Zum grossen Coup, einer Final-Qualifikation, fehlten dem Aussenseiter an der Finalrunde schlicht die Spieler. Mit dem Deutschen Simon Greul und den beiden Österreichern Johannes Ager und Thomas Schiessling erhielten drei der vier Ausländer keine Freigabe von ihren deutschen Bundesliga-Clubs, sodass Solothurn gegen Favorit Ried Wollerau mit dem letzten Aufgebot und erstmals mit Patrick Käser (N4) aus der erfolgreichen 1.-Liga-Mannschaft antreten musste. «Die Halbfinal-Niederlage ist logisch und erwartet, aber wir haben uns erneut nach Kräften gewehrt und verdiente Punkte geholt. Wir lassen uns die Freude über unsere Leistungen nicht schmälern», sagt Derendinger, der auch Coach ist.

Violas Reiselust

Ein Beispiel für die Verbundenheit mit dem Club lieferte Solothurns Nummer 1, Matteo Viola, der am Dienstagabend nach dem Sieg gegen Nyon nach Venedig zurückfuhr und am Donnerstag mit seinem Manager via Genua - er holte sich auf dem russischen Konsulat ein Visum - nach Winterthur fuhr, den Halbfinal spielte und noch am Samstag nach Deutschland in die Bundesliga weiterfuhr.

«Solche Spieler brauchen wir auch in Zukunft, wenn wir als Aussenseiter den Favoriten weiterhin ein Bein stellen wollen», sagt Derendinger. Viola gab auch in Winterthur seine Visitenkarte ab, stundenlange Autofahrten hin oder her: Mit seinem Drei-Satz-Sieg gegen Wolleraus Nummer 1, Julian Riester, holte er sich seinen fünften Einzelsieg in Folge.

Den zweiten Einzelpunkt holte Mathieu Guenat gegen den weitaus besser klassierten Ivo Minar. Viola, der sympathische und kampfstarke Italiener, liegt in der Wertung der besten Einzelspieler hinter dem letztjährigen Solothurn-Ausländer Philipp Oswald auf Rang 2 mit zehn Siegen in elf Einsätzen (je fünf im Einzel und Doppel). Und das auf der Position als Nummer 1. Derendinger freut sich, dass Viola bereits signalisiert habe, auch nächstes Jahr wieder in Solothurn spielen zu wollen. «Wir lassen ein paar Tage vergehen, werden uns aber relativ schnell bereits an die Planung der kommenden Saison machen.»

Keine Finanz-Kapriolen

Finanziell sei man in Sachen NLA-Interclub am Anschlag, dubiose Abenteuer werde man keine eingehen. «Wir werden kaum besser klassierte und damit logischerweise auch teurere Spieler verpflichten können, es sei denn, die Mehrausgaben würden durch neue Sponsoren gedeckt», stellt Derendinger klar. Wichtiger ist ihm und seinen Helfern die «familiäre Atmosphäre im Team und im Klub.

Die Mannschaft ist der Star, nicht ein einzelner.» Das hat das Team gezeigt mit einer Reihe von aussergewöhnlichen Siegen. So führt der TCS die Doppelwertung (ohne Finalrunde) mit elf von möglichen 15 Siegen klar vor Eaux-Vives, Wollerau und Cologny an.

Die grosse Identifikation mit dem temporären Arbeitgeber ist in der Interclub-Meisterschaft und anderen vergleichbaren WettBewerben beileibe nicht immer der Fall. «Selbst Spielern wie Simon Greul, denen es im Einzel gar nicht nach Wunsch lief, und deren Selbstvertrauen arg gebeutelt wurde, haben sich im Doppel jeweils aufgefangen und Punkte geholt, von denen wir vor dem Interclub-Start nur geträumt haben,» hält Derendinger fest.