Erst wenige Tage ist es her, seit bekannt gegeben wurde, dass das Team Solothurn per Ende Saison aus der Nationalliga A zurückgezogen wird. Entsprechend gespannt waren die Zuschauer auf die Reaktion der Mannschaft gegen das auf einem Playoff-Platz gelegene Team des SC Uni Basel. Wer dachte, dass dies ein Kehrausspiel werden würde, der wurde eines Besseren belehrt. Drei der vier Doppel-Matches konnten die Ambassadoren für sich entscheiden. Im zweiten Männereinzel erkämpfte sich der Solothurner Josh Neil gegen den um einige Köpfe grösseren Dänen Kasper Oedum einen souveränen 21:17- und 21:9-Sieg. In einem weiteren Einzel-Duell zwischen Michael Lahnsteiner und Luka Petric zog Erstgenannter mit 12:21 und 22:24 nur knapp den Kürzeren. «Man hat heute gesehen, dass das Team immer noch voll motiviert ist und eine gute Stimmung herrscht. Die Spielerinnen und Spieler haben gekämpft und gegen ein starkes Team unentschieden gespielt – Hut ab», freut sich Carlos Prieto, Trainer der Solothurner. Obwohl die Zukunft der Teammitglieder noch ungewiss ist, haben sie den ersten Schock verdaut. Das Solothurner Urgestein Monika Fischer erklärt die Situation folgendermassen: «Wir wollen die Saison versöhnlich beenden und unsere beste Leistung abrufen. Was nach der Saison kommt, hat keine Priorität.»

Ausländerregelung ungenügend

Den Rückzug der Solothurner bedauern nicht nur sie selber, sondern auch der Trainer des Liga-Konkurrenten Uni Basel Rémy Matthey de L’Etang: «Es ist natürlich schade. Die Politik des Verbandes ist sicherlich zu wenig restriktiv in Bezug auf die Ausländerregelung – diese ist ausgeartet.» Der momentane Zweitletzte der Liga ist jedoch nicht das erste Team, das aus finanziellen Gründen aussteigen muss. «Vor drei Jahren erlebten wir dasselbe in Basel. Es wäre besser, wenn man mit weniger Ausländern auskommen müsste», ist sich der Ex-Solothurner Matthey de L’Etang sicher.

Auffangbecken Uni Basel?

Über ihre Zukunft müssen sich die Spielerinnen und Spieler aber bereits jetzt Gedanken machen. «Es ist schwierig, da die anderen Teams zuerst die Saison zu Ende spielen müssen», ist die Wahlwienerin Fischer realistisch. «Erst dann können ernsthaft Kontakte geknüpft werden», fügt sie an. Die Badminton-Elite in der Schweiz sei überschaubar und man kenne sich, betont auch Trainer Prieto. Ein gutes Verhältnis pflegen die Solothuner zum Gegner vom letzten Wochenende Uni Basel. Vielleicht wird der eine oder andere bald in der Rheinstadt heimisch sein. Basels Trainer Matthey de L’Etang hält sich aber noch bedeckt: «Einige trainieren schon diese Saison ab und zu mit uns. Natürlich kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob ein Wechsel vonstattengehen wird, da zuerst die sportliche sowie finanzielle Situation geklärt werden muss. Aber es gibt sicher interessante Spieler.» Bevor die Vereinsfarben gewechselt werden, gilt es aber, auch das nächste Spiel auswärts gegen das Team St. Gallen-Appenzell erfolgreich zu gestalten. Ob mit oder ohne den an der Achillessehne verletzten Christian Bösiger, für Coach Prieto ist das Ziel klar: «Wir wollen die Saison nicht als Letzte beenden.»