Beach-Soccer
Solothurns Träume sind alles andere als auf Sand gebaut

Solothurn ist auf dem Weg nach oben. In Birr besiegte der Suzuki-League Neuling Dietikon und Jona. Damit geben sich die Beach-Fussballer aber nicht zufrieden. Sie wollen noch mehr.

Pius Rüegger
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Rainer Bieli (rechts) erzielte insgesamt drei Tore für die Solothurner und war massgeblich an den Erfolgen beteiligt. Roland JAUS

Rainer Bieli (rechts) erzielte insgesamt drei Tore für die Solothurner und war massgeblich an den Erfolgen beteiligt. Roland JAUS

Roland Jaus

Der am 1. März 2009 gegründete Beach-Soccer-Club Solothurn ist auf gutem Weg, sich in dieser neuen Trend- und Eventsportart in seiner ersten Saison in der obersten Liga zu etablieren. Die Solothurner holten in Birr gegen Illyrian Dietikon (5:4) und Jona (6:3) überraschend das Punkte-maximum.

Der Neuling überraschte nicht nur im Sand, sondern ebenso mit dem routinierten Super- und Challenge-League-Rasenprofi Rainer Bieli als Verstärkung. «Ich wurde über Facebook von Präsident Micha Rusterholz angefragt, ob ich Zeit und Lust hätte», sagte der gebürtige Kestenholzer. «Mir kam diese Schnapsidee, weil ich mit Bielis Mutter zusammenarbeite und er sagte mir spontan zu», freute sich der BSCS-Spieler-Präsident über den gelungenen Coup. «Bieli hat sich rasch angepasst und hat gegen Illyrian mit einem sowie gegen Jona mit zwei erzielten Toren einen guten Start erwischt», ergänzte er. Die Ambiance bei Solothurn spricht den momentan vereinslosen Gäuer an. «Ich möchte weiterhin beim Rasenfussball bleiben, suche nicht etwas Kurzfristiges, sondern wäge ab, was in den nächsten Jahren längerfristig möglich ist», umschreibt Bieli seine Zukunftsperspektiven.

Team soll verstärkt werden

Zukunftsperspektiven wälzt auch Präsident Micha Rusterholz. «Wir haben einen Dreijahresplan und möchten uns konstant nach vorne arbeiten. Wenn alles gut läuft, können wir in drei Jahren Schweizer Meister werden», ist Rusterholz überzeugt. Dazu soll das Kader mit bestandenen Erstliga-Rasenfussballern aufgewertet und in der Region Solothurn ein entsprechendes Feld erstellt werden. «Zurzeit trainieren wir in Burgdorf und das hindert uns, eine Juniorenmannschaft aufzubauen», sagt der KV-Angestellte. Die Stadt Solothurn hat eine Absage erteilt. Jetzt wartet Rusterholz auf eine Zusage aus einer Regionsgemeinde. «J+S hat uns eine Beteiligung von 35 Prozent an die Gestehungskosten von 60000 bis 80000 Franken zugesagt», gibt sich der Präsident zuversichtlich.

Team zeigt Moral

Diese Zuversicht schöpft er auch aus der sportlichen Leistung. Am Samstag gegen Illyrian Dietikon lagen die Solothurner nämlich nach einem katastrophalen ersten Drittel 0:3 in Rücklage. «In der Pause passierte etwas, das uns grossen Auftrieb gab. Ich appellierte an die Spieler, einander mehr Respekt zu zeigen und sich kompromisslos füreinander einzusetzen. Schliesslich wissen wir, dass wir nur über den Kampf gewinnen können», sagte der 27-jährige Rusterholz nach dem Spiel. Und die Pausenansprache zeigte offensichtlich Wirkung: Solothurn zeigte Moral und kam wie verwandelt aufs Feld zurück – es gewann am Ende mit 6:3. «Gegen Jona lieferten wir eines der besten Spiele seit unserem Bestehen.» Nach den relativ unerwarteten Siegen liegt Solothurn momentan auf dem sechsten Rang der Suzuki League.