Dieses Schlussfeuerwerk war grandios: In der letzten Sekunde warf Nicola Kofmel den Ball aus 20 Metern Richtung Korb, wo Sämmy Jerjen goldrichtig stand und spektakulär den letzten Korb des Abends warf. Das verdiente einen tosenden Applaus – auch wenn Spielertrainer Kofmel nach der Sirene freimütig erklärte, dass es eher Zufall war und sicher kein einstudierter Spielzug.

Am deutlichen Schussstand von 71:120 dieses Sechzehntelfinals im Schweizer Cup änderte dieser letzte Korb nicht mehr viel, aber er war bezeichnend für den ausgezeichneten Eindruck, den die Solothurner ablieferten. Denn es war nicht der einzige Moment, in dem sie brillierten. Obwohl Spielmacher Kofmel schon vor der Mittellinie von zwei Freiburgern gedeckt und in die «toten» Spielfeldbereiche abgedrängt wurde, gelang es ihm immer wieder, sich dribbelnd durchzusetzen und entscheidende Pässe zu spielen. Lukas Christen warf ein paar tolle Dreipunkter und Jason Perry eroberte gegen die vielen Zweimeterriesen von Freiburg einige Rebounds.

Nervosität bei den Freiwürfen

Schlecht war eigentlich nur die Ausbeute bei Freiwürfen, die höchstens bei einem Drittel lag – so nervös waren die Solothurner. Diese Nervosität war auch verständlich, denn es war ein Cupspiel David gegen Goliath. Nicht nur in Zentimetern Körperlänge: Zum absolut ersten Mal in der 21-jährigen Vereinsgeschichte durfte der BC Solothurn gegen ein Team aus der Nationalliga A antreten.

Im ersten Viertel machte Olympic Fribourg unter der Führung des Schweizer Nationalspielers und Captains Jonathan Kazadi dank der körperlichen und technischen Überlegenheit mächtig Druck und legte sich mit rasanten Passfolgen, die für die Solothurner bei allem Einsatz nicht zu unterbinden waren, rasch ein entscheidendes Punktepolster zu. «Trotzdem sehen wir ein animiertes Spiel und der eine oder andere Solothurner zeigt, dass auch er etwas mit einem Basketball anzufangen weiss», lobte Valentin Oetterli, der bis vor rund einem Jahr BC-Präsident war, in der Pause.

Mehr als nur achtbar geschlagen

Als die Freiburger vermehrt ihre Nachwuchsspieler einsetzten, verlief die Partie in der zweiten Hälfte zeitweise sogar recht ausgeglichen. So war man sich am Ende im Publikum einig: Diese Niederlage war zu erwarten, aber der BC Solothurn hat sich mehr als nur achtbar geschlagen und als kleiner Erstligist mit tadelloser sportlicher Einstellung beste Werbung für den Verein und das Basketball gemacht.