Anfang Februar schaffte der EHC Zuchwil Regio souverän den erwarteten Aufstieg in die 3. Liga. Die Mannschaft von Trainer Bruno Hebeisen gewann sämtliche 14 Meisterschaftsspiele, erzielte dabei fast 200 Tore und kassierte insgesamt nur 15 Gegentreffer. «Aus sportlicher Sicht war es die perfekte Saison», blickt Hebeisen zurück.

Als Abschluss der aktuellen Spielzeit stand für die Zuchwiler am Samstagabend noch ein ganz spezieller Match auf dem Programm. Es ging gegen die Eishockey-Delegation aus China, die bereits seit fast einem Jahr in der Schweiz weilt.

Im Zuge eines Förderprojekts des chinesischen Staats als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2022 im eigenen Land. Cao Weidong, der Chef des Eishockeyverbandes, hat die Vision von drei Millionen lizenzierten Eishockeyspielern aus China. Aktuell sind es allerdings gerade mal knapp 600.

Deren 46 davon verbrachten ein ganzes Jahr in der Schweiz. Die Spieler, die zwischen 18 und 22 Jahre alt sind, lebten in Magglingen und pendelten sechs Tage pro Woche nach Zuchwil ins Training. Gecoacht wurde die Delegation aus Fernost vom Schweizer Trainerduo Jakob Kölliker und Alex Reinhard.

Lockeres Trainingsspiel

Der ehemalige EHCO-Sportchef «Köbi» Kölliker sagt im Oktober gegenüber dieser Zeitung: «Das Niveau ist sehr hoch. Es hat einige wirklich gute Spieler darunter.» Damit bezog er sich allerdings auf das A-Team mit den «richtigen» Eishockeyspielern. Das B-Team bestand dagegen aus Quereinsteigern, die vom Feld- und Rollhockey kamen. Auch sie sollen den Eishockeysport in der Heimat populärer machen.

EHC Zuchwil Regio - Nationalmannschaft China

EHC Zuchwil Regio - Nationalmannschaft China

Mit diesem B-Team massen sich die Spieler des EHC Zuchwil Regio, um die Saison ausklingen zu lassen. Es wurde ein lockeres Trainingsspiel für «Zuchu». Die zudem noch dezimierten Chinesen konnten ihre technischen und schlittschuhläuferischen Mängel nicht verbergen.

Powerplay trotz bei nummerischem Gleichstand

Sie wurden vom Schweizer Drittligisten dominiert, obwohl dieser praktisch gänzlich auf Körperkontakt verzichtete. «Wir wollten keine Verletzungen mehr riskieren», erklärt Hebeisen. «Den Spielern habe ich vor dem Match gesagt, sie sollen diesen Abschluss geniessen und Spass haben auf dem Eis.»

Dies war denn auch offensichtlich der Fall. Die Zuchwiler nahmen sich zuerst zwar etwas zurück, führten bis zur 30. Minute aber trotzdem ungefährdet mit 3:1. 15 Sekunden vor der zweiten Drittelspause erhöhten die Zuchwiler auf 4:1. Sie spielten phasenweise Powerplay bei nummerischem Gleichstand.

Schwächer als erwartet

Auch im dritten Abschnitt, in dem sie drei weitere Tore nachlegten. Das Tor zum 6:1 gelang sogar in Unterzahl. «Ich habe sie stärker erwartet und war dementsprechend enttäuscht», blickt Bruno Hebeisen zurück. Er nennt sogleich die Gründe für den schwachen Auftritt der Gäste: «Ein paar Spieler waren verletzt und die vier Besten sind bereits mit Köbi Kölliker nach China gereist. Die anderen werden wohl keine Chancen auf einen Platz im Olympia-Team haben.»

Das Testspiel an sich war für Zuchwil also eher ein Ärgernis. Bruno Hebeisen und Co. wurden dafür bereits vor dem Match mit einem emotionalen Moment entschädigt: Der Verabschiedung des langjährigen Spielers Marc Pfister, der beim EHCZR neu als Sportchef waltet.

In Anwesenheit seiner Frau und einem seiner beiden Söhne erhielt Pfister ein gerahmtes Trikot überreicht. «Er hat diesen Moment absolut verdient», sagt Hebeisen. «‹Pfusi› und ich gingen gemeinsam durch dick und dünn. Er ist mein bester Freund. Wir haben jahrelang zusammen für Zuchwil Regio gespielt. Ich bin glücklich, dass er uns als Sportchef weiterhin unterstützt.»