Basketball
Solothurn und Biel gehen als Piraten in die neue Saison

Der BC Solothurn und Rapid Bienne Basket treten fortan als Pirates Solothurn-Bienne in der 1. Liga an. Die Fusion entstand unter anderem aufgrund der misslichen Hallensituation in Solothurn.

Michael Schenk
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Nicolas Kofmel kann sich jetzt voll aufs Spielen konzentrieren.

Nicolas Kofmel kann sich jetzt voll aufs Spielen konzentrieren.

Hans Peter Schläfli

Das Wort Piraterie stammt vom griechischen «peiran» (versuchen, unternehmen) und «peira» (Wagnis, Überfall). Insofern passt der Begriff tipptop zum neuen Aushängeschild im Solothurner Basketball. Die 1.-Liga-Truppe der Männer des BC Solothurn hat sich mit Rapid Bienne Basket vereint und nennt sich fortan «Pirates Biel-Bienne Soleure-Solothurn».

Gemeinsam auf Punktejagt

Um den Namen ohne dreimal Luft zu holen aussprechbarer zu machen, nennt man sich Pirates Solothurn-Bienne. Was ist geschehen? Wollen die Solothurner künftig auf der Aare Schiffli entern? Nicht wirklich. Aber Punkte erobern und etwas versuchen, das schon. «Wenn wir zusammenspannen sind wir stärker als wenn jeder für sich etwas ‹grümschelet›», sagt der vormalige BCS-Spielertrainer Nicolas Kofmel.

Entsprechend könne man sich jetzt, da sich die sportlich etwas stärkeren mit den strukturell besser aufgestellten Bielern zusammen getan haben, auch höhere Ziele stecken. Die Playoffs, die der BCS letzte Saison knapp verpasst hat, sind denn auch das primäre Saisonziel. Mittelfristig peilt man gar den Aufstieg in die NLB an.

Dank der Fusion, die so notabene auch auf der NLB-Stufe der Frauen gilt, hat die Männer-Mannschaft mit Luigi Scorrano jetzt einen «richtigen» Trainer. «Darüber bin ich gar nicht unglücklich, weil ich mich jetzt voll aufs Spielen konzentriere kann», sagt Kofmel.

Vereine bleiben bestehen

Wenn sich zwei zusammentun, gibt es meist auch solche, die durch die Maschen fallen. Das war auch im Fall Pirates so. «Wir haben ein Tryout durchgeführt, aus dem die 16 Besten hervorgingen», hält Kofmel fest.

Diese 16 bilden jetzt das 1.Liga-Team. Der Mix aus ex-Bieler und ex-Solothurnern sei etwa im Gleichgewicht. Die acht Spieler, die das Tryout nicht «überstanden» haben, spielen in ihren Stammklubs in regionalen Teams weiter. Die piratische Kooperation betrifft lediglich die Leistungsstufe – der BC Solothurn und Rapid Biel bleiben als Vereine insofern bestehen und sind als solche weiterhin mit Regional- und Jugend-Teams in der Meisterschaft präsent.

Erstmals auf Beutezug gehen die Pirates anlässlich des Saisonstarts am Samstag in Lugano. Was die Erfahrung aus den bisherigen Trainings in Biel angeht, gibt sich Kofmel zuversichtlich: «Natürlich treffen unterschiedliche Mentalitäten aufeinander und Leute, die sich zuerst wieder kennenlernen müssen. Aber ich denke, das ist auch guter, belebender neuer Reiz für alle.» Zum Teil sprechen die einen nur französisch und die anderen haben noch nie was von einem «Français» gehört. «Aber», so Kofmel, «wir sind auf gutem Weg.» Klar, dass die Resultate ihren Teil zum Stand des Stimmungspegels beitragen werden.

Keine Halle in Solothurn

Ausschliesslich dem Leistungsgedanken folgend haben sich Rapid Biel und der BC Solothurn freilich vereint. Zunder im Hintern entstand auch aus der misslichen Hallensituation in Solothurn. Das veraltete CIS-Center ist Basketball-Regeltechnisch nicht mehr meisterschaftstauglich. Die letzten drei Saisons spielte der BCS derlei mit einer Sonderbewilligung des Verbandes.

Einer Extrawurst, die man heuer wohl nicht mehr zugebilligt erhalten hätte. «Dieser Aspekt hat bei den Überlegungen zur Zusammenarbeit sicher mitgespielt», gibt Kofmel unumwunden zu. Insofern finden die Meisterschaftsspiele der Pirates in Biel statt. Sollte dereinst in der Solothurner Kantonshauptstadt eine benutzbare Halle entstehen, «würden wir natürlich schauen, dass wir auch in Solothurn spielen», sagt Kofmel. Derzeit ist indes nicht Derartiges in Sicht.