Wie in Schötz und in Wangen tat sich Solothurn erneut schwer, nummerische Überlegenheiten zum KO-Schlag auszunützen. Mit ihrem Tempospiel brachten die Platzherren den Kantonsrivalen schon nach 43 Sekunden durch Vogt in Schwierigkeiten. Auf Vorarbeit von Munoz verzögerte Vogt in der 18. Minute seine Schussabgabe und Schleiffer wehrte mit einer Armbewegung zum Ball auf der Torlinie ab: Platzverweis und Handspenalty. Liloia verwertete sicher zum 1:0.

Die Uhrenstädter verpassten in der 28. Minute den Ausgleich auf einen zweiten Handspenalty. Redzepi spritzte eine Flanke von Fleury an die Hand. Molina wehrte den Elfmeter von Walther in der rechten tiefen Ecke ab. Dreimal innert viert Minuten verpasste Vogt den zweiten Solothurner Treffer: Kopfball übers Tor (33.), Grosjean angeschossen (36.) und ein Lobball bei freiem Tor (37.). «Wir zeigten eine ganz gute erste Halbzeit, haben es aber verpasst, rechtzeitig das Spiel zu entscheiden», sagte FCS-Trainer Roland Hasler.

Sadrji kassiert Gelbrot

Es war nicht der Tag des Paolo Vogt, denn in der 51. Minute schob die Sturmspitze eine Hereingabe von Danny Hasler am Tor vorbei. Das Geschehen wurde zusehends zerfahrener und härter. Ein rotwürdiges gestrecktes Bein von Sadrji gegen Meier - die Solothurner Nr. 13 spielte nach sechsminütiger Pflege weiter, musste sich aber nach Spielschluss durch Clubarzt Ruedi Walter eine tiefe Rissquetschwunde am Unterschenkel nähen lassen - wurde nur mit Gelb geahndet.

Im enttäuschend schwachen Derby wurde in der 81. Minute ein zweiter Ausschluss fällig. Wieder Sadrji mit gestrecktem Bein gegen Ilic kassierte seine zweite Gelbe und somit Gelbrot. Noch schlimmer hätte es in der 87. Minute für die Uhrenstädter kommen können: In einem Unterbruch trat Grosjean gegen den am Boden liegenden Patrick Hasler im Rücken des Schiedsrichters nach. Der Assistent zeigte diese Tätlichkeit nicht an. Die Solothurner reagierten mit ihrem zweiten Tor. Dieses brachte nicht die definitive Sicherheit. Abayeteye setzte einen Kellerhals-Eckball in der vierten Nachspielminute zum 2:1 ins Netz. «Abgesehen von den Geräuschen mit Platzverweisen und unserem verschossenen Penalty, hat Solothurn verdient gewonnen», sagte FCG-Trainer Hans Kodric.