Swiss League
Souverän zum 5. Sieg in Serie: EHC Olten untermauert Fortschritte mit kaum gefährdetem Erfolg bei EVZ Academy

Mit 4:1 bezwingen die Oltner die EVZ Academy und holen damit die nächsten wichtigen drei Punkte in der Meisterschaft. Die Powermäuse zeigten weitgehend eine starke Leistung. Nur die Effizienz im Abschluss hatte gefehlt, um diese Partie früher zu entscheiden. Den Schlusspunkt der Partie setzte Topscorer Dion Knelsen mit seinem Shorthander.

Marcel Kuchta
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Trainer Fredrik Söderström und der EHC Olten gewinnen zum fünften Mal in Serie.
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Eishockey, Swiss League, 17. Runde, EVZ Academy - EHC Olten (29. Oktober 2019)
Dominic Weder behauptet sich am Puck.
Evgueni Chiriayev wird von seinem Gegenspieler unter Druck gesetzt.
Alban Rexha hat nur die Scheibe im Auge.
EVZ-Academy-Spieler Devin Stehli (l.) und EHCO-Spieler Alban Rexha (r.) im Laufduell um den Puck.
Keijo Weibel (l.) sorgt für Unruhe im Drittel der Hausherren.
Trainer Fredrik Söderström ärgert sich über das Mitteldrittel. Der EHC Olten vergibt Topchancen und kassiert sogar den Anschlusstreffer.
Der EHC Olten schafft es im zweiten Drittel nicht, Torhüter Zaetta zu bezwingen.
Lukas Haas (r.) beschäftigt die Zuger in ihrem Drittel.
Daniel Eigenmann (l.) lanciert einen Angriff.
Trainer Fredrik Söderström dürfte mit dem ersten Drittel zufrieden sein. Der EHC Olten führt mit 2:0 gegen die EVZ Academy.
Evgueni Chiriayev holt sich wie Diego Schwarzenbach einen Assist-Punkt zum 2:0.
Garry Nunn bringt den EHC Olten in Führung.
Spezielle Affiche für Jérôme Lanz: Er trifft auf seinen Ex-Verein.
Mit vollen Einsatz versucht Dominic Weder (l.) den Puck aufs Tor zu bringen.

Trainer Fredrik Söderström und der EHC Olten gewinnen zum fünften Mal in Serie.

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Glücklich der Trainer, der nach dem fünften Sieg in Serie seiner Mannschaft noch nach dem Haar in der Suppe suchen darf! EHCO-Headcoach Fredrik Söderström nahm die Gratulationen für die nächsten drei Zähler auf dem Punktekonto der Powermäuse zwar gerne entgegen, betonte aber im nächsten Atemzug: «Ich war ein wenig unzufrieden nach dem zweiten Drittel. Nicht wegen taktischen oder spielerischen Belangen. Sondern deshalb, weil wir nicht mehr mit der richtigen Mentalität ans Werk gingen. Für uns ist es inakzeptabel, punkto Arbeitseinstellung schummeln zu wollen. Wir fühlten uns nach dem sehr guten ersten Drittel offensichtlich zu sicher.»

Mit seiner Einschätzung hatte der Schwede nicht ganz Unrecht, dennoch darf man sie auch als «jammern auf hohem Niveau» bezeichnen. Was vor allem eines zeigt: Der EHC Olten ist auf dem Weg, seinem Anspruch als Spitzenteam der Swiss League gerecht zu werden.

Beim 4:1-Sieg bei der EVZ Academy, einem Kontrahenten, gegen den die Oltner schon oft schlecht ausgesehen haben, zeigte die Söderström-Truppe –von ein paar Durchhängern abgesehen – eine reife Leistung.

Fehlende Chancenauswertung im zweiten Drittel

Vor allem das erste Drittel war sehr gut. Der EHCO nahm sofort das Spieldiktat in die Hand und setzte damit die Vorgaben des Trainers überzeugend in die Tat um: «Wir haben schon vor dem Spiel gesagt, dass wir uns nicht ihrem Level anpassen dürfen, sondern unsere Qualitäten ausspielen müssen. Zeigen, dass wir das talentiertere, routiniertere Team sind und das Geschehen kontrollieren.»

Garry Nunn belohnte die Oltner mit einem wunderbaren Treffer im Powerplay zum 1:0. 1,3 Sekunden vor der ersten Drittelspause erhöhte Riccardo Sartori auf 2:0 für die Gäste. Die Zweitoreführung war fast ein zu karger Lohn für eine konzentrierte und disziplinierte Darbietung.

Doch dann kam die Phase, an der Fredrik Söderström keine Freude hatte. Die Oltner agierten tatsächlich etwas sorgloser und weniger zielstrebig. Vergaben in der Offensive reihenweise beste Gelegenheiten, liessen dafür die Zuger aber auch mehr gewähren, so dass der Anschlusstreffer durch Stoffel nicht ganz unlogisch war.

Die Vorgaben sehr gut umgesetzt

Wie gefestigt eine Mannschaft ist, lässt sich aber immer auch daran ablesen, wie sie auf Widerwärtigkeiten zu reagieren vermag. Der EHCO tat dies im letzten Drittel wieder mit Klasse.

Erst nutzte einer der vier Zuger Rückkehrer in Reihen der Oltner, Janis Elsener, eine Unaufmerksamkeit in der Academy-Defensive zu seinem ersten Treffer im grünweissen Dress. Für die Entscheidung waren schliesslich die beiden Oltner Kanadier Garry Nunn und Dion Knelsen besorgt. In Unterzahl zogen die beiden Legionäre unwiderstehlich davon und verwerteten den Konter auf sehenswerte Art und Weise.

Mit dem fünften Meisterschaftssieg in Serie haben sich die Oltner nun in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Und noch viel wichtiger: Die Mannschaft spielt mit einem klaren Plan, setzt die taktischen Vorgaben der Trainer um und agiert entschlossen.

Noch erfreulicher ist die Perspektive, dass am Donnerstag im Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht Ticino Rockets mit Anthony Rouiller und Stan Horansky zwei langzeitverletzte Schlüsselspieler mit grösster Wahrscheinlichkeit ihr Comeback geben werden. Dann hat Fredrik Söderström sogar die Qual der Personalwahl.

Telegramm

EVZ Academy - Olten 1:4 (0:2, 1:0, 0:2)

Bossard Arena. – 234 Zuschauer. – SR: Gäumann/Ströbel (Micheli/Huguet). – Tore: 14. Nunn (Wyss; Ausschluss Barbei) 0:1. 20. (19:59) Sartori (Schwarzenbach, Schirjajew) 0:2. 25. Stoffel 1:2. 44. Elsener 1:3. 49. Knelsen (Nunn; Ausschluss Elsener!) 1:4. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen EVZ. 4-mal 2 Minuten gegen Olten.

EVZ Academy: Zaetta; Capaul, Wüthrich; Auriemma, Stampfli; Brunner, Gurtner; Graf; Stoffel, Schwenninger, Oehen; Volejnicek, Döpfner, Stehli; Eugster, Lust, Luca Wyss; Schwab, Schleiss, Barbei.

Olten: Matthys; Philipp Rytz, Lüthi; Eigemann, Elsener; Sartori, Maurer; Heughebaert; Silvan Wyss, Knelsen, Nunn; Schwarzenbach, Schirjajew, Haas; Weibel, Rexha, Weder; Fogstad Vold, Rudolf, Lanz; Salzgeber.

Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Horansky (beide rekonvaleszent), Weisskopf (krank) und Truttmann (überzählig).

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