Springreiten
Springreiter Pius Schwizer setzt an der EM aufs Team

An den Europameisterschaften in Dänemark stellt sich Pius Schwizer in den Dienst der Mannschaft. Nach dem Verkauf seiner Spitzenpferde nutzt der Oensinger den Grossanlass für einen Neuaufbau.

Daniel Weissenbrunner
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Pius Schwizer (rechts) und das Schweizer Team mit Steve Guerdat, Janika Sprunger und Paul Estermann (v.l.).

Pius Schwizer (rechts) und das Schweizer Team mit Steve Guerdat, Janika Sprunger und Paul Estermann (v.l.).

Keystone

Die gute Nachricht: Pius Schwizer gehört an den Europameisterschaften im dänischen Herning nicht zum engsten Favoritenkreis. Der Oensinger wird ab Dienstag frei von hohem Erwartungsdruck an den Start gehen. Nach dem Verkauf seiner Spitzenpferde Carlina, Verdi und Powerplay innerhalb weniger Monate, geht es für Schwizer darum, mit Picsou du Chene und Coolgirl Erfahrungen an einem Grossanlass zu sammeln. Ihre Klasse haben die beiden schon verschiedentlich aufblitzen lassen. Stellvertretend stehen der vierte Rang von Piscou du Chene am Weltcup in Bordeaux oder von Collgirl der zweite Platz am GP in Neumünster. Gleichwohl sagt Schwizer: «Es wäre vermessen, von ihnen Wunder zu erwarten.»

Teamgold 2009 in Windsor

Nach dem Aderlass hat Schwizer seine Zielsetzungen entsprechend angepasst. An den Europameisterschaften will er mit seiner Erfahrung das Team tatkräftig unterstützen. Die Schweizer haben in der jüngeren Vergangenheit an den kontinentalen Titelkämpfen verschiedentlich brilliert. 2009 gewann die Mannschaft – mit Pius Schwizer – in Windsor (Eng) letztmals die Goldmedaille.

Guerdat und Sprunger die Schweizer Trümpfe

Auf Schwizers Routine zählt auch Urs Grünig. «Ich bin überzeugt, dass Pius uns die nötige Stabilität geben wird», so der Schweizer Equipenchef. Die ständigen Verkäufe der Pferde haben nicht nur bei den Reitern, sondern auch bei Grünig viel Flexibilität abverlangt. Die Zeiten, in denen er sein Team aus zehn Spitzenpferden zusammenstellen konnten, sind vorbei. Neben Schwizer gab auch Olympia-Reiter Werner Muff seinen Wallach Kiamon ab.

Mit dem Verkauf an den französischen Multimillionär Baron Edouard Etienne Alphonse de Rothschild machte der Luzerner zwar das Geschäft seines Lebens, Muff verlor aber ebenfalls an Substanz und ist in Dänemark nicht dabei. Urs Grünig kann in Herning ein hochkarätiges Team in die Arena schicken. Mit Olympiasieger Steve Guerdat (mit Nino des Buissonnets), Shootingstar Janika Sprunger (Palloubet d’Halong) und Paul Estermann (Castlefield Eclipse) streben die Reitgenossen eine Medaille an. Guerdat und Sprunger ist ausserdem in der Einzelkonkurrenz ein Podestplatz zuzutrauen. «Die beiden befinden sich in hervorragender Verfassung», beurteilt Schwizer den Leistungsstand seiner Teamkollegen.

Dass seine Formkurve ebenfalls nach oben zeigt, hat Schwizer zuletzt an an kleineren Prüfungen in der Schweiz unter Beweis gestellt. In Galgenen und Sursee tankte er mit Siegen die nötige Moral und beschenkte sich gleich selbst. Schwizer feierte am Dienstag seinen 51. Geburtstag.