Handball

Solothurn/Grauholz holt gegen Horgen nur ein Unentschieden

Solothurns Luca Mühlemann tankt sich durch.

Solothurns Luca Mühlemann tankt sich durch.

Viel Unglück, rote Karten und Penaltys beschreiben das Spiel. Die SG Solothurn/Grauholz kommt gegen Tabellennachbar Horgen nicht über ein 27:27-Unentschieden hinaus.

Mit zwei Niederlagen in Folge reiste Horgen zum kapitalen Spiel um den NLB-Klassenerhalt in die Kantonshauptstadt Solothurn. Die Einheimischen von der SG Solothurn/Grauholz hingegen hatten ihre letzten beiden Spiele gegen höher dotierte Gegner zuletzt gewonnen. Es war ein Zusammentreffen gezeichnet von guten Spielszenen, vielen Unterbrüchen, Nervosität und Hektik – und die Partie endete so, wie sie begonnen hatte: mit einem Schrecken.

Der Erste Schreck kam nach 50 Sekunden in Form eines Penaltys für Horgen: Jan Tatarinoff wehrte den 7-Meter jedoch ab. Den ersten Treffer zum 1:0 für die Gastgeber erzielte Valentin Striffeler in der vierten Minute. Zwei Zeigerumdrehungen später stand Luca Mühlemann alleine vor dem gegnerischen Tor und doppelte nach. Der Tabellennachbar holte in der neunten Minute dann mit einem zweiten Penalty auf; doch Tom Althaus schoss wenige Sekunden später zum 4:3 für die Einheimischen ein. Von da an behielt Solothurn/Grauholz bis zum Ende der ersten Hälfte die Nase vorn. Die SG zeichnete sich durch geschicktes Zusammenspiel und blitzartige Konter aus: Oliver Zimmermann und Namensvetter Räz erzielten in der 23. und der 26. Minute jeweils einen Treffer. Damit ging Solothurn/Grauholz, vielversprechend, mit 14:10 in die Pause.

Dass es sich beim viertletzten Spiel der Meisterschaft um einen erbitterten Abstiegskampf handelte, wurde in der zweiten Halbzeit deutlich: Verwarnungen, Penaltys und ein Fighten um jede Spielsekunde prägten das Geschehen. Derlei liessen die Gäste den 4-Tore-Vorsprung der Solothurner innert 16 Minuten auf 21:19 schrumpfen.

Die Luft wurde dicker , Hektik machte sich bei beiden Mannschaften breit. In der 48. Minute gab es die ersten Disqualifikationen: Samuel Hubacher musste beim Spielstand von 22:19 vom Feld. Wenige Sekunden später zog auch der Zürcher Luka Denic nach. Nach drei Penaltys für Horgen innerhalb von vier Minuten spitzte sich die Situation zu. Solothurn-Trainer Zsolt Toth nahm in der 58. Minute sein Timeout. Danach ging es Schlag auf Schlag: Striffeler erzielte sein achtes Tor, Horgen konterte und rückte in der 59. Minute auf 26:27 heran. Vier Sekunden vor Schluss gab es im Strafraum der SG Solothurn/Grauholz je eine Disqualifikation und zwei zusätzliche Sekunden Nachspielzeit. Die Gäste nutzen die Möglichkeit und glichen so buchstäblich in letzter Sekunde zum 27:27-Endstand aus.

«In der zweiten Halbzeit waren wir viel zu nervös. Es war ein Auf und Ab», sagte Martin Beer. Unnötige Hektik sei aufgekommen und man reagierte vermehrt auf Provokationen. «Uns fehlte es am nötigen Glück und wir haben viele Chancen ausgelassen. Drei Minuten vor Schluss lagen wir noch mit drei Toren vorne. Die Nachspielsekunden habe ich gar nicht verstanden, wir waren überrascht», meinte Assistenztrainer Zlatko Portner.

Am kommenden Samstag trifft die Spielgemeinschaft auf den Tabellenzweiten Suhr Aarau. Gegen die Aargauer will dann nicht nur Claude Müller «Vollgas geben», sondern auch Sandro Sieber: «Auch wenn der Gegner auf dem Papier vermeintlich stärker ist», sagen sie. «Ende Saison kann alles passieren.»

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