Schweizer Cup
Solothurn wähnte sich gegen Düdingen in Sicherheit und scheidet vorzeitig aus

Trotz spielerischer Überlegenheit lagen die Solothurner früh mit 0:2 in Rückstand. Auch der Anschlusstreffer brachte nicht die erhoffte Wirkung. In Halbzeit zwei folgte der Hattricktreffer von Düdingens Schlapbach und eine rote Karte gegen Koch. Stauffers neuerlicher Anschlusstreffer kam zu spät.

Pius Rüegger
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Sacha Stauffers Anschlusstreffer zum 2:3 kam zu spät. (Archiv)

Sacha Stauffers Anschlusstreffer zum 2:3 kam zu spät. (Archiv)

In der Spielanalyse brachte Solothurns Trainer Hans-Peter «Bidu» Zaugg die Hauptursache für das Ausscheiden aus dem Schweizer Cup gegen die bescheidenen Düdinger auf den Punkt: «Nach der ersten Viertelstunde haben wir uns zu sicher gefühlt und liessen uns bei den beiden Gegentoren zum 0:2 aus dem Nichts überraschen». Zaugg bemängelte auch, dass trotz Überlegenheit, sein Team zu wenig zwingend und zu wenig in Bewegung war.

Nur mit optischer Überlegenheit war den Deutschfreiburgern, die technisch wie spielerisch limitiert waren, aber ihren Vorsprung mit Verve verteidigten und drei von vier Chancen nützten, nicht beizukommen. Einzig in der 29. Minute konnte FCS-Hüter Wagner geschickt herauslaufend gegen en Dreifach-Torschütze Schlapbach, der Hasanovic enteilte, klären. Obwohl vier Minuten später Chatton auf 1:2 verkürzte, indem er Bürgy umspielte, ging kein Ruck durch die Mannschaft.

Kochs Rot bei seinem Comeback

Die Platzherren taten sich weiterhin schwer, zu einer geordneten und effektiven Spielweise zu finden. Das fing in der Abwehr an, nachdem sie sich bei den Toren 1 und 2 früh über ihre rechte Seite erwischen liess. «Die Innenverteidigung hat nicht ganz optimal funktioniert», musste auch Zaugg zugestehen. Im Mittelfeldbereich leisteten sich die Einheimischen zu viele unnötige Fehlzuspiele und zu leichte Ballverluste.

«Die Auswechslung von Fleury war berechtigt, denn ihm gelang nicht viel», erklärte der Solothurner Coach diesen Massnahme zur Pause. Die Rochade mit dem Vorrücken von Koch brachte insofern nicht die gewünschte Wirkung, weil sich der Ex-FCZ-Profi in der 63. Minute nach dem offside-verdächtigen 1:3 (60.) einen Platzverweis einhandelte. «Diese Karte kann man geben, denn diese riskiert man, wenn man von hinten so dreingeht», hielt Zaugg fest. Allerdings gewann der FCS-Steuermann dieser Aktion auch Positives ab: «Das war wie ein Weckruf, denn wir begannen wieder zu spielen».

«Alles gegen uns»

Zauggs Kurzanalyse «heute ging alles gegen uns», bewahrheitete sich ein erstes Mal in der 53. Minute. Zuerst verlegte SR Rosset ein Foulspiel an Zayas ausserhalb des Strafraumes – Freistoss statt Penalty. Dieser erbrachte wohl einen Kopfball-Treffer von Waylon Grosjean, der jedoch wegen angeblichem Offside nicht gegeben wurde.

In der 82. Minute wurde Dembélé von zwei Freiburgern in ihrem Strafraum in die Zange genommen und gefällt. Hier blieb Rossets Pfeife gar ganz stumm. Nach Stauffers schönem Hocheckschuss zum 2:3 (85.), warfen die Solothurner nochmals alles nach vorne, aber eine Verlängerung konnten sie nicht mehr erzwingen. Dazu lief vorher zu vieles schief.

Solothurn – Düdingen 2:3 (1:2)

Stadion. – 200 Zuschauer. – SR Rosset. – Tore: 16. Schlapbach 0:1, 24. Schlapbach 0:2, 33. Chatton 1:2; 60. Schlapbach 1:3, 85. Stauffer 2:3.

Solothurn: Wagner; Asani (70. Schrittwieser), Hasanovic, Koch, Du Buisson; Fleury (46. Waylon Grosjean), Stauffer; Hunziker, Zayas; Bisevac (64. Dembélé), Chatton.

Düdingen: Wingeier; Bürgy, Suter, Corovic (77. Cassara), Marmier; Dino Rebronja, Piller; Adan Rebronja, Catillaz (94. Pajaziti), Schlapbach; Arevalo (70. Mendizov).

Bemerkungen: Solo­thurn ohne Veronica, Disler, Nastoski (alle verletzt), Tan, Anderegg, Nedzipi, Ferrari, Momoh und Russo (alle Junioren). Düdingen ohne Mertoglu, Neuhaus (beide verletzt), Hofer (abwesend) und Gigic (noch nicht spielberechtigt). – Comeback von Rückkehrer Raphael Koch, Pflichtspieldebüt von Junior Leo Schrittwieser. – Platzverweis: 63. Koch (grobes Spiel). – Ver­war­nun­gen: 56. Catillaz (Unsportlichkeit), 61. Hasanovic (Reklamieren), 91. Dino Rebronja (Foul) und 96. Zayas (Reklamieren). – Eck­bälle 7:3 (4:3).

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: