Fussball 2. Liga
Später Schock zum Saisonauftakt: Grenchen kassiert in der 93. Minute den Ausgleich

Der meistgenannte Titelkandidat gibt zum Auftakt der 2.-Liga-Saison gegen Trimbach zwei Punkte ab. So musste der FC Grenchen nach zweimaliger Führung in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen. Derweil schlägt Aufsteiger Oensingen den FC Bellach.

Raphael Wermelinger
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Samuel Zayas sorgte in der 52. per Elfmeter für die 1:0-Führung für den Gastgeber FC Grenchen, der sich am Ende mit einem Punkt begnügen musste.

Samuel Zayas sorgte in der 52. per Elfmeter für die 1:0-Führung für den Gastgeber FC Grenchen, der sich am Ende mit einem Punkt begnügen musste.

Hansjörg Sahli

Sichtlich enttäuscht sass Grenchens Trainer Perparim Redzepi nach dem ersten Saisonspiel noch mehrere Minuten auf der Bank. Sein Team gab gegen den FC Trimbach in der Nachspielzeit eine 2:1-Führung und damit den Startsieg aus der Hand. «Von den Chancen her hätten wir schon lange 3:0 oder 4:0 führen müssen», sagte er. «Beim zweiten Gegentor kurz vor Schluss haben meine Spieler ihre Defensivarbeit nicht erledigt», nannte er einen weiteren Knackpunkt.

Eine Mitschuld an der Niederlage trage auch das Schiedsrichter-Trio: «Bei uns wurde jede Kleinigkeit abgepfiffen. Und das 1:1 der Trimbacher war ein klares Abseits.» Der FC Grenchen hat hohe Ansprüche in dieser Saison. Nicht nur die Konkurrenten sahen den Stadtklub vor dem Saisonstart in der Poleposition auf den Titel.

Auch Sportchef Max Rüetschli hatte unterstrichen, dass der FCG unbedingt in die 2. Liga inter will. Diese oder dann sicher nächste Saison. «Wer will denn schon nicht aufsteigen», klingt es in den Worten von Trainer Redzepi. «Unser Kader ist top. Wir werden konzentriert weiterarbeiten, und ich bin sicher, dass wir bis zum Schluss der Meisterschaft ganz vorne mitreden werden.»

Schwacher Beginn

Die ersten 45 Minuten der neuen Meisterschaft boten den Zuschauern im Stadion Brühl noch wenig Erquickendes. Beiden Teams war die Nervosität vor allem in der Startviertelstunde deutlich anzumerken. Stockfehler und schlecht getimte Steilpässe in die Spitze prägten das Geschehen. Das Heimteam war bemüht, das Spieldiktat in die Hand zu nehmen. Doch alles ging noch zu langsam und die Laufwege funktionierten nicht.

Noch keine zwanzig Minuten waren gespielt, als sich FCG-Trainer Perparim Redzepi nach dem gefühlten zehnten Abseits seiner Elf fürchterlich aufregte. Dies zeigte Wirkung. Endlich konnte sein Team für so etwas wie Torgefahr sorgen. Ressil tankte sich auf dem rechten Flügel durch, doch Büschi wusste mit der Hereingabe nichts anzufangen.

In der 28. Minute folgte die zweite Chance für die Grenchner, Captain Hügli schob den Ball aus der Drehung am Pfosten vorbei. Vier Minuten vor der Pause hätte das 1:0 fallen müssen. Nach einem Diagonalzuspiel von Büschi kam der Ex-Solothurner Zayas frei zum Abschluss, verfehlte das Gehäuse mit seinem Linkschuss aber um Zentimeter.

Trimbach-Trainer Cafer Suna reagierte in der Halbzeit mit einem Doppelwechsel, brachte im Mittelfeld und in der Spitze jeweils neue Kräfte. Am Geschehen auf dem Platz änderte sich dadurch indes noch nichts. Im Gegenteil, mit dem Pfostenschuss durch Alimusaj kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Grenchner dem Tor noch näher. Kurz darauf fiel das erste Saisontor des FCG. In der 51. Minute konnte sich Trimbachs Schulthess nur noch mit einem Foul behelfen. Zayas verwandelte den Penalty zur längst verdienten Führung für den Favoriten.

Verrückte fünf Minuten

Das 1:0 hielt zum Entsetzen des Grossteils der Zuschauer keine zwei Minuten. Es war ein glücklicher Ausgleich für die Gäste. Ein von der FCG-Abwehr geblockter Abschluss landete genau vor den Füssen von Baumgartner, welcher alleine – und zumindest stark abseitsverdächtig – vor Goalie Leuenberger stand und zum 1:1 einnetzte.

