Interclub
Spass und Geselligkeit werden gross geschrieben bei Oltens 1.-Liga-Frauen

Das Timing ist perfekt: Just auf das 100-jährige Bestehen des Vereins tritt der TC Olten in der diesjährigen Interclub-Saison mit drei Frauenteams in der 1. Liga an. Mit ganz unterschiedlichen Erwartungen allerdings.

Tobias Schalk
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Frauenpower beim TC Olten: Die drei Teams haben alle das gleiche Ziel, den Ligaerhalt in der obersten Regionalliga.

Frauenpower beim TC Olten: Die drei Teams haben alle das gleiche Ziel, den Ligaerhalt in der obersten Regionalliga.

Tobias Schalk

Pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum des TC Olten setzt die Frauenabteilung zum Höhenflug an. Zum einen präsentiert sich der Damenbereich in einer neuen Breite: In der Vorsaison konnten zum ersten Mal drei Frauenteams angemeldet werden. Zum andern kommt auch der sportliche Erfolg nicht zu kurz. Auf die Saison 2013 hin wird der TCO neu mit drei Equipen in der 1. Liga vertreten sein. Seit Jahren dort etabliert ist das Frauen I. Über die Abstiegsrunde, notabene gegen jüngere und besser klassierte Gegnerinnen, hatte das Fanionteam die Zugehörigkeit zur obersten Regionalliga für ein weiteres Jahr sichergestellt. Das Feld in der 1. Liga komplettieren die Frauen II und III. Denn gleich beide letztjährigen 2.-Ligistinnen haben den Aufstieg realisiert. Während das «Zwöi» eine überragende Saison hinlegte und auch in den Aufstiegsspielen dem Gegner keine Chance liess, durfte das Frauen III die Promotion, nach knapper Niederlage in den Aufstiegsspielen, schliesslich am grünen Tisch feiern. Für beide Gruppen kam der Aufstieg überraschend, starteten sie in der vergangenen Saison doch erstmals in diesen Formationen. Ursprünglich existierten zwei Frauen-Equipen. Aufgrund des grossen Spielerinnen-Zuwachses hatte man beschlossen, ein drittes Team zu gründen.

Die Erwartungen, Ziele und Prognosen der drei Teams unterscheiden sich entsprechend. Das Fanionteam hat den erneuten Ligaerhalt ins Auge gefasst. Die Hoffnung ist es, diesen über Aufstiegsspiele zu bewerkstelligen, um bereits früh für Sicherheit zu sorgen. Für die zweite und dritte Equipe ist der Ligaerhalt hingegen eher Dürfen als Müssen. Man ist noch zu unerfahren auf 1.-Liga-Niveau. Beim Frauen III hat man gar die böse Vorahnung, dass einem bald die Filzbälle um die Ohren geknallt werden. Für alle drei Teams, besonders aber für die Neo-1.-Ligistinnen gilt, dass die 1. Liga eine grosse Herausforderung ist. Denn der Sprung von der 2. in die 1. Liga ist sehr gross.

Einerseits ist die Gegnerschaft, was das Ranking anbelangt, meist besser klassiert und andererseits oft auch noch jünger. Das Ranking sei aber nicht besonders aussagekräftig: «Neben dem Interclub nehmen wir selten an Turnieren teil und haben darum weniger Möglichkeiten, Punkte zu sammeln.» Daraus resultiere, dass die Stadtoltnerinnen im Ranking eher unter- denn überbewertet sind. Um auf das oftmals kraftvolle Spiel von jungen Gegnerinnen eine Antwort parat zu haben, versuchte man in der Winterpause sich entsprechende Mittel anzutrainieren. So will man in Zukunft offensiver auftreten. Damit sollen die Gegnerinnen auch mal unter Druck gesetzt werden und damit verbunden deren Rhythmus gebrochen werden.

Realistischerweise ist davon auszugehen, dass die Abstiegsrunden wohl nicht vermieden werden können. So sei ein allfälliger Abstieg denn auch keine Tragödie, meint Corina Gebauer, Captain der Frauen III. Ihre Kollegin vom Frauen II, Daria Hof-Schwarzentruber, hält aber fest: «Wir wollen nicht einfach antreten, um gleich wieder abzusteigen.» Der Leistungsgedanke sei vorhanden, doch sei der Stellenwert von Spass und Geselligkeit genauso gross. Ein schöner Aspekt dieses freundschaftlichen Miteinanders ist das gemeinsame Nachtessen mit den Interclub-Gegnerinnen nach der Partie. Jeweils das Heimteam lädt den Gegner zum Essen ein. Weniger im Einklang stehen die Oltnerinnen mit Wettergott Petrus. Öffnet er seine Schleusen, ist auf dem Heimplatz im Schöngrund an Tennisspiel nicht zu denken. So machte das regnerische Wetter den Damen in den letzten Saisonvorbereitungen des Öfteren einen Strich durch die Rechnung. Das Sandplatz-Training nach dem Fototermin mit dem OT fiel jedenfalls ins Wasser.