Handball 1. Liga
Solothurn kantert Vevey Crissier humorlos nieder

Die Handballer des TV Solothurn lassen Vevey Crissier in der 1. Liga keine Chance. Die Solothurner deklassieren ihre Gegner gleich mit 42:12.

Hans Peter Schläfli
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Michael Wassmer beim Abschluss

Michael Wassmer beim Abschluss

Vor exakt einem Jahr gingen die Handballer des TV Solothurn noch als die sieben kleinen Zwerge an die Fasnacht. Damals spielten sie in der Nationalliga B am Schwanz. Nun spielen sie zwar in der 1. Liga, aber sie durften sich wie Riesen fühlen, als sie nach dem Match gegen Vevey Crissier ins Landhaus zum Ballzillus pilgerten. Mit 42:12 hatten die Solothurner die Waadtländer deklassiert. Als souveräner Tabellenführer darf der TVS bereits die Aufstiegspiele zur NLB in den Terminkalender eintragen. Das ist nur noch eine Formalität.

Vevey spielte an, die Solothurner Verteidigung blockierte den Angriff, löste einen Konter aus und es hiess nach wenigen Sekunden 1:0. So ging es bis zum 5:0 weiter; erst da gelang dem inferioren Gegner das erste Tor. Zur Pause hiess es 22:5. Die Angriffe wurden mit so rassigen Ballstafetten vorgetragen, dass Vevey gar nicht dazu kam, etwas dagegen zu unternehmen. 80 Zuschauer waren ins CIS gekommen, aber eigentlich hätte man 92 notieren müssen – denn auch die 12 gegnerischen Spieler schauten hauptsächlich den Solothurnern zu.

Respekt vom Gegner

Handball wäre ja eigentlich ein Sport, bei dem es zwischendurch so richtig krachen darf. Zum Glück waren da noch die Konfettistampfer ins CIS gekommen, da gabs wenigstens für ein paar Momente ein paar Kracher mit Pauken und Trompeten. Dann ging es aber schon wieder mit dem Einbahnhandball im gleichen Stil weiter.

Die Waadtländer gingen brav zur Seite, wenn ein Solothurner angebraust kam. Symptomatisch: Keine einzige Zeitstrafe wurde in diesem Spiel ausgesprochen. Mit entspanntem Gesichtsausdruck schoss der TVS ein Tor nach dem anderen. Beim 40. Treffer tobte die Halle für einen Moment, das Tagesziel war erreicht und die Solothurner feierten dies ganz kurz.

Details fehlen noch

Es sah alles so einfach aus. «Und es war auch wirklich sehr einfach», analysierte TVS-Trainer Matthias Heger am Ende. Wir wollten energisch beginnen und ihnen gar keine Luft lassen, und das ist gelungen.» So konnte Heger taktische Varianten ausprobieren. Zeitweise störten zwei Solothurner die Angriffe des Gegners fast bei der Mittellinie.

«So weit nach vorne sollten sie eigentlich nicht gehen», erklärte der Trainer, «aber ich habe sie machen lassen, weil es der Gegner zuliess. Das Ziel war es, das 3-2-1-System zu forcieren.» Denn körperlich sei seine Mannschaft bereit für die Aufstiegsspiele, taktisch und spielerisch aber noch nicht ganz. «Es fehlen noch zwei, drei Details, aber es kommt gut», ist der TVS-Trainer optimistisch.

Solothurn war dem Gegner in allen Belangen so krass überlegen, dass sogar eine Analyse schwierig wird. Was bringt so ein Spiel überhaupt? Darauf wusste Matthias Heger eine präzise Antwort: «Gute Stimmung für die Fasnacht.»