Rad
Solothurn ist auf der Überholspur in Richtung Strassen-WM

Solothurn und Velo: Dazu gehört auch der GP Amerigo. Das interkantonales Zeitfahren organisiert vom innovativen VC Victoria Gerlafingen, fand heuer zum 19. Mal statt.

Daniel Weissenbrunner
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Sieger unter sich: Victorias Co-Präsident Urs Steiner (l.) und Präsident Anton Schnetzer. dws

Sieger unter sich: Victorias Co-Präsident Urs Steiner (l.) und Präsident Anton Schnetzer. dws

Zum 19. Mal führte der VC Victoria in Gerlafingen das interkantonale Zeitfahren durch. Eine Disziplin, die im Laufe der Zeit an öffentlichem Interesse eingebüsst hat, sich bei den Fahrern aber nach wie vor grosser Beliebtheit erfreut. «Wir sind ein Nischenprodukt, das sich den Platz im Rennkalender erhalten hat», sagt Co-Präsident Urs Steiner. Mit Erfolg: Mit 125 Fahrerinnen und Fahrern verzeichneten die Organisatoren einen neuen Teilnehmerrekord.

Die klingenden Namen suchte man auf der Starliste vergebens. Der Grund hierfür ist schnell gefunden. Die Veranstalter zahlen keine Startgage. «Den Lohn müssen sich die Akteure mit ihren Leistungen schon selber abholen», erklärt Urs Steiner die Philosophie des Rennens. Die Ausrichter des GP’s verstehen sich mehr als Plattform für junge Fahrer. Was nicht heisst, dass das Rennen zu einer Plauschveranstaltung verkommt. Der Sieger in der Elite-Kategorie, Tizian Rausch, absolvierte den Parcours mit dem beachtlichen Stundenmittel von 46,72 km/h.

Die IG Wasseramt aufleben lassen

Rasant ist auch der VC Victoria unterwegs. Der Verein bietet seinen Mitgliedern eine breite Palette mit Trainingsmöglichkeiten und Anlässen an. Doch damit gibt sich der Klub um Präsident Anton Schnetzer nicht zufrieden. Auf Initiative der Gerlafinger soll die IG Wasseramt in loser Form reaktiviert werden. Die Interessengemeinschaft, bestehend aus mehreren umliegenden Velovereinen, wurde 1997 anlässlich der Tour de Romandie ins Leben gerufen und später wieder aufgelöst. «Mit der Zusammenarbeit könnten wir ein Angebot anbieten, welches die Attraktivität für den Radsport in der Region nochmals steigern würde», ist Schnetzer überzeugt. Die Chancen für einen Schulterschluss stehen gut. «Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv», hat der Klubpräsident festgestellt.

Der Innovationsdrang des VC Victoria könnte sich in naher Zukunft ungebremst fortsetzen. Sollte das bereitliegende Dossier für die Strassen-WM 2017 in Solothurn die zuständigen Gremien erfolgreich durchlaufen, dürften die Gerlafinger mit ihren Helferdiensten bald die grosse Radbühne betreten. Die nächste Hürde wartet auf die Initianten in zwei Wochen. Dann erfolgt die Übergabe der entsprechenden Unterlagen an Swiss Cycling. Sollte der Verband das Projekt durchwinken, entscheidet die UCI im kommenden Jahr, ob Solothurn vom Velokanton gar zur Velo-Weltstadt aufsteigt.