Swiss-League-Playoffs

Stan Horansky oder wenn der Schlüsselspieler die Teamkollegen mitreisst

Stan Horansky, eine zentrale Figur im Oltner Spiel

Stan Horansky, eine zentrale Figur im Oltner Spiel

Der EHC Olten startet am Mittwochabend mit breiter Brust in den Playoff-Knüller gegen Langenthal – viele Hoffnungen ruhen auf Spielmacher Stan Horansky.

Die Woche des Playoffauftakts nimmt der EHC Olten am Montagmorgen auf eine nicht ganz alltägliche Art in Angriff. Das Team versammelt sich in einem Konferenzraum zum gemeinsamen «Zmorge», um noch einmal in einem aussergewöhnlichen Rahmen zusammen zu finden und über die bevorstehende Playoffzeit zu sprechen.

Es sei ein «frischer Start» in ein neues Kapitel gewesen, sagt Trainer Fredrik Söderström. «Wir legten ein Augenmerk auf jene Dinge, die wir beeinflussen können. Wir repetierten einige uns längst bekannten Sachen – ich würde nicht sagen Regeln, aber die Art und Weise, wie wir uns verhalten, wie wir auftreten wollen. Wir müssen gemeinsam an einem Strick ziehen. Der Fokus liegt auf uns», erklärt er.

Und dann nimmt sich der Trainer-Staff um Headcoach Söderström und Assistent Tommy Sjödin jeden einzelnen Spieler zur Brust, zeigen im Plenum auf, was sie vom jeweiligen Spieler erwarten, was ihn so stark macht. «Wir wollten jedem einzelnen noch einmal einen speziellen Schub verleihen», sagt Söderström, dem das Zwischenmenschliche so wichtig ist, schmunzelnd. Offenheit und Ehrlichkeit sind Attribute, die dem Mann mit einer starken Persönlichkeit  besonders stark am Herzen liegen.

«Spieler wie er haben eine grosse Vorbildfunktion»

Es sei ihm aber auch wichtig ­gewesen, den Spielern mit auf den Weg zu geben, dass die Playoffs «nicht etwas Kompliziertes» seien. «Wir haben in der Qualifikation oft genug bewiesen, dass wir Eishockey spielen können.» Es sei nun bloss die Zeit gekommen, den Schalter auf «Playoffs» umzulegen. «Es wird physischer und umkämpfter. Aber wir kennen unseren Gegner und es wird unser Anspruch sein, ihm unser Spiel aufzuzwingen.»

«Stolz, Ehre ond Herz ofem Iis – auf Olten!», steht auf einem Transparent, das EHCO-Fans über die Spielerbank gehängt haben und die Spieler während des Dienstagtrainings zu Gesicht bekommen.

Im Training wird intensiv und fokussiert gearbeitet, zum Abschluss darf aber auch ein spassiges Spielchen nicht fehlen. Mittendrin: Stürmer Stan Horansky. Auf ihm ruhen so viele Hoffnungen. Söderström, auf den Wert des Spielmachers angesprochen, will erst ein bisschen ausholen und streicht heraus, dass jeder seiner Spieler einen Teil zum bisherigen Erfolg beigetragen habe und die Rollen im Team respektiert werden. «Ich schätze jeden einzelnen. Es ist eine tolle Gruppe und ich würde ihr den Erfolg sehr gönnen mögen», so der Schwede, um dann doch noch über Horansky zu sprechen: «Spieler wie er haben eine grosse Vorbildfunktion. Er ist so talentiert und kreiert so viel, dass er immer den Unterschied auf dem Eis ausmachen kann. Und wenn ihm auf dem Eis alles gelingt, dann steckt er damit auch seine Teamkollegen an.»

Horansky, nicht ein Mann der grossen Worte, will sich trotz Lobeshymne selber etwas aus der Schussbahn nehmen. Druck, das spüre er als individueller Spieler eigentlich nur bedingt. «Wir dürfen den Druck von aussen uns nicht auch selber auferlegen. Wir geben einfach unser Bestes und haben Spass», sagt er. Und ja, er habe eine gewichtige Rolle, aber er sehe sich eigentlich nicht als der Schlüsselspieler schlechthin. «Die Playoffs haben ihre eigenen Gesetze. Es ist wichtig, dass wir als Team vorangehen.»

«Ich geniesse jeden Einsatz mit ihm auf dem Eis»

Was besonders interessiert, ist, ob Horansky, der sich dank überragender Leistungen einen Zweijahresvertrag bei Ambri-Piotta erspielt hat, überhaupt gesund in die Playoffs startet?

«Ich war vergangene Woche noch nicht ganz bei 100 Prozent. Aber nun bin ich gesund und hoffe, dass es so bleibt», sagt er. Wir erinnern uns: In der vergangenen Saison schlug die Verletzungshexe beim EHC Olten vor dem Playoff-Auftakt zu, Horansky und Schirjajew fielen damals aus.

Dass der Slowake mit Schweizer Lizenz fit bleibt, hofft nicht zuletzt auch Dion Knelsen. Der EHCO-Topskorer hat in den neun Spielen des Qualifikation-Schlussviertels, in denen Horansky fehlte, nie getroffen. Auf die etwas provokative Frage, ob er Horansky in dieser Zeit vermisst habe, erwidert Knelsen schmunzelnd: «Oh ja, er ist ein so spezieller Spieler. Er kreiert, wann immer er in Puckbesitz ist. Als Mitspieler musst du immer wachsam sein. Er ist einer der besten Spieler der Liga und verdient es, in der National League zu spielen, ich mag es ihm gönnen. Wir dürfen uns glücklich schätzen, ihn bei uns zu haben. Ich geniesse jeden Einsatz mit ihm auf dem Eis.»

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