Dank einer geduldigen Kollektivleistung korrigierte Solothurn die bittere 0:1-Saisonauftaktniederlage gegen Münsingen nach einem harten Penaltyentscheid mit dem 2:1-Auswärtssieg in der ersten Rückrunde. Somit überwintert die Sayilir-Truppe auf dem vierten Rang.

Erwartungsgemäss wurde den Solothurnern die Revanche nicht leicht gemacht. Münsingens Trainer Kurt Feuz schickte seine Startelf mit den Auftrag in diesen Kampf mit dem Auftrag, die Gäste früh mit einem dominanten Auftritt zurück zu binden. Darauf waren die Aarestädter im Aaretal vorbereitet.

Kontrolliert, unaufgeregt, solide und ohne Risiken, überzeugten die Besucher. Den Bernern gelang es nicht, Löcher ins gegnerische Abwehrdispositiv zu reissen. „Gegen Münsingen ist es wie ein Derby gegen Grenchen und sie kommen mit Vollgas“, sagt Adrian Fleury, die mannschaftsdienliche  Nummer 10. Einzig in der 23. Minute wurde es kritisch. Jeffrey Grosjean verliess seinen Kasten und verpasste ausserhalb des Strafraums den Ball. Sein Zwillingsbruder Waylon vereitelte mit einem Foul das weitere Vordringen von Frey, aber kassierte die gelbe Karte.

Appelt verwertet Eckball

Anschliessend liess der Druck der Platzherren nach. Solothurn erhielt mehr Raum und kam zu Chancen: 32. Sülüngöz’ Spitzler wurde zum zweiten Eckball, 34. prüfte Fleury Müller und 35. holte Appelt den dritten Eckstoss heraus. Dieser wurde zur Belohnung für die Geduld der Solothurner. Sassos Ball fand zu Appelt am ersten Pfosten – 0:1 (36.). „Anfangs Saison machten wir wenig Tore aus den Standards, aber seit wir diese intensiv üben, geht es“, erklärt der Bieler Briefträger.

Kohler beschloss Konter zum 0:2

Dass die Einheimischen gegen diesen Rückstand ankämpfen wollten, zeigte der Wiederbeginn. Sie erhöhten den Druck. Mit Biss und Härte wurde der Ausgleich angestrebt. Doch es waren die Gäste, die einen Konter zum 0:2 nützten (54.). „Ich konnte den Ball in der Mitte erobern, spielte ihn zu Sülüngöz, der gefühlvoll Kohler anspielte und dieser überlistete mit einem Bogenball den zu weit vorne stehenden Torhüter“, freut sich der 22-Jährige.

Nur kurz geriet die Solothurner Abwehr ins Wanken. In der 61. Minute verkürzte Suter ebenfalls nach Eckball auf 1:2. „Du bist nur eine, zwei Sekunden nicht konzentriert, es gehen zwei Leute nicht nach vorne, dann kommt das Gegentor schnell gegen Münsingen“, sagt Fleury. Die Gastgeber intensivierten nochmals ihre Vorwärtsbestrebungen und rackerten bis zuletzt für den Ausgleich. Doch die Besucher erwiesen sich als standfest, diese Bemühungen abzudämpfen und wirkungslos zu machen.

Münsingen - Solothurn 1:2 (0:1)

Sandreutenen. – 400 Zuschauer. – SR Cibelli. – Tore: 36. Appelt 0:1; 54. Kohler 0:2, 61. Suter 1:2.

Münsingen: Müller; Rothen (46. Plüss), Suter, Aegerter, Funaro; Dreier; Strahm (84. Dürig), Lavorato, Frey, Christen (58. Jaeggi); Battista.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Lüthi, Stauffer, Waylon Jeffrey, Du Buisson; Sülüngöz; Fleury, Hunziker; Sasso (68. Veronica); Kohler (88. Büchli), Appelt (71. Elezi).

Bemerkungen: Münsingen ohne Brändle (liechtensteinische Nationalmannschaft), Preradovic, Selmani, Ledesma, Amacker (alle verletzt) und Gasser (abwesend). So­lo­thurn ohne Mertoglu, Gataric (beide verletzt), Karaboga, Disler (beide krank), Kara (Aufbautraining) und Meier (nicht im Aufgebot).  – 41. Sülüngöz Lattenschuss. 48. Du Buisson rettet mit Kopf auf der Torlinie. 88. Büchli erstmals seit seiner langwierigen Verletzung wieder eingewechselt. – Gelbrot: 94. Lavorato (Reklamieren). – Ver­war­nun­gen: 23. Waylon Grosjean, 52. Lüthi, 56. Funaro, 59. Aegerter, 81. Dreier und 83. Lavorato (alle Foul). – Eck­bälle: 6:4 (1:4).