Eishockey

St. Petersburg in Zuchwil: So verbringen die Weltstars die Vorbereitung

Das russische Starensemble um Ilja Kowaltschuk (2.v.l.) trainiert fleissig im «Move it».

Das russische Starensemble um Ilja Kowaltschuk (2.v.l.) trainiert fleissig im «Move it».

Die Russen schwitzen während der Saisonvorbereitung in der Provinz - mit dabei auch der Superstar Ilja Kowaltschuk. Im Sportzentrum in Zuchwil schätzt Trainer Slawa Bykow vor allem die Infrastruktur auf kleinstem Raum.

Es geht ganz schön zur Sache, wenn im «Move it» die russischen Kleiderschränke ihre Gewichte stemmen. Die Spieler von SKA St. Petersburg machen keine Pausen, setzten sich immer sofort ans nächste freie Gerät und geben Vollgas. «Sie trainieren sehr diszipliniert», stellt auch Walter Onorato anerkennend fest, der als diplomierter Fitnessinstruktor das «Move it» im Sportzentrum Zuchwil leitet.

Mit dem nötigen Humor

Den Humor verlieren die Russen aber auch beim Schwitzen nicht: Während sich rundherum alle grinsend abwenden, merkt ihr Superstar Ilja Kowaltschuk nicht, dass ein Teamkamerad von hinten versucht, ihm «Hörner» aufzusetzen, während die Kamera des Fotografen leise klickt. Schon ein wenig respektlos gegenüber dem Weltmeister von 2008 und 2009, der in der NHL 2010 einen Zwölfjahresvertrag der Atlanta Thrashers über 101 Millionen Dollar ausschlug, um wenig später bei den New Jersey Devils einen Zehnjahresvertrag über 100 Millionen Dollar zu unterzeichnen, von dem er 2013 zurücktrat, um seither für St. Petersburg zu spielen.

Freundlicher Stammgast

Der Kleinste ist der Grösste: Geleitet wird das Training von Wjatscheslaw Arkadjewitsch Bykow, genannt Slawa, der mit seinen 173 Zentimetern und 70 Kilogramm neben seinen Eishockeyspielern gerade zu winzig erscheint und als Kleiderschrank höchstens für ein Kinderzimmer infrage käme. Dass der fünffache Weltmeister heute mit wechselnden Mannschaften zu den Stammgästen in Zuchwil gehört, ist die Schuld eines angefressenen Fans des EHC Fribourg-Gottéron: «Ich studierte in Freiburg und lernte als Journalist Slawa Bykow kennen», erzählt Marcel Siegenthaler, heute Manager des Sportzentrums. Bykow stiess nämlich 1990 zu Gottéron, spielte dort sieben Jahre und ist heute sogar Schweizer Bürger. In dieser Zeit sei eine Freundschaft entstanden, sagt Siegenthaler.

Perfekte Infrastruktur

Und so liefert Slawa Bykow, der 2007 in Freiburg eine Stiftung zur Förderung junger Talente ins Leben rief, in perfektem Französisch eine kleine Liebeserklärung ab: «Nur das Sportzentrum Zuchwil bietet auf so kleinem Raum die ganze Infrastruktur, die wir brauchen. Oben die Hotelzimmer, unten das Fitness, daneben der Rasenplatz und die Eishalle.» Da verliere man keine Zeit mit Transportwegen, sagt Slawa Bykow. «Und dann schätzen meine Spieler auch ganz besonders das Schwimmbad, wo sie sich gerne entspannen und etwas Spass haben.»

Am Donnerstag (19 Uhr) spielt St. Petersburg im Sportzentrum Zuchwil gegen Davos, am Samstag (15 Uhr) in Freiburg gegen Fribourg-Gottéron.

Meistgesehen

Artboard 1