Solothurner Eishockeyprofi
Yanick Stampfli und die Aufnahme in einen erlesenen Kreis

Der Subinger Verteidiger Yanick Stampfli erlebt mit dem EHC Biel einen traumhaften Start in die neue Saison. Der 20-Jährige verrät, wie er um seinen Stammplatz kämpfen und so einen neuen Vertrag im Seeland erhalten will.

Marcel Kuchta
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Den Puck an der Schaufel, den Blick auf das Spielgeschehen gerichtet: Yanick Stampfli.

Den Puck an der Schaufel, den Blick auf das Spielgeschehen gerichtet: Yanick Stampfli.

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Solothurner Eishockey-Profis in der National League kann man an einer Hand abzählen. Marco Müller (Wangen bei Olten) spielt beim EV Zug, NHL-Rückkehrer Denis Malgin (Olten) bei den ZSC Lions. Samuel Walser (Boningen) steht bei Fribourg-Gottéron unter Vertrag, Rajan Sataric (Biberist) bei den Rapperswil-Jona Lakers. Und seit dieser Saison gehört auch ein Subinger zu dieser raren Spezies: Yanick Stampfli, Verteidiger beim EHC Biel.

Wobei: Eigentlich ist er schon seit vergangenem Dezember ein Teil des «Solothurner Klubs». Damals wurde der 21-Jährige von den Bielern aus La Chaux-de-Fonds, wo er mit einer B-Lizenz in der Swiss League spielte, zurückbeordert. Er bestritt danach fast 30 Spiele in der höchsten Liga, durchsetzt mit ein paar Abstechern zurück in den Neuenburger Jura.

Zusammen mit Biel einen Traumstart geschafft

Seit dem Start der neuen Saison gehört Yanick Stampfli nun zum Stammpersonal von Biels Headcoach Antti Törmänen. Natürlich profitierte er dabei unter anderem auch von der Verletzung von (Assistenz-)Captain Kevin Fey, der mit einer Gehirnerschütterung ausfällt. Aber: Er nutzte die Chance, die sich ihm bot. Der Subinger stand in den ersten sechs Meisterschaftsspielen zwischen 6 und 15 Minuten pro Partie auf dem Eis – Tendenz steigend. Und er hatte damit seinen Anteil am Traumstart der Bieler, die bisher jedes Mal als Sieger vom Eis gingen.

Yanick Stampfli zeigte zuletzt auch beim 3:0-Sieg gegen Davos eine starke Partie.

Yanick Stampfli zeigte zuletzt auch beim 3:0-Sieg gegen Davos eine starke Partie.

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Yanick Stampfli hat sich also im EHCB-Ensemble festgebissen. «Step by step», wie er es beschreibt. «Ich versuche, einfach zu spielen und meine Stärken in die Waagschale zu werfen.» Seine Stärken sind eher im spielerischen Bereich anzusiedeln. Auch wenn Stampfli mit einer Grösse von 1,87 Meter und einem Gewicht von 80 Kilogramm körperlich gut mithalten kann, so führt er eher eine feine Klinge und besticht durch seine Übersicht.

Er selbst beschreibt sich denn auch eher als «Offensivverteidiger». Was auch nicht von Ungefähr kommt. Denn als der ehemalige Zuchwil-Junior mit 15 den EHC Biel in Richtung Zug verliess, wo er seine berufliche Ausbildung zum Büroassistenten in der dort ansässigen Academy auf ideale Art und Weise mit dem Eishockey verbinden konnte, da war er noch ein Center.

Beim EVZ wurde er unter der Führung der jüngst verstorbenen Trainerlegende Leo Schumacher zum Verteidiger umgeschult. «In den oberen Juniorenstufen herrschte in Zug Verteidigermangel. Also haben sie gefragt, welcher Stürmer sich eine neue Rolle vorstellen könne», erzählt Stampfli, der sich zur Verfügung stellte. «Es hat mir sicher geholfen, dass ich als Center auch stets defensive Pflichten hatte. Das hat mir den Wechsel erleichtert.» Der Rest ist Geschichte.

Das Ziel ist klar: ein neuer Vertrag beim EHCB

Die setzt er nun beim EHC Biel fort, wohin er nach seinem fünfjährigen Zug-Aufenthalt im Sommer 2020 zurückgekehrt ist. Bei den Seeländern, die ihren verlorenen Sohn wieder in die Arme schlossen, unterschrieb er einen Zweijahresvertrag, der am Ende der laufenden Saison auslaufen wird. Logisch will sich der Subinger in den kommenden Wochen und Monaten für ein weiteres Engagement aufdrängen. «Das ist auf jeden Fall das Ziel», sagt er, der sich selber «als ruhigen Zeit- genossen» bezeichnet. «Manchmal bin ich wohl fast noch zu ruhig – auf und neben dem Eis. Aber das wird sich mit der Erfahrung legen.»

Apropos Erfahrung: Mit einer (temporären) Rückkehr nach La Chaux-de-Fonds in die Swiss League, wo er in der letzten Saison viel Eiszeit erhielt und in einer wichtigen Rolle auch seinen «Rucksack» füllen konnte, rechnet er nicht mehr. Yanick Stampfli ist gekommen, um zu bleiben. Und auch, um das Solothurner Fähnchen in der National League hochzuhalten.

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