Nach den beiden 5. Schlussrängen 2015 und 2016 gings bei Volley Schönenwerd dieses Jahr mit dem 3. Platz wieder aufwärts. Wie lautet Ihr Saisonfazit?

Es ist schön, dass wir die Bronzemedaille gewinnen konnten. Somit haben wir unser Saisonziel, einen Platz unter den besten drei der NLA, erreicht. Meiner Meinung nach wäre aber noch mehr dringelegen. Der verpassten Finalqualifikation trauere ich immer noch etwas nach. Ich war fest davon überzeugt, dass wir Näfels im Halbfinal schlagen können. Es waren enge Spiele, in denen kleine Details entscheidend waren. Näfels konnte uns in dieser Saison aber sechsmal besiegen und stand daher sicher verdient im Final.

Die Ausgangslage war nicht einfach. Im Sommer kams zum grossen Umbruch: Mit Rocamora, Kollo, Guerra, Peterlin und Chevallier stiessen gleich fünf neue Leistungsträger zum Team.

Es war eine extrem schwierige Ausgangslage. Vor allem wegen des Rücktritts von unserem jahrelangen Topskorer Jan Schnider. Sportchef Daniel Bühlmann ist es aber gelungen, tolle und spektakuläre Spieler zu verpflichten. Die Abgänge konnten kompensiert werden, die neuen Spieler schlugen ein. Vor allem Daniel Rocamora und Kristo Kollo waren Glücksgriffe. Wenn mir am Ende der letzten Saison jemand gesagt hätte, dass wir 2017 NLA-Dritter werden und mit Rocamora den MVP der Liga stellen, hätte ich mit «hervorragend» geantwortet. Mit dem Resultat müssen wir zufrieden sein. Doch wie gesagt, wenn man die Spiele gesehen hat, muss man festhalten, dass wir noch mehr hätten erreichen können.

Mit Zharko Ristoski stand heuer zudem ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Wie beurteilen Sie seine Arbeit?

Zharko ist eine absolute Bereicherung für den Verein. Er arbeitet sehr professionell und ist ambitioniert. Beeindruckt und gefreut hat mich aber auch, wie er sich ins Vereinsleben integriert hat. Er ist kontaktfreudig, war an vielen Vereinsanlässen dabei und hat sich nicht nur für die NLA-Equipe, sondern auch die Nachwuchsteams interessiert.

Philipp Noever (2.v.l.) beim Spatenstich der Betoncoupe Arena.

Philipp Noever (2.v.l.) beim Spatenstich der Betoncoupe Arena.

Wird es diesen Sommer erneut zu vielen Mutationen kommen oder hält man am bestehenden Kader fest?

Der Sportchef steht natürlich in ständigem Kontakt mit den Spielern, die Gespräche laufen. Doch zuerst müssen wir die Saison jetzt auch etwas sacken lassen. Es wird auf jeden Fall wieder Änderungen geben. Da es bei uns jeweils nur Einjahresverträge gibt, ist es normal, dass es zu Wechseln kommt. Wir werden versuchen, den Grossteil der Spieler zu halten, wollen aber auch die Integration von eigenen Junioren weiter forcieren. Es ist nicht unser Ziel, immer mit vier Ausländern zu spielen. Diese Saison war es wegen den Abgängen von Schnider und Gerber halt einfach nicht anders möglich.

Welches waren abgesehen von NLA-Bronze die Höhepunkte der Saison?

Das grosse Highlight war ganz klar der Spatenstich der Betoncoupe Arena im März. Das ist das Ereignis, an das wir uns in ein paar Jahren erinnern werden, wenn wir an die Saison 2016/17 zurückdenken. Ich bin erstaunt, wie schnell es seit letztem Monat mit dem Bau vorwärtsgeht. Die Vorfreude, am 1. Januar 2018 in die neue Halle einziehen zu können, steigt von Tag zu Tag.

Welchen Effekt erhofft sich der Verein durch den Bau der eigenen Halle?

Es ist fast ein bisschen eine Neulancierung des Klubs. Dass unsere Teams in den letzten Jahren auf so viele Hallen und Dörfer verteilt trainieren und spielen mussten, hat ein soziales Vereinsleben, wie wir es uns wünschen, erschwert. Jetzt bekommen wir endlich unsere Heimstätte, die hauptsächlich als Begegnungsstätte und Mittelpunkt des Vereinslebens dienen soll. Zudem hoffe ich, dass die neue Halle noch mehr Zuschauer anlockt. Wir wollen ihnen mit der neuen Halle ein attraktiveres Gesamtprodukt bieten. Das Erlebnis Volleyballmatch soll deutlich gesteigert werden.

Wann ist der erste grosse Titelgewinn fällig für Volley Schönenwerd?

Wir waren schon ganz nah dran, verloren aber den Cupfinal. Damals sagte ich, dass wir den Titel nun halt in der neuen Halle holen. Wir werden nie das grösste Budget aller NLA-Teams haben und es wird eine besonders erfolgreiche Teamzusammenstellung und Wettkampfglück brauchen, um einen Titel nach Schönenwerd zu holen. Doch wir probieren es jedes Jahr von Neuem.