Auf dem Papier wird die am Samstag beginnende NLB-Meisterschaft der Handballer für die Truppe des TV Solothurn ein pickelhartes Stück Arbeit. Darum sagt Vereinsboss Stefan Blaser: «Jeder muss in jedem Spiel an sein Limit - und vielleicht noch ein bisschen darüber hinaus – gehen, dann können wir mit dem Mittelfeld mithalten.» Das heisst also, dass die Spitze der von von Aargauer Teams dominierten Liga, ist deutlich stärker einzustufen ist, als der Rest. Es droht so auch heuer eine Zweiklassengesellschaft. «Wir spielen im Vergleich zu vielen anderen ohne Ausländer», sagt Blaser. Noch – ohne Ausländer. Je nachdem wie der Start verläuft, wird es Transfers geben. Blaser, der ehemalige NLA-Akteur in Reihen des BSV Bern, hat den einen oder anderen Zuzug aus der Bundesliga eingefädelt. Der Schweizer Markt sei völlig ausgetrocknet, sagt er. Handlungsbedarf beim TVS ortet der ehemalige Spitzenspieler noch im Rückraum Mitte. Einen Garanten für sechs, sieben Tore pro Match zu finden ist indes nicht einfach. «Wir möchten wenn immer möglich mit unseren eigenen Leuten durchkommen», sagt Blaser. Aber andererseits wolle man auch alles daransetzen, sich in der NLB zu halten.

Klassenerhalt hat oberste Priorität

Nach dem Aufstieg vor zwei Jahren sei zuletzt ein kleiner Handball-Boom in Solothurn spürbar geworden, meint Blaser. «Und wir haben auch etliche, gute, junge Spieler – zum Teil noch bei anderen Vereinen – die künftig unsere NLB-Mannschaft verstärken können.» Darum werde man alles daransetzen, den Klassenerhalt sicherzustellen. Das heisst gegebenenfalls mit Verstärkungen reagieren. Das könnte freilich eher früher als später der Fall sein. Denn mit den beiden Auswärtsspielen gegen Endingen und Suhr/-
Aarau sowie dem ersten Heimspiel am 21. September (17.00) gegen den RTV Basel bekommen die Ambassadoren zu Saisonbeginn gleich eine «Kanone» nach der anderen serviert.

Trainingslager in Budapest

Durchaus möglich, dass sich da die eine oder andere Kanterniederlage einstellt. «Sollte es so weit kommen», sagt Blaser, «wird sich zeigen, wie es um die Moral der Mannschaft bestellt ist. Ich habe diesbezüglich aber ein sehr gutes Gefühl.» Das Team um Coach Zsolt Toth habe ein gutes Trainingslager in Budapest hinter sich und schon in der letzten 1.-Liga-Saison vor dem Aufstieg gezeigt, dass es fähig ist, über sich hinauszuwachsen. Efforts wie damals dürften auch heuer nötig sein, will das Team nicht zum Kanonenfutter werden.

Optionen via BSV Bern

Letzte Saison konnten die Solothurner den Ligaerhalt erst in der letzten Runde sicherstellen und waren dabei erst noch auf Schützenhilfe angewiesen. Zu dieser Zitterpartie, die das Durchschnittsalter auf einen Schlag um 5 Jahre nach oben treibt, soll es heuer nicht kommen. «Wir starten mit dieser Mannschaft und werden sehen, wie es läuft», hält Blaser fest. Im Idealfall fallen die Resultate so aus, dass man nicht hoffnungslos abgehängt und die Moral zum Kellerkind wird.

Stamm im Wesentlichen unverändert

Der Stamm des Starting-Teams des TV Solothurn hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Allein – viele haben jetzt ein Jahr mehr NLB-Erfahrung in den Knochen. Für den zu Zofingen gewechselten Andri Tatarinow konnten die Solothurner Kreisläufer David Riederer von Biel verpflichten. Dazu gibt es diverse, junge Spieler vom BSV Bern Muri, die mit einer Talentförderlizenz ausgestattet sind und so auch in der NLB bei Solothurn aushelfen könnten. Dazu gehört auch Stefan Blasers Sohn, Alain. Der Junioren-Internationale spielt in der U19 des BSV.

Kampfgeist und Fans gefragt

Stefan Blaser gibt jedoch zu bedenken, dass viele dieser infrage kommenden BSV-Aushilfs-Spieler tendenziell eher eines der beiden BSV-1.-Liga-Teams «verstärken» werden, als den Weg nach Solothurn auf sich zu nehmen. Auch, weil viele wegen Militär oder Auslandaufen ihre Saison unterbrechen müssen. Der TV Solothurn ist also mehr denn je auf seinen Kampfgeist und die Unterstützung seiner Fans angewiesen.