Beim Primus im Kanton, dem FC Solothurn, wurde Samuel Scheidegger vor vier Jahren zum neuen Präsidenten gewählt. Der damals erst 29-Jährige übernahm das FCS-Ruder während einer schwierigen Phase. «In der 1. Liga waren wir hinten ab, kämpften gegen den Abstieg», erinnert er sich. «Finanziell sah es ähnlich aus. Aber alles im machbaren Bereich.» Das Pensum war am Anfang seiner Amtszeit dementsprechend hoch: «Bis zu vierzig Prozent. Das lag damals zeitlich noch drin. Jetzt ist es vielleicht noch ein 10-Prozent-Job. Auch weil wir die Stellen erhöht und die Aufgaben besser verteilt haben.»

Vor allem die Themen Sponsoring und Finanzierung sind omnipräsent bei einem Präsidenten, sagt Scheidegger. Der «Job» sei generell vielfältig. «Langweilig wird es mir definitiv nicht. Ein sehr wichtiges Thema ist bei uns die Zusammenarbeit mit den Partnervereinen wie dem FC Basel. Da stehen wir in ständigem Austausch.» Scheidegger legt grossen Wert darauf, «gute Kollegen» im Vorstands-Boot zu wissen. Eine gute Truppe zusammenzuhaben, sollte nicht unterschätzt werden: «Wir machen das in unserer Freizeit und ehrenamtlich. Die Stimmung muss gut sein, sonst fehlt die Motivation.»

Obwohl er immer noch Spass hat, ist das Ende der Ära Scheidegger beim FC Solothurn absehbar. Er wird am Ende der laufenden Amtszeit, Mitte 2020, zurücktreten. «Ich bin mir nicht so sicher, ob es leicht wird, einen Nachfolger zu finden. Obwohl es eine spannende Aufgabe bei einem gut organisierten Verein ist – mit einer Spitzen-Nachwuchsabteilung.»

Samuel Scheidegger (FC Solothurn): «Wir machen das in unserer Freizeit und ehrenamtlich. Die Stimmung muss gut sein, sonst fehlt die Motivation.»

  

Warum hat er sich damals des Präsidiums angenommen? «Weil ich eine enge Bindung zum FC Solothurn, zur Stadt und zur Region habe.» Samuel Scheidegger spielte selber für den FC Solothurn, erlebte eine «super Zeit» und wollte deshalb dem Verein «etwas zurückgeben».

Im fünften Amtsjahr

Bei Remo Zamarian tönt vieles identisch. Er ist Präsident beim aktuellen Zweitliga-Tabellenführer und zeitgleich dienstältesten Klub der höchsten Regionalliga, dem SC Fulenbach. Seine Aktivkarriere beim Sportclub endete mit 28 verletzungsbedingt viel zu früh, dafür hatte er im Vorstand schon erste Funktionen (Beisitzer und Vizepräsident) inne. Er gönnte sich allerdings zwischendurch eine Auszeit, bis er 2012 für das OK des Solothurner Cupfinals angefragt wurde. «Ich war sofort begeistert. Wir haben einen erfolgreichen Cupfinal in Fulenbach durchgeführt und ich entschied mich, wieder im Vorstand mitzuhelfen», schildert er.

Mittlerweile steht Zamarian im fünften Amtsjahr als Präsident. Bereut hat er seinen Entschluss nie, aber es gib Momente, in denen er sich fragt, wieso er es macht. «Wenn im Beruf viel läuft zum Beispiel», sagt er. «Man muss viel Zeit investieren, doch der Aufwand lohnt sich. Die andere Seite überwiegt. Wenn die Junioren und Eltern zufrieden sind, die Aktiv-Mannschaften Erfolg haben und du einfach gute Leute um dich hast. Das gibt viel zurück.» Sorgen bereitet ihm momentan vor allem das Thema Schiedsrichter. Diese seien immer schwieriger zu finden. «Sie sind eine sehr wichtige Komponente. Neue Schiedsrichter zu finden, ist eine grosse Herausforderung für die Klubs.»

Remo Zamarian (SC Fulenbach): «Wenn die Junioren und Eltern zufrieden sind, die Aktiv-Mannschaften Erfolg haben und du einfach gute Leute um dich hast. Das gibt viel zurück.»

  

Wie lange er noch Fulenbach-Präsident ist, lässt er offen, sagt aber auch, dass er mit der Arbeit und der Weiterentwicklung noch nicht fertig ist. Ob man im Extremfall auf die Schnelle einen Nachfolger für ihn finden würde, weiss er nicht mit Sicherheit. Seiner Meinung nach ist genug Potenzial vorhanden im Umfeld des SC Fulenbach, jegliche Abgänge und Ausfälle zu kompensieren. «Die anderen Ämter sind nämlich genauso wichtig. Es braucht einen funktionierenden Vorstand, in dem alle am gleichen Strick ziehen.»

In doppelter Funktion

Eine spezielle Situation herrscht in Subingen. Daniel Wiedmann spielt mit der ersten Mannschaft in der 2. Liga inter und ist seit August auch Präsident des Klubs. «Ich war vier Jahre Vizepräsident und bin jetzt nachgerutscht», so der 31-Jährige. «Ich will den Verein unterstützen und mache das gerne. Man lernt auch sehr viel dazu.» Der Aufwand sei vor fünf Jahren noch grösser gewesen. Mittlerweile wird das Sekretariat des Klubs von einer externen Firma geleitet. «Den administrativen Teil, mit dem viele andere Klubs Mühe haben, konnten wir dadurch eliminieren.»

Im Fanionteam hält Wiedmann weiterhin die Knochen hin. Und solange er etwas bewirken könne und die richtige Person für das Amt sei, bleibe er Subingen-Präsident. «Man verdient dabei nichts. Aber das Amt bringt einem eine gewisse Genugtuung. Viel Spass, aber auch Aufwand gehören dazu.»

Daniel Wiedmann (FC Subingen): «Man verdient dabei nichts. Aber das Amt bringt einem eine gewisse Genugtuung. Viel Spass, aber auch Aufwand gehören dazu.»

Daniel Wiedmann (FC Subingen): «Man verdient dabei nichts. Aber das Amt bringt einem eine gewisse Genugtuung. Viel Spass, aber auch Aufwand gehören dazu.»

Beim FC Dulliken (2. Liga inter) hat in den vergangenen Jahren Ueli Schenk vieles im Alleingang geregelt. Nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Peter Walker im Jahre 2012 übernahm er das Zepter bei den Niederämtern. Weil er beim FC Dulliken die schönsten acht Jahre als Trainer erlebt hatte und mittlerweile langjährige Weggefährten kennen lernte. «Wie habe ich das gemacht, als ich noch gearbeitet habe?», fragt er sich heute. «Teilweise sind es bis zu 30 Stunden pro Woche. Ich mache ja auch das Matchprogramm und viele andere Sachen.»

Ueli Schenk (FC Dulliken): «Bevor wir ein neues Klubhaus haben, höre ich nicht auf. Und dann sicher auch nicht gleich. Ich will es ja noch benutzen.»

  

Zeit benötigen aktuell zudem die Gespräche mit Gemeinde und Politikern. Auf dem Sportplatz Ey sind Sanierungsarbeiten notwendig. «Bevor wir ein neues Klubhaus haben, höre ich nicht auf. Und dann sicher auch nicht gleich. Ich will es ja noch benutzen», sagt Schenk. «Ich mache mir auch keine Sorgen wegen meiner Ablösung. Ich denke aber, dass es nicht am Präsidenten ist, den Nachfolger zu finden.»