EHCO-Cup
Spiel verloren, aber gute Erkenntnisse gewonnen: Der EHCO unterliegt den SCL Tigers

Der EHC Olten unterliegt am Heimturnier vor 1382 Zuschauern den SCL Tigers mit 1:5. Der Sieg der Langnauer fiel zu hoch aus. Die Oltner verschenkten unnötig eine Teilnahme am kleinen Final.

Silvan Hartmann
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Hat gute Erkenntnisse gewonnen: EHCO-Trainer Maurizio Mansi.

Hat gute Erkenntnisse gewonnen: EHCO-Trainer Maurizio Mansi.

Bruno Kissling

Der EHC Olten gegen die SCL Tigers – das ist mehr als bloss ein Testspiel «in der kühlsten Klimaanlage der Region an einem hochsommerlichen Abend», wie es der Klub anpries.

Es war ein wahres Derby mit vielen Emotionen und Tempoeishockey. Emotionen, nicht zuletzt, weil im EHCO-Dress mit Daniel Steiner einer gegen seinen langjährigen Verein auflief.

Verletzt und rekonvaleszent

Marco Truttmann, der beste Schweizer Skorer des EHC Olten in der vergangenen Saison, war nach wie vor nicht einsatzfähig. Ob er für das Klassierungsspiel fit wird, ist unklar. "Marco ist sehr wichtig für unsere Mannschaft. Er wird spätestens nächste Woche definitiv fit sein. Wir werden von Tag zu Tag sehen", so Maurizio Mansi gegenüber dem Oltner Tagblatt.

Verletzt ausfallen wird Tryout-Spieler Sahli.Der junge Stürmer wurde im Spiel gegen Iserlohn am Donnerstag von einem blinden Check überrascht und zog sich dabei eine Hirnerschütterung zu. Er fällt mehrere Wochen aus. (sha)

Das Unterzahltor Mäders

Ein Klassenunterschied zwischen dem NLA- und NLB-Vertreter war zu keinem Zeitpunkt der Partie erkennbar.

Im Gegenteil: Es waren die Oltner, insbesondere Captain Stefan Hürlimann, die im ersten Drittel auf das Tempo drückten und die Langnauer immer wieder in Schwierigkeiten brachten.

Der EHC Olten liess sich selbst in einer doppelten Unterzahl - Stefan Mäder und Simon Schnyder sassen auf der Strafbank - nicht aus der Ruhe bringen.

Als schliesslich Mäders Strafe abgelaufen war, zog er nach einem befreienden Pass von Hürlimann alleine auf Langnaus Torhüter Ivars Punnenovs los und versenkte die Scheibe im Tor (12’).

Erst im zweiten Drittel fanden die Tigers in die Partie. Bezeichnend für das bescheidene Spiel der Langnauer, dass sie eine Überzahlsituation benötigten, um den Ausgleich wieder herzustellen.

Das Derby nahm in der 27. Minute so richtig an Fahrt auf, als Oltens Verteidiger Jonathan Ast bei SCL-Leitwolf Chris DiDomenico an der Bande einige kernige Checks austeilte.

Gefrustet von der Oltner Präsenz liess sich der SCL-Provokateur gegen Martin Ulmer zu einer Tätlichkeit hinreissen, wofür er mit zwei Minuten bestraft wurde.

Für einmal diente ein DiDomenico-Ausraster seinen Teamkollegen viel: Es war als der grosse Weckruf zu verstehen. Fortan übernahmen die Langnauer das Spieldiktat.

EHCO-Torhüter Matthias Mischler, der sonst eine überragende Partie ablieferte, liess einen harmlosen Schuss im Slot nach vorne abprallen, wovon Raphael Kuonen zum 2:1-Führungstreffer profitierte.

Nur zwei Minuten später brach Thomas Nüssli in der 44. Minute mit einem Weitschuss in Überzahl spielend den Oltnern das Genick (3:1). Der EHCO konnte daraufhin nicht mehr reagieren. Schirjajew (4:1) und Albrecht (5:1) waren schliesslich für den Schlusspunkt besorgt.

Der Sieg Langnaus geht aufgrund der Leistungssteigerung in Ordnung, wenn auch das Resultat in dieser Höhe doch unverdient war. «Wir spielten zwei Drittel defensiv äusserst diszipliniert, im Schlussdrittel agierten wir zu riskant und liefen prompt ins offene Messer. Die vielen Strafen haben uns den Erfolg gekostet», sagte EHCO-Trainer Maurizio Mansi nach Spielschluss.

Der EHC Olten verschenkte damit die Teilnahme am kleinen Final. Nun wird der EHCO das Heimturnier heute Samstag um 13 Uhr gegen die Krefeld Pinguine abschliessen.

Um 16.30 Uhr folgt das Spiel um Platz 3 zwischen Servette-Genf und Iserlohn. Die Finalaffiche heisst Langnau-Wolfsburg (20.15 Uhr).