Schweizer Cup
Solothurn scheidet trotz 83-minütiger Überzahl gegen Stade Nyonnais aus

Wegen einem Patzer von Solothurns Torwart Jeffrey Grosjeans kam Stade Nyonnais in der 36. Minute in Führung. Danach hat Solothurn vor allem mangelnde Chancenauswertung zu beklagen.

Pius Rüegger
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Der FC Solothurn muss sich Stade Nyonnais geschlagen geben.

Der FC Solothurn muss sich Stade Nyonnais geschlagen geben.

michelluethi.ch

Ein verrücktes Cupspiel verlor das unterklassige Solothurn aus Eigenfehlern nicht zwingend 0:2. Schliesslich setzte sich die Klasse des Promotion League-Spitzenklubs Stade Nyonnais durch. Verrückt, weil sich der Gast aus der Romandie bereits nach zehn (!) Spielsekunden einen Platzverweis einhandelte.

Chatton führte den Ankick blitzschnell zu Arifi aus. Dieser leitete zu Stauffer weiter. Der Routinier schickte durch zwei Gästespieler hindurch den Ball Hunziker in die Gasse. Nyon-Innenverteidiger Adomako ging dem Solothurner zwei Meter vor der Strafraumgrenze von hinten in die Beine – Direktrot für diese Notbremse.

Allerdings beendete auch der Gastgeber die Partie mit einem Mann weniger. Weil Hasanovic nach einem Foul Hunzikers – für das er gelb sah – wegen zu intensiven Reklamierens verwarnt wurde (67.), sah der FCS-Captain nach einem Foul die gelbrote Karte (84.).

Jeffrey Grosjeans Patzer zum 0:1

Verrückt war auch der Führungstreffer der Waadtländer. Ihr linker Aussenläufer Mobulu flankte in den Strafraum der Einheimischen. Schlussmann Jeffrey Grosjean kam heraus, verpasste aber den Ball. Sturmspitze Chentouf hatte es leicht, ins verwaiste Tor zum 0:1 einzuköpfeln (36.).

«Bis zum ersten Tor sind wir gut gestanden, haben die Räume zu gemacht, es war ein Missverständnis und kam aus dem Nichts», hält Solothurns Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak fest. Vor und nach diesem verhängnisvollen Patzer hatte die Stadion-Elf zwei ausgezeichnete Chancen. Chatton auf Arifi verpasste rechts knapp (21.). Hunziker aus vollem Lauf auf Chatton setzte links daneben (40.).

Emotionaler Beginn

Nach dem für die Welschen emotionalen Beginn begann sich das Spiel nach zwölf Minuten zu normalisieren. Die Ambassadoren versuchten vorsichtig und mit Ruhe aufzubauen. Wie in den letzten Spielen mangelte es an der Präzision beim letzten Pass. Die Abwehr der Platzherren stand gut und liess nichts zu.

Nyon konnte sich jedoch auf die geänderte Herausforderung einstellen. Die Westschweizer fanden eine adäquate Organisationsform. Ihr intensives und andauerndes Forechecking ermöglichte ihnen, vermehrt Druck aufzubauen. Sie erreichten mit ihrer Ballsicherheit zunehmend mehr Spielanteile. Trotzdem kam ihre Führung überraschend.

Offensive Umstellung wirkungslos

Solothurn reagierte auf die zweite Hälfte. Skrzypczak verstärkte ein erstes Mal den Angriff, indem er Müller für Osmani brachte und Stauffer eine offensive Rolle zudachte. So spielte Müller Chatton in den Slot (51.). Nyon-Hüter Mutomba konnte mit dem Fuss abwehren.

Auch die Einwechslungen von Veronica für Schrittwieser (58.) und Hausic für Innenverteidger Waylon Grosjean (76.) sollten diese Bestrebungen unterstützen. Doch zwischenzeitlich (65.) erhöhte der Gast auf 0:2. Dieser Treffer entstand aus einer Kombination von Zambrella zu Di Gregorio und zum Abschluss am rechten Pfosten zu Delley.

Mangelnde Chancenauswertung

Für die Solothurner kamen noch Veronica, dessen Schuss Mutomba abblockte (73.), Hausic, der übers Tor schoss (80.), und Chatton, der mit einem schwachen Schuss erneut an Mutomba scheiterte (90.), zu Tormöglichkeiten. «Wir hatten weitere Chancen, aber es lag nicht an Chatton, dass wir diese nicht machten, denn wir wissen, was wir an ihm haben», so der Pole.

«Wir müssen nach vorne schauen, wobei es das Wichtigste ist, dass wir das Ausnützen der Torchancen verbessern», ergänzt Skrzypczak. Die Rotweissen konnten dem Geschehen nie den Stempel aufdrücken. Dumme Szenen und Undiszipliniertheiten führten zu dieser weiteren Ernüchterung. Der PL-Zweite unterstrich seine Klasse. Er wirkte strukturiert, tempostark, hielt kräftemässig problemlos durch und spulte sein Programm sicher ab.

Matchtelegramm

Solothurn – Stade Nyonnais 0:2 (0:1)

Stadion. – 250 Zu­schauer. – SR: von Mandach. – Tore: 36. Chentouf 0:1; 65. Delley 0:2.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Hasanovic, Waylon Grosjean (76. Hausic), Henzi; Stauffer; Schrittwieser (58. Veronica), Osmani (46. Müller), Arifi, Hunziker; Chatton.

Stade Nyonnais: Mutomba; Di Gregorio, Guzel, Adomako, Titie; Fargues (70. Guyon); Delley (83. Dessarzin), Zambrella, Stevanovic, Mobulu; Chentouf.

Bemerkungen: Solothurn ohne Du Buisson (Ausland), Koch (Ausbildung), Asani, Philippe Gerspacher (beide verletzt) und Micelli (nicht im Aufgebot). Stade Nyonnais ohne Tall, Schmidli, Da Silva Ferreira (alle verletzt), Hebib, Hiraç (beide gesperrt), Kok, Odemis, Olaniyi und Londono (alle nicht im Aufgebot). – Platzverweis: 1. (0.10) Adomako (Notbremse). – 16. Hunziker spielte wegen einer verarzteten Schnatte am Hinterkopf mit einem Turban weiter. – Gelbrot: 84. Hasanovic (Foul). – Ver­war­nun­gen: 42. Fargues (Foul), 43. Chatton (Reklamieren), 45.(+ 2) Di Gregorio (Foul), 65. Jeffrey Grosjean (Reklamieren), 67. Hunziker (Foul), 67. Hasanovic (Reklamieren), 73.Guzel, 75. Veronica und 82. Arifi (alle Foul). – Eckbälle: 4:5 (1:3).

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