HC Laupersdorf
Spielertrainer Michael Gerber: «Wir haben bewiesen, dass wir ein Spitzenteam sind»

Der HC Laupersdorf ist zum fünften Mal Schweizer Meister. Die Thaler holen den Titel als Aussenseiter. Spielertrainer Michael Gerber weiss, worauf es ankam.

Leandro De Mori
Drucken
Teilen
2015 haben die Thaler zuletzt den Titel geholt, jetzt ist der HC Laupersdorf wieder Schweizer Meister.

2015 haben die Thaler zuletzt den Titel geholt, jetzt ist der HC Laupersdorf wieder Schweizer Meister.

TOPpictures/Michael Walch

Herzliche Gratulation zum Titel! Sie müssen zünftig gefeiert haben?

Michael Gerber: Vielen Dank. Ja, doch – wir haben ein bisschen gefeiert. Wir sind immer noch dran, mit dem Teil der Mannschaft, der noch nicht in die Ferien verreist ist, sind wir am Grillieren, Biertrinken und geniessen den Titel.

Wie fühlt sich dieser Titel an?

Wie die anderen (lacht). Nein, im Ernst: Nach einer solchen Saison wie dieser ist es natürlich schön, dass wir uns den Titel erkämpfen konnten.

Fühlt sich ein Titel nach einem solchen Kampf anders an, als wenn man die ganze Saison vorne mitgespielt hat?

Ja, es ist schon schöner, wenn man so kämpfen musste. Es ist schon speziell.

Was war die Grundlage zum Meistertitel?

Jeder wollte noch einmal beweisen, dass wir doch besser sind als das, was wir in der Qualifikation gezeigt haben. Wir wollten beweisen, dass wir eben doch ein Spitzenteam sind. Jeder hat gewusst, dass wir eigentlich mehr können. Als wir gegen den Quali-Sieger Embrach das Hinspiel verloren hatten, wussten wir, dass wir gut mitgehalten haben, aber die Tore nicht schossen. Beim Rückspiel wussten wir, dass etwas drinliegt. Jeder wollte weiterkommen. Wir mussten uns viel anhören, sei es durch die Fans oder die anderen Vereine, die auf dir herumsticheln, wenn du eine so schlechte Saison gespielt hast.$

Der Halbfinal gegen Embrach haben Sie überaus knapp gewonnen.

Es war ein grandioses Gefühl, dass wir im zweiten Halbfinalspiel noch gewinnen konnten. Als wir da gewonnen hatten, wussten wir: Jetzt ist alles möglich! Schon beim letzten Titel, den wir 2015 gewonnen haben, hatten wir die genau gleichen Voraussetzungen. Wir haben das erste Spiel gegen Embrach ebenfalls mit zwei Toren Unterschied verloren. Das zweite haben wir dann, wie dieses Jahr, mit drei Toren Unterschied gewonnen und sind dann Meister geworden. Wir mussten uns an diese Situation erinnern.

Was haben Sie im Final richtig gemacht?

Wir hatten die nötige Ruhe. Wir haben gewusst, dass Tuggen stark in der Box spielt. Ihre Defensive spielt wirklich sehr gut. Wenn sie den Puck einmal haben, geben sie ihn nicht so schnell wieder her, spielen fast ein bisschen passiv. Aber: Wir haben uns durch ihr Spiel nicht aus der Ruhe bringen lassen. Den ersten Match haben wir nur so knapp gewonnen, weil wir nicht in Scheibenbesitz waren. Im zweiten Finalspiel war es auch knapp, aber wir wussten: Unsere Chancen werden kommen. Schliesslich war ausschlaggebend, dass wir an uns glaubten und einfach unser Spiel durchgezogen haben.

Mal ganz ehrlich: Haben Sie nach dem 4. Platz in der Quali an einen Meistertitel geglaubt?

Ja, wenn man in die Playoffs kommt, denkt man natürlich schon immer ein wenig daran. Ob man es dann wirklich umsetzen kann, ist das andere. Dass es dann tatsächlich eintraf, ist schon sehr cool und unbeschreiblich.

Sie rutschten gerade noch rechtzeitig in die Playoffspiele und waren zum ersten Mal nicht als haushoher Favorit in die Schlussphase gestartet. Kam das Ihnen recht?

Ich denke, dass es der ganzen Mannschaft gutgetan hat, dass wir die ganze Saison kämpfen und Vollgas geben mussten und es nicht einfach ein leichtes Durchkommen war. Es war wichtig, dass einmal ein anderer Wind wehte und der Mannschaft so einen Ruck gegeben hat.

Diego Schwarzenbach hat in den beiden Finalspielen brilliert. Wie stufen Sie seine Präsenz ein?

Seine Präsenz ist natürlich für die ganze Mannschaft enorm wichtig. Im ersten Spiel war er nicht der Auffälligste. Man merkt aber, dass der Gegner und auch die eigenen Mitspieler anders spielen. Er ist ein Spieler, der den Puck fordert und auch etwas damit anstellen kann. Durch sein Spiel hat man den Kopf frei. Du kannst einfach befreiter aufspielen, wenn er auf dem Feld steht. Er nimmt enorm viel Druck von der Mannschaft. Dabei wollte er ja zuerst nicht spielen. Er kam aber immer zu den Spielen, weshalb wir stets in Kontakt standen. Als er dann doch noch zusagte, war er topmotiviert, besuchte jedes Training. Er hat es durchgezogen.

Aktuelle Nachrichten