Fussball
Spieler ohne Berechtigung: Dicke Luft in der 2. Liga interregional

Mehrere Teams setzen zu spät transferierte Spieler ein – Konsequenzen drohen nicht. Betroffen sind auch die regionalen Teams Langenthal, Subingen und Herzogenbuchsee.

Raphael Biermayr
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In der Gruppe des FC Subingen mit Trainer Patrik Schüpbach (M.) werden Akteure ohne Spielberechtigung eingesetzt – auch von Dietikon (in Rot).bier

In der Gruppe des FC Subingen mit Trainer Patrik Schüpbach (M.) werden Akteure ohne Spielberechtigung eingesetzt – auch von Dietikon (in Rot).bier

In den Gruppen 2, 5 und 6 der 2. Liga interregional sind Fälle von eingesetzten Spielern ohne entsprechende Bewilligung bekannt geworden. Betroffen davon sind in der zweitgenannten Gruppe auch der FC Langenthal, der FC Subingen und Herzogenbuchsee. Während sich für die Solothurner im Falle von Sanktionen nichts an der aussichtslosen Situation im Abstiegskampf ändern würde, sind die Berner im Aufstiegsrennen massgeblich betroffen. Tabellenführer Dietikon hat mit Srdjan Aksic nachweislich in drei Matches einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt. Die Buchser sahen sich im Kellerduell mit Küsnacht direkt mit einem nicht spielberechtigten Akteur konfrontiert. Nach der 1:2-Niederlage stand ihr Abstieg fest. Auf der Vereinshomepage sind sämtliche angeblichen Verfehlungen der Zürcher Teams aufgeführt.

Der Grund für das Chaos sind kürzere Transferfristen für die 1. Liga und 2. Liga interregional, die allerdings schon per 1. Juli 2012 in das Wettspielreglement aufgenommen wurden. Die Dietiker stellen sich auf den Standpunkt, nichts von den Änderungen mitbekommen zu haben. Auch der FC Seefeld und der FC Küsnacht hatten zu spät transferierte Spieler auf dem Matchblatt. Bei Seefeld wussten die Verantwortlichen noch bis zum letzten Sonntag nichts von ihrem Vergehen, ehe Gegner United Zürich Protest einlegte.

Dieser dürfte Konsequenzen haben. In allen anderen Fällen – mindestens zehn – drohen aber keine. Die beim Schweizerischen Fussballverband zuständige Abteilung Amateurliga stellt sich auf den Standpunkt, dass kein fristgerechter Protest eingegangen ist, und stützt sich auf das allseits bekannte Wettspielreglement. Dies teilte die Amateurliga den sich beschwerenden Vereinen – darunter die drei aus der Region – Anfang der Woche per E-Mail mit.

Die sich beschwerenden Klubs argumentieren, nichts von der nicht vorhandenen Qualifikation gewusst zu haben und deshalb auch nicht fristgerecht Protest einlegen gekonnt zu haben. «Uns geht es darum, den Sachverhalt abzuklären. Denn ein Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers hat gemäss dem Reglement eine Forfait-Niederlage zur Folge – Fristen spielen dabei keine Rolle», sagt Langenthal-Trainer Willy Neuenschwander, dessen Team vorgestern dank eines 2:0-Siegs im Direktvergleich bis auf einen Zähler an die Zürcher herangekommen ist. Neuenschwander beteuert: «Es geht mir nicht um Dietikon, sondern um das Prinzip. Von den Vereinen wird Fairplay verlangt, aber der Verband selbst tritt es mit Füssen. Er schützt damit Wettbewerbsverzerrung.» Neuenschwander kündigt an, den Fall weiterziehen zu wollen.

Sicher ist: Die Beschwerden sind nützlich, was die Zukunft anbelangt. Nach Auskunft des Verbands führt die Amateurliga ein Computerprogramm ein, das in solchen Fällen automatisch das Vergehen anzeigt. Damit kann der Verband von sich aus Sanktionen ergreifen. Zusätzlich bitter für die jetzt geprellten Vereine: Die erwähnte Software existiert bereits, wurde aber vorderhand nur in der 1. Liga eingeführt.

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