Fussball
Solothurn erkämpft sich im Derby gegen Grenchen einen Punkt

In der 1. Liga Classic kommt der FC Solothurn im Heimspiel gegen Grenchen zu einem 2:2-Unentschieden. FCS-Debütant Sperisen war zuerst die tragische Figur, in der Nachspielzeit dann aber der Solothurner Retter in allerletzter Sekunde.

Pius Rüegger
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1. Liga Classic: Solothurn - Grenchen 2:2 (1:0)
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Nazim Elezi (Solothurn, links) im Kopfball-Duell mit Grenchens Kliment Nastoski.
So sieht Freude aus: Die Solothurner umjubeln die 1:0-Führung, die Allex Titton (2.v.r.) erzielte.
Grenchens Waylon Grosjean (Mitte) ist vor Solothurns Allex Titton (rechts) am Ball.
Solothurns Nazim Elezi (rechts) im hart geführten Zweikampf mit Grenchens Waylon Grosjean (links).

1. Liga Classic: Solothurn - Grenchen 2:2 (1:0)

Marcel Bieri

Während für Solothurns Trainer Patrik Grolimund dieser Punkt «Gold wert ist», trauert sein Grenchner Antipode Edvaldo Della Casa zwei verlorenen Punkten nach: «Das tut weh.» Dieses unterhaltsame Derby auf tiefem, nassem Terrain bot ein Wechselbad der Gefühle bei beiden Kantonsrivalen.

Dies trifft insbesondere auf den 17-jährigen, aus der Uhrenstadt stammenden, FCS-Debütanten Sperisen zu. In der 67. Minute eingewechselt, wurde er neun Minuten später gegen den zehn Jahre älteren Gäste-Captain Stauffer Opfer seiner Unerfahrenheit. Anstatt den Ball in den Corner rollen zu lassen, führte seine Intervention gegen den Routinier an der Grundlinie zu einem Foulpenalty mit Verwarnung und dem 1:2 durch Zayas.

Sperisen kann den Fehler ausbügeln

Die Chance, seinen Fehler auszubügeln, nützte dann Sperisen in der dritten Nachspielminute unerschrocken zum umjubelten Ausgleich. Ein Zuspiel von Veronica übernahm er rechts direkt und traf halbhoch für Jeffery Grosjean unhaltbar zum 2:2. «Ein grosses Kompliment an Solothurn, das bis zuletzt kämpfte», akzeptierte Della Casa die dadurch verlorenen zwei Punkte sportlich.

Hauptstädter führen zur Pause

Dass es für die Grenchner nur bei diesem einem Punkt blieb, müssen sie ihrem eigenen Unvermögen im Abschluss zuschreiben. Bereits in der ersten Halbzeit erreichten die Gäste mehr Feldanteile. Allerdings waren es die Hauptstädter, die zu den besseren Chancen kamen. In der siebten Minute zog Raphael Walther nach einem Fehler von Dzmobic davon, aber Titton konnte die unpräzise Flanke nicht übernehmen.

In der 24. Minute verpassten Walther und Oezdemir auf einen Eckball Fleurys am entfernteren Pfosten die Führung. Besser machte es eine Minute später Titton. Der Italo-Brasilianer profitierte von einem Ausrutscher Rawylers, und konnte somit das Zuspiel Veronicas zum 1:0 auswerten.

In Halbzeit Nummer zwei begann sich das Geschehen vermehrt in der Solothurner Hälfte abzuspielen. Ihre Überlegenheit konnten die Grenchner erst in der 71. Minute zum 1:1 umsetzen. Im Getümmel vor Trittibach blieb Ndo Ze auf Zayas erfolgreich.

FCS mit Start- und Schlussfurioso

«Wir waren dominant, kreierten viele Möglichkeiten, aber uns fehlt ein Stürmer, der die Tore einschiebt», umschrieb Della Casa die mangelnde Effizienz. Gegen die technisch versierten Gäste hatten sich die Platzherren eines Dauerdrucks zu erwehren.

«Grenchen stürmte zeitweise mit bis zu fünf Mann, aber wir haben super angefangen und super aufgehört», machte Grolimund seinem jungen Team ein «Riesenkompliment, die drei Junioren Osaj, Sperisen und Arefi sprechen für die Qualität unserer Nachwuchsabteilung».