Badminton
Solothurn statt auf Meisterkurs nun am Tabellenende

Dass Uni Basel ein starker NLA-Aufsteiger sein würde, damit war zu rechnen. Dass es aber für das Team Solothurn eine 3:5-Niederlage absetzen würde, damit war dann doch nicht wirklich zu rechnen. Die Anwärtern auf den Schweizer-Meister-Titel liegen nun auf dem letzten Platz.

Hans Peter Schläfli
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Das Herrendoppel mit Michael Lahnsteiner und Titon Gustaman.
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Marion Gruber.
Marion Gruber.
Badminton: Uni Basel - Solothurn
Alexander Fowler.

Das Herrendoppel mit Michael Lahnsteiner und Titon Gustaman.

Die Begegnung begann mit extrem ausgeglichenen Doppeln. So lagen die Solothurner Christian Bösiger/Alexander Fowler gegen die Basler Kasper Ødum/Christian Kirchmayr im dritten Satz 18:16 vorne, verloren dann aber nach je zwei Matchbällen auf beiden Seiten noch 24:26. Dieser knappe Ausgang war bezeichnend für den ganzen Sonntag – und weckte Erinnerungen an die Begegnung mit St.Gallen-Appenzell.

Das bessere Ende für Basel

Immer wenn es eng wurde, behielten die Basler das bessere Ende für sich. So auch im Match zwischen Matilda Peterson und Monika Fischer. Zunächst sah es nach einer klaren Sache für die Baslerin aus, aber dann holte die Solothurnerin im zweiten Satz einen gewaltigen Rückstand auf – um trotzdem noch 20:22 zu verlieren.

Dann kam es zum sportlichen Höhepunkt. Michael Lahnsteiner zeigte eine absolute Topleistung und lieferte sich mit Kasper Ødum ein packendes Duell. Der Däne gehörte immerhin einmal zu den Top 10 der Welt. Diesmal unterlag Ødum aber dem Österreicher nach einem spektakulären Match überraschend deutlich 17:21, 15:21.

Bösiger musste aufgeben

Noch klarer war der Solothurner Sieg im Mixed Doppel. Doch dann drehte der Wind erneut. Basels Christian Kirchmayr gewann gegen den etwas enttäuschenden Engländer Alex Fowler mühelos, und am Schluss zeigte sich dann auch noch, dass Routinier Christian Bösiger ausser Form geraten ist. Gegen Luka Petric musste er den dritten Satz sogar leicht verletzt aufgeben.

Für Sanya Herzig war es trotz der 3:5-Niederlage ein ganz besonderer Tag: Bis vor drei Jahren nannte sie noch das Vitis Sportcenter ihr Zuhause. Dann zog sich Uni Basel aus finanziellen Gründen aus der NLA zurück und sie wechselte zum Team Solothurn.

«Es ist schon speziell, denn es ist für mich das erste Mal, dass ich in Allschwil gegen Uni Basel spiele, und ich kenne eigentlich noch die meisten hier», sagte Herzig, die pikanterweise zusammen mit der sonntäglichen Gegnerin Marion Gruber ab und zu an einem Doppelturnier teilnimmt. Sie gab sich selbstkritisch: «Vielleicht bin ich auch ein wenig an der Niederlage schuld. Ich war nervös und hatte mir selber zu viel Druck gemacht.»

Zuversicht trotz Fehlstart

Das Team Solothurn, seines Zeichens Schweizer Meister 2011, lässt sich aber vom leicht missglückten Saisonstart nicht aus der Ruhe bringen. Michel Vögtli von der Teamleitung hofft sogar, wieder um den Meistertitel mitmischen zu können.

«Am Ende der letzten Saison kam wirklich alles Verletzungspech zusammen, das war bitter», sagte Vögtli. «Diesmal bin ich zuversichtlich, dass wir von Runde zu Runde besser werden. Die Saison ist ja noch lang.» Bald wird dann auch noch die Engländerin Sarah Milne wieder einsetzbar sein, die sich noch von einer Knieverletzung zurückarbeitet.