Handball Cup
Solothurn verliert im Cup gegen Favorit Kriens-Luzern

Erstligist TV Solothurn verliert den Cup-Klassenkampf gegen die NLA-Truppe von Kriens-Luzern mit 29:39. Der Unterklassige gab sich allerdings nicht so leicht geschlagen, kämpfte tapfer und machte den Luzernern damit das Leben nicht einfach..

Michael Schenk
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Solothurns Martin Beer versenkte den Ball viermal im gegnerischen Tor.

Solothurns Martin Beer versenkte den Ball viermal im gegnerischen Tor.

Marcel Bieri

Immer wieder war sie deutlich zu vernehmen, die wettkampferregte Stimme von Heiko Grimm: «Bewegen, bewegen - bewegt euch.» Und: «Auseinander, verschiebt euch Jungs, geht mit.» Grimm, Coach des HC Kriens-Luzern, hatte in dem Sinn genau Null Bock dem TV Solothurn einen grimmschen Märchenabend zu bescheren, sprich als turmhoher Favorit im Cup-Sechzehntelfinal vom Erstligisten ausgekugelt zu werden.

Also heizte Bruder Grimm seinen Handballer-Männern aus der Innerschweiz mächtig ein, was letztlich dazu führte, dass die Gäste den budgetiert klaren Sieg von 39:29 einfuhren. «Zu Beginn haben uns noch 5 Prozent gefehlt, darum musste ich etwas Gas geben», so Grimm. Schliesslich sei man es dem Gegner, allein schon aus Respekt, schuldig. Aber auch sich selbst. «Was bringt uns sonst so ein Spiel, wenn wir nicht alles geben?», fragt Grimm.

Verdreht, aber normal

Ein Wohlfühlmoment im Freizeitpark wurde es für die derzeit Sechstklassierten der NLA im Sportcenter CIS zu Solothurn freilich dann doch nicht. Zumindest nicht in der ersten Halbzeit. Bezeichnenderweise war es eine Unterzahlphase der Luzerner, die für die Vorentscheidung sorgte. Nach 11 Minuten und 24 Sekunden kassierte Tobias Baumgartner zwei Minuten. «Angeschossen» sind nicht nur wilde Tiere am gefährlichsten, sondern oft auch Spitzensportler. Schlicht darum, weil Letztere automatisch einen Tick zulegen, wenn die Not am grössten ist.

So werden die quantitativ verlorenen Prozente an Leistung nicht selten durch qualitative mehr als wettgemacht. So auch in dem Fall. Nicht die Solothurner kamen während der erwähnten Überzahl zu Toren, es waren die Mannen aus der höchsten Liga, die in dieser Phase ihren Vorsprung gleich um drei Treffer von 9:6 auf 12:6 ausbauten. «Sie haben jeden Fehler von uns eiskalt ausgenutzt», so TVS-Coach Matthias Heger.

Ein besonderer Moment

Ab dem Moment lagen die Innerschweizer stets mit mindestens fünf bis sechs Toren in Front. Als dann zu Beginn der zweiten Hälfte mit Sebastian Schneeberger der erste Solothurner auf die Strafbank wanderte, waren es - ebenso bezeichnend - nicht die Luzerner, die drei Gegentreffer kassierten. Der Oberklassige nutzte im Gegensatz zum Unterklassigen die Chance resolut zu drei Toren und zog von 21:14 auf 24:14 davon. Das Ganze hat letztlich mit Kaltblütigkeit, Routine und zweifellos auch individueller Klasse zu tun.

«Wir wurden vielleicht etwas zu nervös, als wir in Überzahl spielen konnten und wollten es zu gut machen», sagt der sechsfache TVS-Torschütze Kaspar Arn. «Aber das ist eben auch ein Unterschied zwischen NLA und 1. Liga.» Dennoch war es für ihn «ein grossartiges Erlebnis.» Selbst wenn sich der 24-jährige B-Nationalspieler vom BSV Bern-Muri her Einsätze in der NLA gewöhnt ist. Arn kommt bei den Bernern regelmässig zum Einsatz, steht dem TV Solothurn in dieser Saison indes stets zu Diensten.

Solothurn - Kriens-Luzern 29:39 (13:19)

CIS-Sportcenter. - 500 Zuschauer. - SR: Baumann, Cristallo Torfolge: 1:0, 2:2, 2:4,4:6,6:9, 6:12, 7:13, 10:15,12:18, 13:19, 13:20, 14:22, 14:26, 17:29, 19:33, 22:34, 24:35, 25:37, 27:39,

TV Solothurn: Jan Tatarinoff, Taro Diethelm; Christian Adam (1), Martin Beer (4), Michael Wassmer, Oliver Zimmermann, Tom Althaus (5), Alain Blaser (2), Tim Weber (5), Mathias Blaser, Marco Melcher (2), Sven Schafroth, Nicolo Moggi, Roman Schneidegger (1), Kaspar Arn (6), Sebastian Schneeberger (3).

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