Handball

Solothurn/Grauholz erleidet totalen Schiffbruch

Die Handballer von Solothurn/Grauholz unterliegen in Biel sang- und klanglos mit 17:31.

Wer wegen der sintflutartigen Regenfälle fünf Minuten verspätet in Biel eingetroffen war, der hätte genauso gut zu Hause bleiben können. Denn das mit Spannung erwartete Derby in der NLB war zu diesem Zeitpunkt schon entschieden. Biel lag mit 4:0 in Führung, und was deutlicher war: Solothurn/Grauholz wirkte zahm, hilflos und hatte eigentlich schon Schiffbruch erlitten, bevor es losgegangen war. Lustlos warf man sich den Ball zu und wartete nur darauf, bis die viel wacheren Gegner dem müden Treiben ein Ende setzten. Anders die Bieler, die mit Vinzenz Schläfli einen Aggressivleader und mit Niklas Etter einen unbarmherzigen Realisator in ihren Reihen hatten.

Der Mann des Spiels war eindeutig Biels Goalie Patrick Rohrbach. Er hielt in der Startphase alles und kaufte so den Solothurnern den Schneid ab. «Ich war gegen meinen Stammverein besonders motiviert», sagte der Zweimetermann am Ende. «Wir haben uns mittels Videoanalyse auf dieses Schlüsselspiel vorbereitet und ich wusste immer, wie die Solothurner schiessen würden.» So eingestellt warteten die Bieler defensiv eingestellt an der Linie auf die Angriffe. Die zuletzt hochgelobten Solothurner Rückraumwerfer fanden nie eine Lücke, und die Kreisläufer konnten gar nicht erst angespielt werden.

Hoffentlich nur ein Ausrutscher

Das Schicksal nahm seinen Lauf: 4:0, 7:2, 14:7. Und wer sich nach der Pause auf ein Aufbäumen der Solothurner freute, der wurde enttäuscht. Die Bieler setzten sich mit Vollgas weitere vier Tore ab: 18:7, 24:11, 31:17. Dazu kam ein Platzverweis von Samuel Hubacher wegen Reklamierens. Aber auch wenn die Schiedsrichter die überharten Schwingereinlagen der Bieler am Anfang laufen liessen, für dieses Solothurner Debakel müssen sie nicht die Verantwortung übernehmen. «Es war eine Frage der Einstellung», analysierte Solothurns Trainer Zlatko Portner. «Verteidigung und Angriff waren schlecht, wir machten technische Fehler und zeigten keinen Einsatz. Alles war heute schlecht.» Von einer Krise will Portner aber nicht sprechen. «Ich hoffe, dass das ein Ausrutscher war, und bin zuversichtlich, dass meine Spieler aus dieser Blamage die Lehren ziehen werden. Ohne die richtige Einstellung kann man in der Nationalliga B nur verlieren.»

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