2. Liga
Solothurn mit fast perfekter Vorrunde – nur zwei Punkte gaben die Solothurner ab

Der FC Solothurn dominierte in der ersten Saisonhälfte die 1. Liga Gruppe 2 mit zwölf Siegen und einem Remis. Es war eine fast perfekte Vorrunde.

Raphael Wermelinger
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Zwölf Siege durften die Solothurner in der Vorrunde bejubeln, daheim blieben sie sogar ohne Verlustpunkt.

Zwölf Siege durften die Solothurner in der Vorrunde bejubeln, daheim blieben sie sogar ohne Verlustpunkt.

Jürg Naegeli

Nur zwei Punkte gab der FC Solothurn in dieser Vorrunde ab. Beim 1:1-Unentschieden gegen den drittplatzierten FC Münsingen. Die restlichen zwölf Spiele entschieden die Solothurner für sich.

Kein anderer Klub in der Schweiz, von der Super League bis zur 2. Liga inter, dominierte seine Spielklasse so wie der FC Solothurn die Gruppe 2 der 1. Liga. Das Team von Trainer Dariusz Skrzypczak steigt mit einem Vorsprung von neun Punkten auf «Verfolger» SC Buochs in die zweite Saisonhälfte.

Die besten zwei Klubs qualifizieren sich am Ende der Saison für die Aufstiegsspiele zur Promotion League. Solothurns Polster auf den FC Münsingen auf Platz drei beträgt bereits zwölf Zähler.

Zehn Jahre alte Punkterekord könnte geknackt werden

Punkten die Solothurner in der Rückrunde im gleichen Stil weiter, könnte sogar der zehn Jahre alte Punkterekord geknackt werden. 62 Punkte holte der FCS in der Saison 2006/07. Damals bestand die Gruppe allerdings aus 16 Mannschaften und die Solothurner absolvierten insgesamt vier Spiele mehr als in der aktuellen Meisterschaft.

Den ersten Platz konnten sich die Ambassadorenstädter damals in der Rekordsaison indes nicht sichern. Sie zogen als Dritter in die Aufstiegsspiele ein, scheiterten dort aber an Gossau. Alles deutet darauf hin, dass der FC Solothurn heuer zum dritten Mal in den letzten zehn Jahren in die Aufstiegsspiele einzieht.

FC-Solothurn-Fans Fussball 1. Liga Vorrunde Saison 2017/18. Die Solothurner, die in der Vorrunde ungeschlagen blieben, feiern mit ihren Fans.

FC-Solothurn-Fans Fussball 1. Liga Vorrunde Saison 2017/18. Die Solothurner, die in der Vorrunde ungeschlagen blieben, feiern mit ihren Fans.

Jürg Naegeli

In der vergangenen Saison qualifizierte sich Solothurn als Dritter, verlor in der Promotionsrunde allerdings gegen das favorisierte Yverdon. Dieses Jahr werden die Solothurner im Aufstiegsrennen die Gejagten sein. Nachdem sie in der Vorrunde auf sämtlichen Ebenen überzeugen konnten.

Trainer nutzt die letzte Chance

Als Spieler lief Dariusz Skrzypczak mehrere Saisons für den FC Aarau in der höchsten Liga der Schweiz auf. An der Seitenlinie verlief die Karriere des Polen weniger steil. Der 50-Jährige war Assistenztrainer in den zweithöchsten Ligen beim FC Wohlen und FC Luzern.

In der Rückrunde 2015/16 bewahrte er den FC Wangen bei Olten als Feuerwehrmann vor dem Abstieg aus der 1. Liga. Das Engagement wurde allerdings nicht verlängert. Auch beim FC Black Stars fand er sein Glück im Vorjahr nicht. Er stand nur während zwölf Partien an der Seitenlinie des Basler Erstligisten.

Beim FC Solothurn hat Skrzypczak nun die wohl letzte Chance bekommen, seine Trainerkarriere noch einmal neu zu lancieren. Und «Darek» packte den ihm gereichten Strohhalm. In der Vorrunde führte die Arbeit von «Bidu» Zaugg, der jetzt als Sportchef beim FCS amtet, konsequent weiter.

Zusammen mit seinem Assistenten Rolf Leibundgut fand der Taktikfuchs in der Vorrunde für jeden Gegner das passende Rezept und stellt seine Elf perfekt auf die Aufgabe ein.

Defensive als grosses Plus

Das Prunkstück der Solothurner war in der Vorrunde ganz klar die Abwehr. Inklusive Torhüter Jeffrey Grosjean, der nur sechs Gegentore kassierte und achtmal zu null spielte. Er ist einer von zwei FCS-Spielern, die alle 13 Partien über die volle Distanz bestritten haben. Der zweite Dauerläufer ist Verteidiger Fabian Kohler.

Immer in der Startelf stand auch Defensivspieler Raphael Koch, Captain Marc Du Buisson verpasste nur ein Spiel. Trainer Skrzypczak konnte während der ganzen Vorrunde auf die bewährten Kräfte setzen. Das Team ist über Jahre gewachsen und eingespielt, jeder weiss, was der Nebenmann tut. Dies ist die Grundlage für das schier unüberwindbare Bollwerk.

Steigerungspotenzial ist am ehesten bei der Torproduktion auszumachen. Obwohl FCS-Stürmer Loic Chatton mit seinen zwölf Toren die Nummer zwei der Skorerliste hinter Elvis Bratanovic vom FC Sursee ist, stellt Solothurn hinter GCZ II (39), Buochs (36) sowie Luzern II (33) «nur» den drittbesten Angriff der Liga.

Doch dies ist ein Luxusproblem und trübt die Freude über den Halbzeit-Sieg sicher nicht. Bevor es für den FCS aber in die verdiente Winterpause geht, steht am Samstag um 17 Uhr daheim gegen Zug noch das erste Rückrundenspiel an.