Die Ernüchterung und Enttäuschung bei Spielern, Staff und den in grosser Zahl nach Münsingen gereisten Solothurner Fans war nach dieser 0:3-Schlappe und dem verpassten Aufstieg in die Promotion League gross. «Wenn wir in Führung gegangen wären, wären wir aufgestiegen. Wir haben die grösseren Chancen gehabt. Wir müssen es nun aber nehmen, wie es ist», analysierte Trainer Dariusz Skrzypczak.

Kritisch beurteilte er die zweite Halbzeit. «Spieler, die das Spiel hätten entscheiden können, brachten nicht das, was wir uns gewünscht haben; nach vorne ist nicht mehr so viel gegangen», fasste der 50-Jährige zusammen. «Heute hat fast nichts gepasst. Es ist uns leider nicht gelungen, ein Tor zu machen», ergänzte der UEFA-Pro-Trainer.

«Die Mannschaft hat es über die ganze Saison toll gemacht»

«Kopf hoch, nach vorne schauen und positiv denken», sagte der Pole. Für ihn überwog das Erfreuliche: «Die Mannschaft hat es über die ganze Saison toll gemacht. Wir hatten eine gute Mischung zwischen Jungen und Älteren. Dies gibt uns Mut für die Zukunft», die Skrzypczak weiter mitgestalten möchte. «Zuerst geht es in die Ferien, dann werden wir analysieren und schauen, wie stark wir sind. Ich hoffe, dass es gelingt, möglichst viele Spieler und dadurch die Kontinuität zu halten», bemerkte der Solothurner Übungsleiter.

Für Captain Marc Du Buisson ist die erste Halbzeit «sehr gut verlaufen, nur das Tor fehlte». Für ihn hatten die verletzungsbedingten Auswechslungen der Routiniers Stauffer und Hasanovic grossen Einfluss auf die zweite Hälfte. «Es ist weniger gelaufen und wir konnten uns über aussen nicht durchsetzen», stellt der 25-Jährige fest. «Nach dem 0:1 wollten wir ein Tor machen, haben aber nicht alles nach vorne geworfen, weil wir kein zweites Tor kassieren wollten; wir wollten wenigstens in die Verlängerung», ergänzte der Sportstudent.

«Wir sind dem Aufstieg wieder einen Schritt näher gekommen»

Du Buisson sah in dieser Saison trotzdem viel Gutes. «Wir sind dem Aufstieg wieder einen Schritt näher gekommen und wir hatten eine super Saison», sagt er. «Wir dürfen uns nicht beschweren, denn wir hatten verschiedene Spiele, die auf unsere Seite gefallen sind, wobei uns heute etwas der ultimative Wille gefehlt hat», ist der Spielführer froh um die Pause.

«Es ist eine Riesenenttäuschung, nach solch einer Saison den Aufstieg zu verpassen», gestand Raphael Koch. «In der ersten Halbzeit haben wir praktisch nichts zugelassen, deshalb ist unser Zusammenbruch umso unverständlicher; ich hatte das Gefühl, bei uns passte in der zweiten Halbzeit nichts mehr und wir waren deswegen alle schockiert», gab sich der 28-Jährige kritisch. «So drei Tore zu erhalten, ist unverständlich; wenn man so eine zweite Halbzeit spielt, hat man den Sieg nicht verdient», sagte der ehemalige Super League-Spieler.

Doppelter Abschied für Raphael Koch

«Es gilt nun dies einzuordnen und einzuschätzen. Trotz allem war es eine Supersaison. Es war schön, wie wir die Leute in der Region begeistern konnten, dies puschte uns», bedauerte Koch den verpatzten Abschluss. Für ihn ist es ein doppelter Abschluss: «Ich höre auf, weil ich mich beruflich weiterbilde, im August Prüfungen bevorstehen und ich die Vorbereitungen dazu wegen des Fussballs nicht länger zurückstellen kann.»