2. Liga
Souveräner Auftritt der Fulenbacher gegen ein desolates Wangen bei Olten

Es war ein wunderbarer, lauer Frühlingsmorgen, auf dem Fulenbacher Bad. Ideal zum Fussballspielen. Aber die Gäste aus Wangen bei Olten waren um 10 Uhr in Gedanken ganz offensichtlich noch daheim im Bett. So gewinnt der SC Fulenbach gleich mit 5:0.

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Wangens Wayne Corti kann im letzten Moment vor dem Fulenbacher Ramon Affentranger befreien.

Wangens Wayne Corti kann im letzten Moment vor dem Fulenbacher Ramon Affentranger befreien.

HPS

Die Fulenbacher dagegen waren von der ersten Sekunde an wach, und bereit, alles zu geben. Sie eroberten einen Ball nach dem anderen, weil die Wangner viel zu lange überlegten. Bis diese endlich wussten, was sie wollten, rollte schon wieder der nächste Angriff der Platzherren aufs Tor.

Und das hatte auch rasch Folgen. Jonas Wyss eröffnete in der 6. Minute den Torreigen, Yves Ehrenbolger legte in der 8. Minute das 2:0 nach. Und es hätte im Fünfminutentakt weitergehen können, wenn die Fulenbacher ihre Chancen besser genützt hätten.

So brachte in der 23. Minute Ramon Affentranger eine Hereingabe von Olivier Ferrat nicht im leeren Tor unter, und kurz vor der Pause scheiterte die Nummer 10 des SCF bei einem Konter alleine vor Wangens Goalie Salem Fahdy. Ramon Affentrangers Zeit kam gleich nach dem Seitenwechsel, als er auf 3:0 erhöhte. Beim 4:0 spielte er einen «verzuckerten» Pass auf Ehrenbolger.

Neue Spielkultur

Und Wangens Torchancen? Rouven Corti und Mingiedi Kiala kamen je einmal gefährlich vors Fulenbacher Tor, als der Match schon längst entschieden war. Kurz vor Schluss erhöhte dann Fabian Wyss noch auf 5:0 – und genau so souverän war auch der verdiente Sieg.

Wegen «schlechter Kommunikation» haben sich der SC Fulenbach und Trainer Marcel Bargetzi vor rund einem Monat getrennt und René Scherz, der für die nächste Saison vorgesehen war, übernahm die Verantwortung. Fit waren die Fulenbacher schon, aber nun ist es ihm in dieser kurzen Zeit gelungen, ihnen einen anderen Stil beizubringen: Mit einem gepflegten Kurzpassspiel legt Fulenbach das Image der reinen Kämpfertruppe ab.

Dazu kamen noch ein paar Umstellungen, die einschlugen. So ist zum Beispiel Ramon Affentranger in die Sturmspitze vorgerückt und schiesst Tore am Laufmeter. «Die Bälle nach vorne hauen und dann hinterherrennen, das mag ich nicht», sagt Scherz. «Ich will von hinten heraus aufbauen lassen.» Wie konnte er das seinen Jungs so schnell beibringen? «Die konnten das schon», sagt Scherz. «Es war nur eine Frage des Selbstvertrauens, und das ist mit jedem Spiel gewachsen.»

Wangen mit schlechten Karten

Auf der anderen Seite war die Enttäuschung gewaltig. Mit einer Serie von fünf Siegen und zwei Unentschieden konnte sich Wangens «Zwöi» vom letzten Platz hocharbeiten, aber jetzt sieht es im Kampf gegen den Abstieg wieder ganz schlecht aus. «Es standen dieselben Spieler wie zuletzt im Einsatz, aber vielleicht ist ihnen die gute Serie in den Kopf gestiegen», analysierte Spielertrainer Benjamin Huber die desolate Leistung. «Aber ich gebe noch nicht auf. Wir können es noch schaffen.»