und die Old Boys Basel an. Ronald Vetter, Nachwuchschef des FC Solothurn, spricht von einer Win-win-Situation. Der FCB profitiert von der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit der Partnervereine. Letztere, wie eben der FC Solothurn, erhalten für die «Picks» im Gegenzug eine Entschädigung. Ausserdem bekommen sie vom Meister Trainings-Know-how und bezahltes Ausbildungspersonal.

Adrian Knup, der Nachwuchsverantwortliche des FC Basel sagt: «Für unsere Jugendförderung ist der FC Solothurn ein wichtiger Baustein. Mit dem FCS konnten wir unser Einzugsgebiet deutlich erweitern.» Für die Qualität der via Solothurn den Weg zum FC Basel findenden Spieler spricht deren Palmarès. Robin Huser spielte und trainiert beispielsweise bereits mit der 1. Mannschaft.

Zwei grosse Fragen

Doch geht die eigene sportliche Rechnung so auf? Letzte Saison hat der FC Solothurn mit seiner sehr jungen Equipe lange gegen den Abstieg gekämpft; sich letztlich mit einer starken Rückrunde aber doch noch souverän in der 1. Liga Classic gehalten. Und auch nächste Saison wird wieder eine sehr junge Elf für den FCS auflaufen (siehe Box). Wenn all die genannten Top-Junioren beim FCS blieben, statt zu Basel zu wechseln, wäre die Vision FCS11 (11 Spieler auf dem Platz mit Wurzeln beim FC Solothurn) bald Tatsache. Und erst noch auf hohem Niveau. «Natürlich würden wir, wenn wir die finanziellen Ressourcen hätten, selber etwas aufbauen. Doch das ist derzeit illusorisch», sagt Vetter.

Solothurn ist im Kerngeschäft ein Spitzenausbildungsklub. Was dagegen die 1. Mannschaft angeht, muss die Zielsetzung dem Grossen (FC Basel) angespasst werden. Der FCS kann, als quasi kantonales Nachwuchs-Leistungszentrum, nur U-Mannschaften stellen, wenn er eine Partnerschaft mit einem Super-League-Klub führt. Die Paarbeziehung mit dem FCB ist also in dem Sinn nicht ganz freiwillig. Vetter spricht zwar von gezwungenen Umständen, doch «der eigenen Philosophie schadet das nicht». Der Philosophie nicht, die eigene Ambitionen hängen indes stark von zwei Fragen ab: Welche Talente bleiben in Solothurn und wer kommt allenfalls wieder zurück, wenn der Durchbruch ausbleibt?