Wiederum nur zwei Minuten später war die Welt für den FC Grenchen wieder in Ordnung, als dem aufgerückten Innenverteidiger Ramani nach einem Eckball per Kopf das 2:1 gelang. Dies war das Ende von fünf verrückten Minuten mit drei Toren.

Weil Zayas in der 70. Minute die Entscheidung verpasste und aus spitzem Winkel ins Aussennetz schoss statt querzulegen, mussten die Grenchner trotz klarer Feldüberlegenheit weiter zittern. «Wir sind lange Zeit geschwommen», musste auch Trimbach-Trainer Cafer Suna zugeben. «Hätten sie das 3:1 erzielt, wäre die Sache gegessen gewesen.»

Gegen Ende des Spiels sei seine Equipe aber immer besser geworden und habe sich Chancen erspielt. In der 75. Minute schoss Ademovic aus rund 18 Metern knapp am Kasten vorbei. Drei Minuten später scheitere Sandro Schalt aus praktisch identischer Position an Leuenberger.

Den wichtigen Punkt ergatterten die Trimbacher schliesslich dank einem katastrophalen Fehlpass des FCG-Goalies in der Nachspielzeit. Dieser landete bei Sandro Schalt, welcher rechts raus zu Baumgartner spielte, und dessen Hereingabe verwertete wiederum Schalt zum späten Ausgleich.

«Das fühlt sich wie ein Sieg an», freute sich der Matchwinner der Niederämter. «Sie waren spielerisch sicher überlegen, doch wir standen clever und waren effizient.» Sein Team habe bis zum Schluss gekämpft und sich schliesslich mit dem späten Tor belohnt. Auch Trainer Suna zeigte sich «absolut zufrieden» mit dem Remis. «Wir brauchen sicher noch Zeit, bis die Automatismen sitzen. Aber für das erste Spiel war es schon recht gut.»

2.-Liga-Rundschau: Aufsteiger Oensingen schlägt Bellach

Der Aufsteiger FC Oensingen, der in den letzten zwei Saisons von der 4. in die 2. Liga durchmarschiert war, startete mit einem 3:1-Heimsieg gegen Bellach in die neue Saison. Nach dem 0:1-Pausenrückstand sorgte Bojan Djuric mit einem Doppelpack in der zweiten Halbzeit für die Wende zugunsten der Bechburg-Elf. Der Neo-Oensinger Borislav Jankovic, der vom FC Klus/Balsthal kam, sorgte in der 88. Minute für die Entscheidung.

Auch der zweite Aufsteiger, der FC Lommiswil, verkaufte seine Haut teuer. Für einen Punktgewinn reichte es gegen den FC Subingen, den Absteiger aus der 2. Liga inter, allerdings nicht. Aaron Sperisen avancierte mit seinem Treffer in der 76. Minute zum Matchwinner für die Subinger. Es war das einzige Tor der Partie.

Am torreichsten war das Spiel zwischen Iliria und Härkingen. Oumaray und Stecher brachten die Gäuer mit zwei längen in Vorsprung. Sulejmani (39.) und ein Eigentor des FCH (45.) sorgten für den vermeintlichen ausgeglichenen Pausenstand. Doch der Härkinger Schaller hatte etwas dagegen und brachte seine Farben in der Nachspielzeit wieder in Front. In der zweiten Halbzeit stellte Oumaray mit seinem zweiten Treffer des Abends die Zwei-Tore-Führung wieder her. Für den Absteiger Iliria reichte es in der Folge nur noch zum Anschlusstreffer in der 90. Minute.

Den höchsten Sieg des ersten Spieltags feierte der SC Blustavia. Die Stadt-Solothurner bezwangen den FC Welschenrohr auswärts mit 3:0. Syfrig lenkte das Spiel bereits in der 4. Minute in die richtigen Bahnen für „Blusti“. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit erhöhte Spring per Elfmeter auf 2:0, Oetterli traf in der zweiten Halbzeit zum 3:0-Schlussresultat. Mit einem Unentschieden musste sich der Zweite der letzten drei Saisons, der SC Fulenbach zum Auftakt gegen den FC Mümliswil begnügen. Fabian Wyss legte in der 44. Minute für den SCF vor, in der 58. Minute gelang den Guldentalern der Ausgleich.

In der zweiten Runde vom kommenden Wochenende trifft Blustavia auf Grenchen (Sa, 17.00), Bellach auf Subingen (Sa, 18.00) und Trimbach auf Lommiswil (Sa, 18.30). Am Sonntag empfängt Mümliswil den FC Iliria (11.00), Oensingen den SC Fulenbach (14.00) und Härkingen den FC Welschenrohr (14.30). (raw)