Nachdem Stammhüter Jeffrey Grosjean wegen seiner Schulterverletzung wie in Delsberg fehlte, traf es diesmal seinen Back-up Colin Bähler. Der 16-Jährige blieb in der 48. Minute, nachdem er den Ball gefangen hatte, nach einem Zusammenprall mit dem Bieler Mora liegen. „Er zog sich eine Hirnerschütterung zu, der Rest wird nun im Spital abgeklärt, wobei er einen Moment nicht ansprechbar war und eine Amnesie hatte“, erklärt Mannschaftsarzt Ruedi Walter den aktuellen Gesundheitszustand.

Für ihn musste der noch ein Jahr jüngere Neel Kissling aufs Feld. Dass der Erstliga-Debütant seinen Kasten schadlos halten konnte, ist ein grosses Verdienst der ganzen Mannschaft. Solidarisch kämpfte sie um jeden Ball. Trotz aller Hektik und Verbissenheit in den Zweikämpfen behielten die Platzherren eine nicht selbstverständliche Grundruhe bei. So liessen sie es nicht zu, dass die Seeländer eine Lücke fanden. Die Gäste kamen effektiv zu keinem nennenswerten Abschluss. „Die Spieler sind sehr gut umgegangen mit dieser Situation und haben es nicht zugelassen, dass der Gegner flanken konnte“, stellt Skrzypczak fest.

Chattons verschossener Penalty

Auch der von Chatton vergebende Foulpenalty in der 58. Minute brachte die Einheimischen nicht aus dem Konzept. Nach einem Konter fällte Zangger Hunziker knapp nach der Strafraumlinie. Biel-Hüter Schittenhelm konnte jedoch den halbhoch getretenen Strafstoss seitlich ablenkend parieren. Der Neuling mit seinen 33 Treffern der bisher erfolgreichste Sturm der Gruppe, setzte auch bei den Aarestädtern voll auf die offensive Karte.

Die Berner versuchten mit ihren schnellen Leuten über die ganze Spielzeit Angriff um Angriff zu lancieren. Sie fanden jedoch kein Rezept, um beim taktisch und kämpferisch gut eingestellten Gastgeber die entscheidende Lücke zu finden, das entscheidende Loch aufzureissen. Ihr feldmässiges Übergewicht nützte ihnen nichts. „Gegen das hohe Tempo und dem gutem Spielverhalten der Besucher hat meine Mannschaft gut verteidigt“, hält Skrzypczak  fest. Zudem überzeugten die Rotweissen mit ihren Konterqualitäten. Ausgelöst durch Arifi und unter Einbezug von Hunziker und Osmani war es der Derendinger, der Chatton ideal in den Lauf passte: 1:0-Führung in der 17. Minute.

Solothurn hielt Biels Druck stand

Dem immensen Druck der Bieler hielten die Solothurner über die gesamten 106 Spielminuten stand. Mit zwei weiteren Kontern sicherten sie sich in der Schlussphase den Sieg. „Spielerisch war Biel optisch überlegen, deshalb versuchten wir es von hinten heraus und wir waren gezwungen, mit langen Bällen zu spielen“, sagt Skrzypczak. Chatton krönte sich zum zweifachen Torschützen in der 83. Minute, indem er nach einen druckvollen Vorstoss von Stauffer aus vollen Lauf abziehen konnte.

In der achten Nachspielminute erkämpfte sich Arifi den Ball im Mittelkreis. Der 22-Jährige zog unwiderstehlich davon, liess seine Gegenspieler geschickt aussteigen und beschloss sein Solo mit dem 3:0 links an Schittenhelm vorbei. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und es gehört ein grosses Kompliment der ganzen Mannschaft, sie hat die richtigen Entscheidungen gefällt und fast alles richtig gemacht“, geniesst der 50-jährige Pole diesen Erfolg trotz des Wehmutstropfens mit der Verletzung Bählers.