«Es herrscht Chaos», sagt Sergej Bagdasarian, einer der Spieler, die sich für den FC Grenchen entschieden haben.

Nach dem grossen Umbruch in der Mannschaft mit vielen Abgängen und einem neuen Trainer merkt man dem Verteidiger an, wie belastend die Gegebenheiten im Verein für ihn sind: «Schon gegen Luzern sagten wir, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, dennoch haben wir wieder derart hoch verloren.»

Im Derby gegen Wangen bei Olten resultierte die bis dato höchste Saisonniederlage. «Es tut weh, den Traditionsverein Grenchen so zu sehen», sagt Goran Pekas. Der Trainer vom FC Wangen bei Olten wollte sich aus diesem Grund auch nicht gross zum Gezeigten äussern: «Klar bin ich zufrieden mit dem Resultat, doch mit der Art und Weise kann ich nicht glücklich sein.»

Nach 32 Minuten schon 0:4

Gemeint ist, dass bereits nach 32. Minuten und dem Tor zum 4:0 nur noch die Frage nach der Höhe der Niederlage im Raum stand. Grenchen, dass dem Gegner spielerisch nichts entgegen zu setzten vermochte, brachte zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Abschluss auf das gegnerische Tor.

Die einzige Möglichkeit in der ersten Halbzeit verwertete Sadriji in der 41. Minute zum Ehrentreffer für die Uhrenstätter. 

Das einzige Tor Grenchens.

Das einzige Tor Grenchens.

Resultatkosmetik, wenn davon überhaupt die Rede sein darf, denn innert den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit doppelte Wangen bei Olten nach.

Resultat hätte auch höher ausfallen könne

Dass der Schlussstand nicht noch höher ausfiel, hat gemäss Pekas mit der Situation des FCG zu tun: «Das Ganze ist tragisch genug für Grenchen – da war die Konzentration meiner Spieler dann auch nicht mehr so hoch.»  

Wangen vergiebt eine seiner zahlreichen Riesenchancen

Wangen vergiebt eine seiner zahlreichen Riesenchancen

Kein Mitleid will der neue Trainer des FC Grenchen. «Ich war mir der Situation bewusst, auch wenn ich sie nicht derart dramatisch eingeschätzt habe», sagt Patrick Bösch. «Nach nur einer Woche Training kann noch keine Steigerung erwartet werden», attestierte der Oltner.

Dennoch erkennt er auch Positives, beispielsweise im Umfeld, welches ihn sehr gut aufgenommen habe. «Wir müssen die Umstände einfach so nehmen, wie sie sind und das Beste daraus machen», so Bösch.

Er sieht vor allem Defizite in der Disziplin, der Schnelligkeit und der Spielintelligenz sieht: «Aus jedem Spiel muss man lernen und unter der Woche hart arbeiten – dann geht es vorwärts, wenn auch nur langsam, Schritt für Schritt.»

Neue Spieler gesucht

Trotz der prekären Situation beim FC Grenchen spürt man den Spielern, dem Trainer sowie auch den Fans an, dass ihnen der Verein am Herzen liegt und sie zusammen aus der Krise wollen.

Was momentan noch als Chaos wahrgenommen wird, geht in die richtige Richtung. Neue Spieler, nach denen Trainer Bösch die Augen offen hält sowie konsequentes Training sollen die Mannschaft aus dem Tabellenkeller bringen.

«Die Spieler, die geblieben sind, sind dankbar und wollen die Krise zusammen überwinden», beschreibt Sergej Bagdasarian die Marschrichtung in der Mannschaft.