Fussball
Solothurner Ex-Spieler macht den Schweizer Nati-Stars Beine

Der ehemalige Spieler in Reihen des FC Solothurn, Oliver Riedwyl, steht als Konditionstrainer der Fussballnationalmannschaft vor seinem ersten Länderspiel.

Michael Schenk
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Valon Behrami und Admir Mehmedi beim Training.mit «Kondi-Man» Oliver Riedwyl.

Valon Behrami und Admir Mehmedi beim Training.mit «Kondi-Man» Oliver Riedwyl.

Keystone

Für die meisten Sportler, die den Wettkampf lieben, steht das Konditionstraining in der Regel so hoch im Kurs wie für den pubertierenden Teenager der Sonntagspaziergang mit Mami und Papi, womöglich direkt an sämtlichen Kollegen vorbei.

liver Riedwyl freilich ist kein Konditionstrainer, der seine Einheiten in einer muffigen Turnhalle oder einem dunklen Kraftkeller fernab der gewohnten Wettkampfstätte abhält. «Für mich ist der Ball unser Werkzeug und darum soll der Ball auch im konditionell geprägten Teil des Trainings im Zentrum stehen», sagt er.

Für den neuen Konditionscoach der Schweizer Fussballnationalmannschaft liegt ein essenzieller Reiz seines Jobs just darin, Muskulatur und Pumpe der Edel-Kicker so fussballnah wie möglich in Schuss zu halten. So dass der physische Teil einer Übungseinheit nebst dem taktischen, technischen und mentalen aus Sicht der Akteure nicht zum furztrockenen, sondern delikaten Menue-Teil wird.

Konditionstraining als Lieblingsfach

Mit dem Job als Konditionstrainer der Fussball Nationalmannschaft sowie der Super-League- und Challenge-League-Schiedsrichter ist Riedwyl beruflich praktisch in seinem persönlichen Schlaraffenland angekommen. «Für mich war nach meiner Zeit als Fussballer schnell klar, dass ich mich als Trainer auf den konditionellen Teil spezialisieren will», sagt der Berner.

Aktiv war der 39-Jährige einst unter anderem zusammen mit Gökhan Inler unter Coach Urs Meier in der 1. Liga beim FC Solothurn. Später folgten Biel (1. Liga) und als Spielertrainer der FC Breitenrain als weitere wichtige Stationen.

Und obwohl Oliver Riedwyl auch Diplomierter SFV-Instruktor ist und die Uefa-A-Lizenz besitzt – und dazu noch zig andere Diplome – kam und käme für ihn ein Cheftrainer-Job nie in Frage: «Nein, absolut nicht. Ich weiss genau, in welchem Sektor ich einer Spitzenmannschaft und dem Staff etwas bringen kann. Alles andere ist für mich kein Thema.»

Träume durch harte Arbeit erfüllen

Freilich mit Betonung auf Spitze – denn da zieht es den Mann aus Neuenegg fast magnetisch hin. «Ich wollte immer mit den Besten zusammenarbeiten, weil ich spüre, dass ich da auch meine Fähigkeiten am besten einbringen kann.» Nun, höher hinauf in der für ihn exakt richtigen Sportart geht es für Oliver Riedwyl hierzulande nicht. «Wenn man hart arbeitet, gehen Träume manchmal in Erfüllung.»

Die Zusammenarbeit mit seinen Trainer-Kollegen beschreibt Riedwyl als sehr bereichernd und harmonisch. «Wir tauschen uns sehr viel aus und jeder darf seine Wünsche und Anliegen äussern.» Das Teamwork also mit Chef Vladimir Petkovic, dessen Assistent Antonio Manicone und Goalie-Trainer Patrick Foletti.

Der Chef habe natürlich immer das letzte Wort, «aber ich spüre sein Vertrauen», hält Nati-Rookie Riedwyl fest. Was die Gestaltung des physischen Parts eines Trainings angehe, geniesse er viele Freiheiten. Die Arbeit mit seiner hoch bezahlten und prominenten Klientel auf der anderen Seite ist für den Kondi-Man nicht irgendwie extraordinär: «Intensität und Geschwindigkeit sind natürlich höher als bei anderen; ansonsten aber sind das Menschen wie Du und ich.»

Wenn die Spieler spürten, dass man ihnen gegenüber zwar fordernd aber auch fördernd sei und das authentisch und ehrlich rüberbringe, dann würden sie das sehr wohl sehr schätzen. Schliesslich kann man ja am Ball noch so ein Künstler sein, wenn da nur 50 PS kommen mit denen man über den Acker dampft und knattert, dann ist man schnell im Offside. In dem Sinn ist Oliver Riedwyl überzeugt, dass die PS der Nati ausreichen werden, um am Montag in Basel gegen England zu bestehen. «Das kommt gut», sagt er.