Fussball 1. Liga

Solothurner fehlte es am Glauben an sich: Der Aufstiegsaspirant verliert den Spitzenkampf gegen Baden mit 0:2

Loic Chatton und der FC Solothurn müssen gegen Baden einmal mehr tauchen - den Spitzenkampf verlieren sie auswärts mit 0:2.

In der elften Runde der 1. Liga trifft der FC Solothurn auswärts im Spitzenduell auf den FC Baden. Im Esp muss die Mannschaft von Jürg Widmer gegen die eingespielten Badener eine 0:2-Niederlage hinnehmen. Dem Team fehlt dabei vor allem der Mut.

Überraschend konnte Solothurn den positiven Faden aus dem Schötz-Kantersieg in Baden nicht weiter spinnen. Obwohl die Gäste in der neunten Minute zur ersten Chance der Partie kamen, verstanden sie es nicht, darauf aufzubauen.

Chatton schoss Baden-Hüter Bonorand in die Hände. Mathys eröffnete seinem Captain diesen Abschluss nach einer Kombination von Stauffer und Hunziker. Beide Teams waren bestrebt, mit spielerischen Mitteln aufzuwarten.

In der 16. Minute strich ein Weilenmann-Versuch am rechten Pfosten vorbei. In der gleichen Minute verpasste Mast mit seiner Direktabnahme ebenso den Führungstreffer. Mit einer Idealvorlage zu Flankengeber Chatton war er selbst Mitvorbereiter.

Solothurn ohne Überzeugung

Baden gelang es mehr Druck aufzubauen. Die Gastgeber schufen sich mit ihrem Speed Raum für ihre Vorstösse. So auch in der 27. Minute: Schär flankte von links zu Weilenmann, der den Ball aus vollem Lauf ungehindert übernehmen konnte. Dieses 1:0 war ein Produkt seiner Doppelrolle als rechter Aussenverteidiger und -läufer. 

Dieser Treffer war symptomatisch für den Spielaufbau der Aargauer. Die Ambassadoren konnten nur reagieren, statt agieren. Auch dies gelang ihnen nur halbherzig. Sie gingen zu wenig in die Zweikämpfe. Auch die angepasste Taktik, den Gegner vorzeitig abzufangen, ging nicht auf.

«Wir haben zu wenig an uns geglaubt, wir zeigten zu wenig Mut, zu wenig positive Aggressivität; es fehlte uns an Entschlossenheit und Konsequenz», musste Solothurns Trainer Jürg Widmer eingestehen.

Die Solothurner Viermann-Defensive wurde gefordert. Mit seiner Faustabwehr zum dritten Badener Eckball parierte Bähler einen Muff-Schuss (40.). Nach diesem Eckstoss verhinderte Kohler dem Ball mit einer Fussabwehr auf Teichmann den Eintritt ins Tor (41.). Auf der Gegenseite setzte Riesen links den Ball auf die Lattenoberseite (43.). Gegen die abgeklärteren Einheimischen wirkten die Solothurner in der Angriffsauslösung zu hektisch, zu wenig überzeugend. Es fehlte an der Grundruhe.

Öffnung wurde zum Verhängnis

Die zweite Hälfte gingen die Aarestädter mit mehr Punch an. Sie wollten den raschen Ausgleich. Deshalb standen sie sehr hoch und äuffneten den Platzherren Platz für Gegenstösse. Diese Öffnung wurde ihnen umgehend zum Verhängnis. Bereits den ersten Konter nützte Jakovljevic zum 2:0 (49.).

Rechts enteilte Schär Hunziker und leitete den Ball nach links in die Füsse des Badener Trainersohns weiter. Weitere Verlusttreffer verhinderten Bähler und Kohler. Zuerst wehrte der 17-jährige Hüter einen Foulpenalty von Teichmann mit den Fäusten ab – Stauffer war gegen Cirelli zu langsam und konnte ihn nur mit einem Fersentritt stoppen (55.).

Kohler trennte im eigenen Strafraum den durchgebrochenen Teichmann sauber vom Ball (78.). Bähler glänzte mit zwei weiteren Paraden gegen Gmür (82.) und wieder Teichmann (83.).

Doppelwechsel ohne Wirkung

Mit dem Doppelwechsel von Veronica und Vernocchi für Mast und Hunziker  versuchte Widmer das Blatt noch zu wenden (67.). Die taktische Umstellung auf eine Dreierabwehr, Fünfermittelfeld und Doppelsitze blieb wirkungslos. Es blieb beim Bemühen. Baden kontrollierte das Geschehen, gestand dem Gegner keine Anspielmöglichkeiten zu.

«Gegen diesen stabilen und eingespielten Gegner zeigte sich, dass wir noch nicht so weit sind, das muss ich eingestehen», hält Widmer fest. Die Solothurner kamen zu keinen Abschlüssen mehr. Ein Überraschungsmoment konnten sie nie einbringen.

«Wir müssen auch die Mentalität und Bereitschaft verbessern», so der Teamchef weiter. Baden war ein verdienter Sieger. Solothurn kam immer einen Schritt zu spät, liess jegliche Effizienz vermissen.

Meistgesehen

Artboard 1