Zwei Foulpenalties und zwei Geschenke – das Zweite führte zum zweiten Elfmeter – hielten in diesem Verfolgerduell zu stark einem Solothurner Erfolg entgegen. Nicht nur wegen dieser Fakten war Ambassadoren-Trainer Hans-Peter «Bidu» Zaugg nicht zufrieden mit seiner Mannschaft.

Seine Analyse fiel klar aus. «Bis zum ersten Penalty waren wir schlecht, wir liefen zu wenig und wir spielten zu wenig zusammen», hielt er fest. Nach dem zweiten Badener Eckball kam Stump im Strafraum in Ballbesitz, verzog jedoch seinen Schuss übers Gästetor (52.). Zur Verwunderung aller, auch der Einheimischen, entschied der Schiedsrichter auf Strafstoss. Eine Regelwidrigkeit war nicht ersichtlich. Bijelic liess sich diese Chance nicht nehmen (53.).

Den Besuchern gelang die Reaktion. Zayas fand in der 58. Minute genügend Raum, um Chatton ins Zentrum anzuspielen. Gegen dessen satten Schuss war Inaner machtlos.

Beste Phase zu wenig genutzt

«Nach dem Penalty bis zu unserem unglaublichen Geschenk in der 65. Minute hatten wir unsere beste Phase und kamen wieder ins Spiel», sah es Zaugg. Die Solothurner Führung war möglich: Fleury lancierte links Chatton. Dessen Hereingabe brachte Bisevac nicht unter Kontrolle; er vergab unbedrängt (64.).

Der Gegenzug hatte fatale Folgen. Cardiello stürmte alleine auf Keeper Jeffrey Grosjean zu. Dieser wehrte vor seinem Strafraum mit dem Fuss ab, aber nur bis zum mitlaufenden Bijelic, der aus 25 Metern das leere Tor nicht verpasste – 2:1 (65.). «Wir sind selbst Schuld», bemerkte Zaugg. In der Fortsetzung fehlte es ihm an der Mentalität seiner Spieler: «Sie liessen den Kopf hängen».

Offensiv lief seitens der St. Ursen-Städter nichts mehr zusammen. Vielmehr offerierten sie den Aargauern und Bijelic einen dritten Treffer (85.). Hasanovic verlor den Ball, versuchte ihn gegen Bijelic knapp vor dem Strafraum zurück zu kämpfen, konnte jedoch nur bis zu Cardiello ablenken. Dieser wurde von Asani im Strafraum angegriffen und der Schiedsrichter entschied nach kurzem Blick zu seinem Assistenten zum zweiten Mal auf Elfmeter. Bijelic versenkte sicher zum 3:1.

Zauggs deutliches Schlusswort

Trotz dieser weiteren bitteren Pille – dazu kam der Ausfall von Disler, der sich beim Passspiel das rechte Knie ausdrehte (48.) – steckten die Solothurner nicht auf. In der fünften Minute der Nachspielzeit visierte Fleury mit einem Freistoss nach einem Badener Offside aus der eigenen Hälfte halbrechts Chatton an. Dieser bewies flach seine Skorerqualitäten zum 3:2-Endstand. «Es war unser bisher schlechtestes Spiel, zu viele Spieler waren heute nicht gut drauf», so Zauggs deutliches Schlusswort.

Telegramm:

Baden - Solothurn 3:2 (0:0)

Esp Dättwil. – 700 Zu­schauer. – SR: Hänggi. – Tore: 53. Bijelic 1:0 (Foulpenalty), 58. Chatton 1:1, 65. Bijelic 2:1, 85. Bijelic 3:1 (Foulpenalty), 95. Chatton 3:2.

Baden: Inaner; Weilenmann, Matovic, Franek, Muff; Antic, Cardiello, Weber (88. Laski), Ladner, Stump (70. Toni); Bijelic (93. Samson).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler (50. Asani), Hasanovic, Waylon Grosjean, Du Buisson (86. Tan); Fleury, Hunziker; Chatton, Stauffer, Bisevac; Dembélé (46. Zayas).

Bemerkungen: Baden ohne Dzelili, Solak, Girardi, Gasane, Luogo,  Gloor, Imsirovic, Mooser (alle verletzt) und Berz (nicht im Aufgebot). So­lo­thurn ohne Koch (noch nicht spielberechtigt), Nastoski, Veronica (beide verletzt), Schrittwieser, Nedzipi, Momoh und Russo (alle Junioren). – 50. Disler mit Knieverletzung ausgeschieden. – Ver­war­nun­gen: 20. Cardiello (Unsportlichkeit), 25. Antic Reklamieren), 29. Dembélé, 45. Ladner (beide Foul), 52. Hasanovic, 55. Stauffer (beide Reklamieren), 82. Muff und 93. Laski (beide Foul). – Eckbälle: 4:4 (0:2).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

FC Baden - FC Solothurn