Herrschten bei den Trainings am Freitag noch windige Verhältnisse, so meinte es die Wetterfee am Wochenende besser, ein laues Lüftchen und strahlende Sonne lockten zahlreiche Sportbegeisterte an die Aare.

Der Sonntag war der Tag des Slaloms. 61 Wettkämpfer von Kanuclubs aus der ganzen Schweiz fuhren auf dem 500 Meter langen Flachwasserslalom um die Wette. Die Grenchner Kanufahrer, die vorwiegend mit Helfen und Organisieren beschäftigt waren, nahmen nicht teil. Den Parcours absolvierten die Kanuten und Kanutinnen in mehreren altersgetrennten Kategorien.

Elegant oder halt mit der Brechstange schlängelten sich die Teilnehmenden durch die 18 Stangen hindurch. Am Erfolgreichsten schnitten die Nidwaldner ab, die sich 16 von insgesamt 51 Medaillen sicherten. Angeführt von den Geschwistern Jonah und Hannah Müller (zusammen sieben Medaillen) dominierte der Kanuclub, der vor allem auf den Nachwuchs setzt, mehrere Kategorien.

Die glasklare Tagesbestzeit realisierte der Genfer Nikolas Stanik mit etwas mehr als sieben Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten, Jonah Müller. Stanik flog in seinem zweiten Lauf quasi durch die Stangen, ihm unterlief nicht ein einziger Fehler.

Ebenfalls fehlerlos blieb Lokalmatadorin Melanie Mathys, die sich den Titel als Aaremeisterin sicherte. Die Solothurnerin ihrerseits, die in ihrem jungen Alter bereits zweifache Gesamtweltcupsiegerin und U23-Weltmeisterin ist, hatte nicht einen ganz so grossen, mit rund vier Sekunden aber doch beachtlichen Vorsprung auf die zweitplatzierte Frau, Selina Shreshta.

Plauschwettkampf am Samstag

Viele Wettkämpfer vom Sonntag schöpften das ganze Wochenende aus und nahmen auch am Plauschwettkampf vom Samstag teil. Auf dem Stand-up Paddle beherrschten einige die vier Stangen mehr als andere, es gab viele, die zum ersten Mal auf einem SUP standen. Immer wieder plumpste jemand in die Aare und musste sich zurück aufs Paddle hieven, um den Lauf zu beenden. Dies minderte die Freude aber nicht im Geringsten, wenn man schon nass war, konnte man ja auch gleich im Wasser bleiben. Als beliebtes «Reiseziel» stellte sich die Brücke heraus, dauernd sprang jemand vom Geländer in die Aare, sogar Saltos gab es zu betrachten.

Am Samstagabend stand dann die Neuauflage des Grenchner Aare Race auf dem Programm. Hier massen sich fünf Teams in einem Zehner-Kanadier, den sie mit je sechs Personen füllten. In insgesamt vier Läufen plus Finallauf ermittelten sie auf den verschieden ausgelegten Strecken die Gewinner. Das gemeinsame und gleichmässige Paddeln entpuppte sich als schwierige Angelegenheit, mit Wille und Energie gaben die Teilnehmenden alles her, was sie hatten. Noch heute werden wohl so einige Arme schmerzen, verständlich, wenn man bedenkt, wie viel Kraft auch nur ein Lauf braucht.