Snowboard
Solothurner Snowboarder schnuppert am olympischen Traum

53 Athletinnen und Athleten wurden von Swiss Olympic für das Olympische Winterfestival der Europäischen Jugend EYOF in Rumänien selektioniert. Mit dabei ist auch Snowboardcrosser Sandro Perrenoud aus Steinhof

Carla Stampfli
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Sandro Perrenoud unterwegs im FIS-Rennen von Sedrun.

Sandro Perrenoud unterwegs im FIS-Rennen von Sedrun.

Dass der 16-Jährige talentiert und erfolgreich ist und hoch hinaus will, ist unbestritten. Dass ein Solothurner zum Snowboardsport gefunden hat, mag auf Anhieb vielleicht unüblich erscheinen – nicht aber wenn man seine Geschichte kennt: Weil die Familie in Zweisimmen eine Ferienwohnung besass, wurden die Berge für Sandro Perrenoud schnell einmal zur zweiten Heimat.

Schon als Dreijähriger stürmte er die Pisten auf den Skis, mit fünf wechselte er – vom Können der älteren Boardern beeindruckt – zum Snowboarden. Drei Jahre später wurde er Mitglied des Skiklubs Niederbipp und als zehnjähriger fuhr er die ersten Schülerrennen für die Snowboardregion Nordwestschweiz, eines der grössten Regionalkader der Schweiz.

In Davos nahe an der Piste

Die Leidenschaft für das Snowboarden wuchs von Jahr zu Jahr, sein Ehrgeiz ebenso. Selbst dann noch, als die Familie nicht mehr nach Zweisimmen in die Ferien fuhr. Sandro Perrenoud wusste aber genau, dass das Snowboarden seine Welt bleiben würde: «Mir war schnell einmal klar, dass mir Snowboarden nicht nur Spass machen sollte, sondern dass ich auch gut werden will», erklärt der 16-Jährige. Aus diesem Grund entschloss er zusammen mit seinen Eltern, auf die Karte Sport zu setzen.

Nun besucht er seit 2010 das Sportgymnasium in Davos, wo er das Internatszimmer mit einem anderen Athleten teilt. Im Winter hat er am Morgen Unterricht, am Nachmittag trainiert er – je nach Wochenplan – in Davos, Saas Fee oder Sedrun und an den Wochenenden fährt er Europacup, FIS-Rennen oder andere Wettkämpfe. Viel Zeit für Hobbys bleibt dem Snowboardcrosser bei diesem strengen Programm nicht übrig, und wenn er einmal eine Verschnaufpause hat, dann verbringt er diese bei seiner Familie zu Hause in Steinhof oder übt sich im Taekwondo.

Die Entscheidung, die Sportklasse zu besuchen, hat sich für seine noch junge Karriere ausbezahlt: Perrenoud wurde Schweizermeister in der Kategorie U14 und U16, er ergatterte sich einen Platz im C-Kader von Swiss Snowboard und befindet sich aktuell auf dem dritten Platz der Weltrangliste nach FIS-Punkten seines Jahrgangs.

Extrem nervös vor den Wettkämpfen

Dass er zu den Besten gehört, das will er vom 17. bis 22. Februar anlässlich des Olympischen Winterfestivals der Europäischen Jugend zeigen: «Unter die Top vier zu gelangen könnte ein realistisches Ziel sein. Natürlich gibt es auch Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Das Rennen hängt zum Beispiel auch von den drei anderen Fahrern ab, die mit mir starten. Stürzt einer, könnte das Rennen für mich gelaufen sein.» Obwohl es bislang sein wichtigster Wettkampf sein wird, hat er sich nicht speziell oder anders darauf vorbereitet.

Der Snowboardcrosser wird – wie immer an Rennen – auch im rumänischen Brasov sicher «extrem nervös» sein. Für ihn gilt es darum einmal mehr, nicht auf die anderen zu schauen, aggressiv zu fahren, auf die eigene Linie konzentriert zu bleiben und ganz wichtig: «Wissen, dass ich es kann». Dass sich Sandro Perrenoud seiner Sache und seinem Talent sicher sein kann, das hat er schon damals als kleiner Bub bewiesen, als er allen um die Ohren fuhr.