Mit der diszipliniert und konsequent durchgezogenen Defensivtaktik von Kantonsrivale Dornach kamen die Platzherren nicht zurecht. SCD-Trai-ner Nino Nigro war angetreten, Tempo raus zu nehmen, mit Pressing jeden Spielfluss zu unterbinden, die Räume zu schliessen und keine Anspielmöglichkeiten zuzulassen. Die Schwarzbuben brauchten nicht mal Geduld, um auf Fehler der Hauptstädter zu warten.

ereits in der sechsten Minute verlor Meier – für den verletzten Baeriswyl Innenverteidiger – den Ball in einem harmlosen Duell weit vor der Strafraumgrenze an Zenhäusern und der Aussenläufer schockte die Einheimischen mit dem 0:1. Dieser unerwartete Treffer stärkte die Gäste, wie er die Ambassadoren verunsicherte.

Eine Reaktion konnte nicht initiiert werden. Vielmehr waren es die Dornecker, die nach vorne Akzente setzten. In der 21. Minute scheiterte Fazio an Molina und den Nachschuss von Coulibaly rettete Ilic zum ersten Eckball der Partie. Diesen spielte Di Giovine auf «Scheibenwischer» Abt, der die Lücke sah und flach zum 0:2 abschloss. «Mit unseren individuellen Fehlern haben wir dem Gegner Riesengeschenke gemacht», behielt FCS-Trainer Roland Hasler seine Emotionen unter Kontrolle.

Erst der zweite Verlusttreffer zeigte leise Wirkung. Doch in der Umsetzung haperte es sehr. In der 31. Minute lief der Ball von Liloia über Danny Hasler zu Martin, doch der Argentinier brachte das Kunststück fertig, diese «Hundertprozentige» zu vertändeln. Die Gastgeber setzten mehr Druck auf und versuchten, zu mehr stehenden Bällen zu kommen. Unverwundbar agierte die Abwehr von Dornach nicht. Auch der Anschlusstreffer des mehrheitlich isolierten Vogt mittels Kopfball auf eine lange Verlagerung von Liloia zwei Minuten vor der Pause verfehlte die Nachhaltigkeit.

Training ohne Ball ist angesagt

Sich zu bemühen war zu wenig, um nach der Pause diesem Derby noch eine Wende zu geben. Überraschungseffekte blieben aus. Die Versuche wirkten zu brav, zu berechenbar und zu durchschaubar. Zwingende Torgefahr? Fehlanzeige. «Engagement, Leidenschaft und ein Aufbäumen waren da, aber die Hypothek des frühen 0:2 wogen zu schwer», sah es Hasler. «Das Hauptziel muss wieder werden, zu null zu spielen. Wenn dies die Spieler nicht glauben, kommt es so raus. Das müssen wir sofort abstellen. Auch wenn es ihnen nicht passt, werden wir wieder ohne Ball trainieren», will Hasler diese «Riesenenttäuschung» aufarbeiten.