Weil es im Schlussgang zwischen Thomas Zaugg und Simon Anderegg zu keiner Entscheidung kam, profitierte Stalder von diesem «Gestellten» und feierte seinen ersten Festsieg in der noch jungen Karriere. Der im Dezember 22 Jahre alt werdende Zimmermann gewann seinen sechsten Gang gegen den Lokalmatador Jonas Lengacher kurz vor Ablauf der Zeit, als er diesen mit einem wuchtigen Plattwurf ins Sägemehl legte. Dafür bekam er richtigerweise die Höchstnote gutgeschrieben. Darauf begab sich Studer unter die Dusche, ohne den Schlussgang anzuschauen: «Ich rechnete überhaupt nicht damit, dass es hier zwischen den beiden auf dem Papier stärksten Schwingern keine Entscheidung geben würde.»

Verdienter Festsieg

Entsprechend gross war dann die Überraschung, als ihn seine Klubkameraden mit der Siegmeldung aus der Dusche holten. Stalder hatte am Morgen zum Auftakt gegen den Oberländer Favoriten Simon Anderegg antreten müssen. «Mein Ziel war, hier einen Gestellten herauszuholen. Leider verlor ich dann bereits nach halber Gangzeit.» Was folgte, waren fünf Siege in Folge und damit der verdiente Festsieg.

Stalder hat in dieser Saison bereits fünf Kränze gewonnen. Als seinen schönsten Erfolg bezeichnet er den Kranzgewinn vom letzten Jahr auf dem Weissenstein. Als sein Hobby nennt er die Landwirtschaft. Seine Freizeit verbringt er auf dem Hof des 50-Hektaren-Betriebes seiner Eltern, wo er gerne tüchtig Hand anlegt.

Die Jungen konnten sich beweisen

Gut schlugen sich von den fünf Solothurner Gästen vom Schwingklub Mümliswil auch die beiden Jungen Remo Uebersax und Andreas Bader. Beide landeten mit vier gewonnenen Gängen bei je zwei Niederlagen mit dem gleichen Punktetotal von 56,25 gemeinsam auf dem guten sechsten Platz. Für den Oberaargauer Remo Uebersax, der Niederbipper schwingt seit zwei Jahren für den Thaler Schwingklub, war dies eine Bestätigung für seinen am «Nordwestschweizerischen» in Arlesheim erkämpften ersten Kranz.

Zuerst Motocross Rennen gefahren

Der 20-jährige Uebersax bestritt zusammen mit seinem Bruder Marc zuerst Motocross Rennen in der MXRS Rennserie, ehe er definitiv ins Lager der Schwinger wechselte. Das nicht zuletzt, weil bereits sein Vater ein bekannter eidgenössischer Kranzschwinger war. Am meisten hat Uebersax überrascht, dass er seinen Gang gegen den routinierten Jurassier Jean-Philippe Kläy hat gewinnen können. Gut begann auch Rainer Frey, der Vierte von fünf angetretenen Mümliswilern. Leider konnte er sich dann im Ausstich nicht mehr steigern.