1. Liga

Solothurn-Trainer Jürg Widmer will gegen Delsberg das Selbstvertrauen ausnützen

Das erste Heimspiel der neuen Saison gewann Solothurn gegen Wohlen nach einem 1:2-Rückstand.

Das erste Heimspiel der neuen Saison gewann Solothurn gegen Wohlen nach einem 1:2-Rückstand.

Der noch ungeschlagene FC Solothurn empfängt heute im zweiten Heimspiel der Saison Delsberg. Als einziges Team in der ersten Liga hat der FCS noch keinen Punkt abgegeben. Trainer Jürg Widmer spricht darüber, wie dies weiterhin funktionieren soll.

Drei Spiele und neun Punkte. Der FC Solothurn hat als einziger Erstligist noch eine weisse Weste. 3:1 beim SC Goldau, 3:2 gegen den Kronfavoriten Wohlen und am Mittwoch ein 2:1-Auswärtssieg gegen den FC Bassecourt – dies die bisherigen Ergebnisse der Mannschaft von Jürg Widmer. «Gleich am Anfang zu punkten, tut gut. Besonders nach dem Umbruch. Es macht Spass, auf die Tabelle zu schauen», sagt der noch ungeschlagene FCS-Trainer.

Widmer zeigt sich ob des erfolgreichen Saisonstarts froh und gleichzeitig erleichtert. «Die Resultate sollten uns zusätzliche Energie geben», sagt er, mahnt aber sogleich: «Man sollte den Start nicht überbewerten. Es waren ja erst drei Spiele.» An der Punkteausbeute gibt es logischerweise nichts zu bemängeln, mit den gezeigten Leistungen an sich ist er «mehrheitlich zufrieden». Auch wenn die Konstanz noch fehle: «Es gibt einige Sachen, die wir besser machen müssen. Daran arbeiten wir. Die ersten drei Spiele haben aber deutlich gezeigt, wie viel Substanz im Team steckt und dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Zwei von drei Spielen nach Rückstand gewonnen

Spiel zwei und drei hätten sich indes auch anders entwickeln können. Gegen Wohlen lagen die Solothurner bis zur 75. Minute mit 1:2 zurück, die Partie am Mittwoch gegen Bassecourt gewannen sie ebenfalls nach einem Rückstand. «Da kam das kämpferische Element der Mannschaft zum Vorschein», so Widmer. «Es spricht für uns, dass wir es geschafft haben, trotz Rückständen unsere Stärken auszuspielen und unseren Plan durchzuziehen.»

FCS-Trainer Jürg Widmer.

FCS-Trainer Jürg Widmer.

Es ist bemerkenswert, wie schnell die neuen Spieler Fuss fassten. Mit Marco Mathys, Alban Selmanaj, Loris Vernocchi, Arxhend Cani sowie Emmanuel Mast bestand die Startformation in den drei Partien jeweils zur Hälfte aus Neuzugängen. Wobei dem Trainer dieser Umstand gar nicht auffällt, da für ihn alle Spieler neu sind. «Die Akzeptanz untereinander ist sehr gross und die Integration der neuen Spieler funktionierte problemlos. Wir diskutieren viel miteinander, weil ein konstruktiver Austausch am meisten Fortschritt bringt.»

Zugang Marco Mathys ist der erhoffte Leader

Der ehemalige Super-League-Profi Marco Mathys ist das bekannteste Gesicht unter den Neuen. Der 32-Jährige absolvierte alle drei Spiele über die volle Distanz. «Er ist ein sehr angenehmer, ruhiger und korrekter Mensch. Ein Vorbild für alle Spieler», sagt sein Trainer über den gebürtigen Derendinger. «Gerade in hektischen Momenten sind seine fussballerischen Fähigkeiten wichtig für uns. Wir haben aber nicht nur Mathys, sondern noch viele andere sehr gute Fussballer in unserem Kader.»

Mit Colin Bähler und Kilian Hari setzt der FCS diese Saison auf zwei blutjunge Goalies. Das Risiko scheint sich auszuzahlen. «Das kommt gut, beide haben ein grosses Potenzial und sind sehr fleissig im Training», bestätigt Widmer. «Auf Junge zu setzen, ist die Philosophie des FC Solothurn. Und wir reden nicht nur davon, sondern machen es auch.»

Kompakter in der Abwehr und schneller umschalten

Im vierten Meisterschaftsspiel trifft Solothurn heute zu Hause auf Delémont. Die Jurassier haben bisher einen Sieg und zwei Niederlagen auf dem Konto. «Ich erwarte einen Sieg», stellt Widmer klar. «Es wird ein Spiel auf Messers Schneide, doch ich hoffe, dass wir unser Selbstvertrauen ausnützen und den richtigen Plan haben.» Insbesondere die Organisation auf dem Platz müsse besser werden. «In der Abwehr müssen wir kompakter sein und noch schneller umschalten.»

Captain Marc Du Buisson ist immer noch gesperrt. Der Defensivspieler hatte sich im Startspiel gegen Goldau eine Tätlichkeit geleistet. «Wir müssen unsere Emotionen im Griff haben und dürfen uns nicht selber schwächen», sagt der Trainer dazu, unterstreicht aber, dass der FCS am Mittwoch gegen Bassecourt keine einzige Verwarnung kassiert hat. Ebenfalls nicht zur Verfügung stehen Leo Schrittwieser und Noel Anderegg. Für sie ist die Vorrunde wegen einer Verletzung gelaufen. Edonis Asani sollte dagegen bald zurückkehren.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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